Fürbitten – Totensonntag

Gott des Lebens,
gib neues Leben,
denen, die heute trauern;
die nicht wissen, wie sie mit dem Verlust
eines geliebten Menschen fertig werden sollen;
denen, die um das Leben eines Menschen bangen;
denen, die die Angst vor dem eigenen Sterben lähmt.

Gib neues Leben
denen, die die Hoffnungslosigkeit überkommt;
die ihren Lebensmut verlieren;
die nicht wissen, wie es weitergehen kann;
die sich nicht mehr trauen, eigene Schritte zu gehen.

Gib neues Leben
denen, die nie eine echte Chance gehabt haben;
die schon bei ihrer Geburt abgestempelt wurden;
die immer wieder Ablehnung erfahren haben;
denen ihr Leben selbst egal geworden ist.

Gib neues Leben
denen, die von Ängsten gequält werden;
die sich schwach und müde fühlen;
die sich allein durchs Leben kämpfen müssen.

Gott des Lebens,
steck uns an mit deiner Lebendigkeit.
Wecke in uns immer neu
die Lust aufs Leben;
und stärke unser Vertrauen,
dass unser Leben in dir bewahrt bleibt,
auch, wenn wir sterben.

 

 

Grundgütiger Gott,
wir bitten dich für die Bedürftigen und die Wohlhabenden:
Lass die einen nicht in ihrem Elend allein
und befähige die anderen abzugeben.

Wir bitten dich für die Traurigen und Fröhlichen:
Gieße den einen Trost
und den anderen Dankbarkeit in ihre Herzen.

Wir bitten dich für die Kranken und die Gesunden:
Schenke den einen Hoffnung
und den anderen Ehrfurcht vor dem Leben.

Wir bitten dich für die Verlierer und die Erfolgreichen unserer Gesellschaft:
Lass die einen nicht verzweifeln
und lehre die anderen Demut.

Wir bitten dich für die Suchenden und die Fertigen:
Lass dich von den einen finden
und wecke in den anderen Neugier.

Wir bitten dich für die Einsamen und die Rastlosen:
Schenke den einen Begleiter
und den anderen Zeit zur Ruhe.

 

 

Dein Reich komme!
Wo Menschen Ungerechtigkeit erleiden,
setze deine Gerechtigkeit dagegen.
Wo Menschen ausgebeutet werden,
schenke du ihnen neue Ressourcen.

Dein Reich komme!
Wo Menschen ihre Lebensgrundlage zerstört sehen,
gib du ihnen neuen Boden unter den Füßen.
Wo Menschen ihre Heimat verlieren,
führe sie in ein neues Zuhause.

Dein Reich komme!
Wo Menschen umherirren,
sei du ihnen Orientierung.
Wo Menschen nach dem Sinn fragen,
schicke du ihnen Antworten, die sie tragen.

Dein Reich komme!
Wo Menschen in dunkle Trauer versinken,
ziehe sie ins Licht.
Wo Menschen am Leben und an sich selbst verzweifeln,
lasse sie über sich hinauswachsen.

Dein Reich komme!
Wo Menschen in Angst leben,
vermittle du ihnen Sicherheit.
Wo Menschen isoliert sind,
lass sie Geborgenheit spüren.

Dein Reich komme!
Wo Menschen verletzt sind,
heile ihre Wunden.
Wo Menschen am Leben leiden,
schenke ihnen Erlösung.

Liturgie 8. November 2009 (Eröffnung Friedensdekade)

 

 

Du, der du gerufen hast »Licht«, und das Licht wurde
geboren, und es war gut, es wurde Abend und Morgen,
damals bis heut.

Du, der gerufen hat »Mensch« und wir wurden geboren.
Du, der Liebe ist, tief wie das Meer, hell wie der Blitz,
stärker als der Tod:
Lass nicht verloren gehen ein Menschenkind.

Du, der keinen Namen vergisst, keinen Menschen verachtet,
lass nicht den Tod, der alles trennt und aushöhlt, lass nicht den
schlimmen Tod über uns kommen.

Für alle, die gekreuzigt werden, sei nicht niemand, sei ihre Zukunft.
Für Menschen, die von dir verlassen sind,
für alle, die ihr Los nicht tragen können, für die, die wehrlos sind
in den Händen von Menschen, für Flüchtlinge und Fremde
sei nicht niemand!

Für die, die Kraft ausstrahlen, Liebe geben, Recht tun, dass sie
standhaft bleiben in unserer Mitte.

Du, der das Wort zu uns gesprochen hat, das unsere Seele erfüllt,
lass uns nicht leer und verloren und ohne Aussicht,
lass uns offen werden für die Vision von Frieden, die seit
Menschengedenken uns ruft.

Beschleunige den Tag deiner Gerechtigkeit! Gedenke deiner Menschen, dass sie nicht umsonst geboren sind!

Denn du bist der Gott, größer als mein Herz, der mich gesehen hat, eh ich war geboren.

Gemeinsam beten wir weiter:

[Vaterunser]

Erstellt: 8.3.2010
Zuletzt aktualisiert: 21.4.2010 12:38 Uhr
Redakteur: Anders Grüning