Drei Dinge...

Aus der Konfirmationspredigt - Pfr. Wolfgang Fleißner

Als ich in Eurem Alter war, da gab es eine Werbung, die hieß: Drei Dinge braucht der Mann... Welche Dinge? Na, da fragt Ihr mal Eure Eltern oder Großeltern. Die können sich bestimmt daran erinnern. Nun ich will Euch nicht die drei Dinge aus der damaligen Werbung empfehlen, doch ebenfalls dreierlei möchte ich Euch heute ans Herz legen:

Mit der Einsegnung erhält jede/jeder von Euch einen Bibelspruch. Er soll Euch wie ein Wegweiser sein durch das Leben. In der Geschichte von Kain und Abel wird erzählt, dass Gott Kain wegen seines Zornes anspricht: "Wenn du fromm bist, so kannst du frei den Blick erheben. Bist du aber nicht fromm, so lauert die Sünde vor der Tür, und nach dir hat sie Verlangen; du aber herrsche über sie." Damit Ihr immer wieder den Blick frei erheben könnt, dazu soll Euch der persönlich ausgesuchte Bibelspruch helfen. Er möge Euch vergewissern, dass Gott mit Euch ist. Er spricht Euch an, wann immer Ihr Orientierung braucht, wenn Ihr unsicher seid. Er hilft Euch den Blick frei zu erheben und stärkt in Euch die Kraft, das Böse mit Gutem zu überwinden.

In der Geschichte von Kain und Abel wird am Ende des Gespräches von Kain und Gott erzählt: "Und der HERR machte ein Zeichen an Kain, dass ihn niemand erschlüge, der ihn fände." Auch Ihr werdet heute "gezeichnet". Nicht mit dem Kainszeichen, aber mit dem Kreuzeszeichen. Eine Konfirmandin hat im Vorstellungsgottesdienst sinngemäß gesagt: "In der Fotogruppe, die diese Geschichte in Szene setzen sollte, haben wir uns für das Kreuz entschieden, weil es das Zeichen unseres Glaubensgrundes ist."

Ihr sollt wissen. Wir gehören zu Jesus Christus. Er ist unser Freund. Auf ihn ist immer Verlass. Er hat von sich selbst gesagt: "Niemand hat größere Liebe als die, dass er sein Leben lässt für seine Freunde." (Johannes 15,13) Und er hat dieses Wort bestätigt in seinem Leben und mit seinem Sterben. Er hat erfahren, dass Gott ein Freund des Lebens ist, der keinen in Angst und Schrecken belässt und vergisst und ihn aus seiner Not erlöst, ja sogar aus dem Tod.

Nicht nur ihr, liebe Jugendliche, seid heute aufgeregt und mit Euren Gedanken vielleicht schon bei den Geschenken und beim Geldzählen. Auch Eure Eltern schweifen mit ihren Gedanken schon längst um die Feier, ob alles wohl termingerecht klappt, ob nichts vergessen wurde, die Getränke wirklich kaltgestellt sind. Die Oma überlegt, sie dürfe die Sahne nicht vergessen, wenn sie den Kuchen von zuhause holt. Sie soll doch wegen der Frische erst kurz vorm Kaffeetrinken geschlagen werden.

So hat jeder seinen eigenen Grund während der Predigt einfach mal abzuschalten. Doch niemand hat wirklich etwas verpasst, denn die Zusammenfassung der Predigt, der Zuspruch für jede und jeden, nicht nur für die zu konfirmierenden Jugendlichen, finden Sie auf Ihrem Liedblatt. Es ist ein Wort von Friedrich Bodelschwingh, der Begründer der diakonischen Anstalten in Bethel (Bielefeld). Mit dem Wort hat er sein Engagement begründet, der Hüter seines Bruders zu sein: "Es geht kein Mensch über diese Erde, den Gott nicht liebt."

Eine gesegnete Zeit wünsche ich allen von ganzem Herzen

Wolfgang Fleißner

Erstellt: 9.1.2005
Zuletzt aktualisiert: 10.1.2010 11:21 Uhr
Redakteur: Simone Schreiner
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