Predigt "Ansprache Dorfplatzeinweihung"
Blick-. Treff- und Mittelpunkt
Lesung aus Römer 12, 9-18
Liebe Hergenfelder!
Mit diesem neu errichteten Dorfplatz haben Sie wieder einmal bewiesen, was über die Grenzen hinaus bekannt ist: Der Gemeinschaftssinn in Hergenfeld ist keine bloße Floskel, sondern geradezu das typische Kennzeichen Ihres Dorfes. Beim ersten näheren Betrachten dieses Platzes sind mir drei Wörter eingefallen, die mir passend für diesen neu gestalteten Dorfplatz zu sein scheinen. Er ist zuallerst ein
1. Blickpunkt
Von welcher Seite man auch nach Hergenfeld von außen kommt, dieser Platz fällt ins Auge. Er ist ein wunderschöner Blickpunkt – sozusagen das I-Tüpfelchen des Dorfes. Da bleibt nur zu hoffen, dass er es auch in den kommenden Jahren bleiben wird. Zunächst fällt der Blick auf das Ortswappen. Es zeigt an, dass hier Menschen
wohnen, die um den Wert der Heimat wissen. Und ich bin überzeugt, wo das Umfeld so schön und einladend gestaltet wird, da sind Menschen zuhause, auf die das Wort des Apostels aus der eben gehörten Lesung zutrifft: „Verabscheut das Böse, haltet fest am Guten!“ So wünsche ich Ihnen allen, dass dieser Platz zweitens zu einem
2. Treffpunkt
werde. Denn dazu lädt er ein, dass Jung und Alt, Einheimische und Fremde sich begegnen. Hier ist es geradezu ideal eine kleine Verschnaufpause einzulegen. Hier ist es geradezu nahe liegend, sich zu verabreden. Hier ist es geradezu einladend, um ein Schwätzchen am Brunnen zu halten. Seit alters her ist der Brunnen ein Treffpunkt gewesen, Hier gibt es das lebenswichtige Wasser für Mensch, Tier und Pflanze. Den Brunnen galt es zu schützen, dass das Wasser klar und rein blieb. Möge er hier zum Symbol werden für Klarheit und Wahrheit. Denn sie fördern und erhalten das Leben. Dabei sollte die Mahnung des Apostels beherzigt werden: „Soweit es euch möglich ist, haltet mit allen Menschen Frieden.“
Und so wünsche ich Ihnen allen, dass dieser Platz zu einem gern angenommenen
3. Mittelpunkt
werde. Wir brauchen solche Mittelpunkte, Wie bei einem Fahrrad alle Speichen von der Nabe gehalten werden, so dass sie das Rad stabilisieren, so brauchen wir auch im übertragenen Sinn eine Nabe, eben einen Mittelpunkt. Auch dazu lädt dieser Platz mit seinem schön gestalteten Kreuz ein. Es steht im Mittelpunkt dieses Platzes und sollte auch im Mittelpunkt unseres Lebens stehen, von dem aus wir Halt und Orientierung empfangen. So erinnert das Kreuz auf diesem Dorfplatz an das, was der Apostel uns ans Herz legt:
"Gewährt jederzeit Gastfreundschaft!"
Noch einmal gesagt, dieser Dorfplatz möge als Blick - als Treff- und als Mittelpunkt angenommen und mit gutem Leben gefüllt werden.
So segne Gott die, die ihn als Blickpunkt erbaut haben mit seinem Geist der Güte.
So segne Gott die, die ihn als Treffpunkt nutzen mit seinem Geist des Friedens.
So segne Gott die, die ihn als Mittelpunkt verstehen mit seinem Geist der Gastfreundschaft. Amen.