Kirche Guldental


Die Geschichte bzw. Chronik der evangelischen Kirche in Guldental

1241 erhielt der pfalzgräfliche Marschall Zorno die Kirche zu Lehen, später die Raugrafen. Raugraf Otto schenkte im Jahr 1409 das Lehen an die Stiftsherren zu Bingen. Dem widerspricht, dass der Abt von Hornbach 1488 die Pfarrei "Heidesheim uff der Guldenbach" als verfallenes Lehen der Raugrafschaft an Wirich von Daun, Herrn zu Falkenstein und zu Oberstein, verleiht.

1556 wurde das reformierte Bekenntnis unter Kurfürst Ottheinrich eingeführt. Seit 1689 bestand das Simultaneum (gemeinsame Benutzung der Kirche durch beide Konfessionen), das 1898 aufgelöst wurde. Bei der Kirchenteilung 1706 verblieb die Kirche den Reformierten.

Der Kirchturm

Der romanische Turm der evangelischen Kirche in Guldental stammt aus dem 12./13. Jahrhundert. Das Schiff wurde im 15. Jahrhundert angebaut. 1602/04 wurde der Turmhelm neu aufgesetzt. Am 07.07.1709 brannte die Kirche nieder, so dass Turmhelm und Dach erneuert werden mussten. Dabei wurden auch die beiden westlichen Ecken abgeschrägt.

Glocken

Im Turm befindet sich die Glockenstube mit vier gekuppelten Rundbogenöffnungen, dessen auf den Kanten abgefasste Pfeiler aus dem 15. Jahrhundert stammen. Die drei Glocken (1922), von dem Bochumer Verein gegossen, tragen den Namen: Glaube - Hoffnung - Liebe. Die Inschriften der Glocken:

  • Glocke (links) Glaube
    Hebräer 11,6: Aber ohne Glaube ist's unmöglich, Gott zu gefallen.
  • Glocke (Mitte) Liebe
    Johannes 15,3: Niemand hat größere Liebe als die, dass er sein Leben lässt für seine Freunde.
  • Glocke (rechts) Hoffnung
    Römer 5,5: Hoffnung aber lässt nicht zuschanden werden.

 

Chor

Im Chor befindet sich ein Sakramentsschrein aus dem 15. Jahrhundert, in dem die Abendmahlsgeräte aufbewahrt werden. Der eine Silberkelch trägt am oberen Rand die Umschrift: "Heddesheimer Kirchenkelch Anno 1679" mit Wappen, der andere die Umschrift: "Heddesheimer Kirchenkelch gestifft v den Söhnen u Töchtern D Gemeine AN Wappen No 1768."

Kanzel

Die Kanzel aus Sandstein ist ein achtseitiger Korb mit reicher Profilierung, auf einem viereckigen Wandpfeiler ruhend. Daran die Inschrift: EXTRUCTUS EST HIC SUGGESTUS ANNO 1592 DIE 7. JULII.

Die Orgel

Die Orgel mit reich geschnitzten Schnitzteilen ist vom Ende des 18. Jahrhunderts.

Erstellt: 25.12.2004
Zuletzt aktualisiert: 8.7.2008 18:46 Uhr
Redakteur: Simone Schreiner