Gott, die Quelle aller Hoffnung
Gnade sei mit euch und Friede von Gott unserem Vater und dem Herrn Jesus Christus
Amen.
Heute, liebe Gemeinde, zünden wir die dritte Kerze am Adventskranz an. Nur noch wenige Tage sind es bis Weihnachten. Vor dem Fest gibt Es noch sehr viel zu tun, Geschenke sind zu besorgen und einzupacken, Briefe sind zu schreiben, das Weihnachtszimmer muss hergerichtet werden und vieles mehr, Stress ohne Ende.
Adventszeit, liebe Gemeinde, ist Hoffnungszeit. Seit die ersten Kerzen brennen, sind wir voller Hoffnungen und Erwartungen. Wir hoffen auf ein schönes Fest in Harmonie und Frieden.
Doch was erwarten, hoffen und wünschen wir? Haben wir überhaupt noch Wünsche in dieser hektischen Adventszeit? Können wir unserem Herrn Jesus Christus den Weg so zubereiten, dass er uns findet, in unserer Welt, in unserer Zeit und in unseren Herzen?
Was erwarten wir? Was hoffen wir? Was wünschen wir? Wovon träumen wir?
Unser heutiger Predigttext berichtet darüber genauer, wenn er über Hoffnung redet.
Römer 15, 4 – 13 Paulus schreibt:
4 Und alles, was die Schrift sagt und was doch schon vor langer Zeit niedergeschrieben wurde, sagt sie unseretwegen. Wir sind es, die daraus lernen sollen; wir sollen durch ihre Aussagen ermutigt werden, damit wir unbeirrbar durchhalten, bis sich unsere Hoffnung erfüllt.
5 Denn von Gott kommt alle Ermutigung und alle Kraft, um durchzuhalten. Er helfe euch, Jesus Christus zum Maßstab für euren Umgang miteinander zu nehmen und euch vom gemeinsamen Ziel bestimmen zu lassen.
6 Gott möchte, dass ihr ihn alle einmütig und mit voller Übereinstimmung preist, ihn, den Gott und Vater unseres Herrn Jesus Christus.
7 Darum ehrt Gott, indem ihr einander annehmt, wie Christus euch angenommen hat.
8 Ich spreche davon, dass ´Christus sowohl für das jüdische Volk als auch für die anderen Völker gekommen ist`. Er ist ein Diener derer geworden, die beschnitten sind, ´ein Diener der Juden`, um die Zusagen, die Gott ihren Stammvätern gegeben hatte, einzulösen und damit die Treue Gottes und die Wahrheit seines Wortes unter Beweis zu stellen
9 Aber auch die anderen Völker preisen Gott, weil sie ´durch Christus` sein Erbarmen erfahren haben. Das bestätigt die Schrift. Es heißt an einer Stelle: »Darum will ich mich vor den Völkern zu dir bekennen; zum Ruhm deines Namens will ich dir Loblieder singen.«
10 An einer anderen Stelle heißt es(5. Mose 32, 43)::
»Stimmt mit ein, ihr Völker, in den Jubel seines Volkes!«
11 Wieder an einer anderen Stelle heißt es (Ps 117, 1):
»Lobt den Herrn, all ihr Völker! Alle Nationen sollen ihn preisen.«
12 Und Jesaja sagt (Jes 11, 10): »´Bald` wird er da sein, der Spross, der aus der Wurzel des Isai hervorwächst;
er wird sich erheben, um die Herrschaft über die Völker auszuüben. Auf ihn werden die Völker hoffen.«
13 Darum ist es mein Wunsch, dass Gott, die Quelle aller Hoffnung, euch in eurem Glauben volle Freude und vollen Frieden schenkt, damit eure Hoffnung durch die Kraft des Heiligen Geistes immer unerschütterlicher wird.
NGÜ 2009
Ja, in unserem heutigen Predigttext weiß Paulus ganz genau, was er sagt, wenn er u. a. über Hoffnung spricht.
Zunächst weist uns der Text auf das Alte Testament hin. Was dort angekündigt wurde, liebe Gemeinde, das geschah dazu, dass wir im geduldigen Warten, Hoffnung haben, ermutigt und getröstet werden.
Und am Ende wird gesagt, dass Gott ein Gott der Hoffnung ist und uns mit Freude und Frieden im Glauben erfüllen möchte, damit wir immer reicher an Hoffnung werden und dass dies durch die Kraft des Heiligen Geistes geschehe.
Liebe Gemeinde, es geht also nicht um irgendeine, beliebige Hoffnung, die sich irgendwann oder vielleicht auch gar nicht erfüllen wird. Nein, es geht schlicht und einfach um die Hoffnung, die sich auf das alleinige Handeln Gottes beschränkt.
Unsere Wünsche allerdings und ebenso unsere Erwartungen sind nicht mehr auf das gerichtet, was Gott schafft.
Denn durch übertriebene Werbung und ständige Berieselung mit Weihnachtsmusik in den Supermärkten ist es uns gar nicht mehr möglich, dass wir uns auf das besinnen, was in naher Zukunft kommen wird.
Das Alte Testament hat es angekündigt; und die Wochen vor Weihnachten zeigen es an, dass es jetzt Zeit ist, das Verheißene Wirklichkeit werden zu lassen und die Ankunft des Heils zu erleben.
Ja, liebe Gemeinde, darauf zielt unsere Hoffnung.
Allerdings geht der Text noch einen Schritt weiter und sagt uns, warum Gottes-Heilszeit schon Wirklichkeit geworden ist. Sie ist Wirklichkeit geworden, weil Gott der Vater von Jesus Christus ist, dessen Geburt wir an Weihnachten feiern. Und er somit göttlichen Ursprungs ist.
Durch Jesus wird Gott Mensch und seine Liebe und Zuwendung zu uns wird somit Wirklichkeit. Jesus hat uns angenommen zum Lob Gottes und unserem Heil. Dieses Heil kennt keine Grenzen. Es gilt Juden, Heiden, ja allen Völkern und Menschen dieser Erde.
Dieses Heil kennt keine Grenzen. Es gilt den Heiden, denn ihnen ist die Barmherzigkeit Gottes zuteil geworden. Dieses Heil kennt keine Grenzen. Es gilt allen Völkern und Menschen der Erde, die Gott preisen sollen. So ist Gottes Heil schrankenlos.
»Lobt den Herrn, all ihr Völker! Alle Nationen sollen ihn preisen.«
Preisen und loben sollen wir Gott. Doch das Loben, Preisen und Danken fällt uns oft gar nicht so leicht. Es gibt genug Situationen, die uns das Loben, Preisen und Danken im Halse stecken lassen.
Ich denke an die vielen Arbeitslosen, die vielen Kriege und Hungersnöte auf unserer Welt, Menschen foltern Menschen und bringen sie auf die grausamste Weise um.
Da gibt es Naturkatastrophen und schreckliche Unfälle. Und oft genug kommen auch noch die ganz persönlichen Schwierigkeiten und Schicksalsschläge hinzu: der Tod eines lieben Menschen, Krankheit und auch die Sorge um die Kinder und Eltern. Nicht zu vergessen die Angst um das eigene Leben und um das Leben dieser Welt.
Wie wird es unseren Kindern einmal ergehen, wenn wir Ihnen kein so gutes Erbe hinterlassen?
Sie merken, liebe Gemeinde, wie schwer es uns da fällt Gott zu loben und zu danken.
Darum ist es mein Wunsch, dass Gott, die Quelle aller Hoffnung, euch in eurem Glauben volle Freude und vollen Frieden schenkt, damit eure Hoffnung durch die Kraft des Heiligen Geistes immer unerschütterlicher wird.
Nun, seien Sie mal ehrlich, wie viele von uns würden zu den Käufern zählen, wenn sie Hoffnung kaufen könnten? Welcher Supermarkt bietet diese gewisse Hoffnung an?
Denn gerade die Hoffnung muss es sein, damit unsere Hoffnungslosigkeit nicht noch größer wird, denn wir leiden unter ihr. Eigentlich wäre das gar nicht nötig, denn Gott ist ja ein Gott der Hoffnung. Auf ihn hofft keiner vergeblich.
Gott hat der Welt einen Erlöser versprochen und hat ihn auch gesandt. Ja, Gott hat versprochen, die Sünden der Menschheit zu tilgen und er hat sie durch Jesus Christus getilgt.
Gott hat wissen lassen, dass er kein Gott der Toten ist, sondern ein Gott der Lebendigen und er hat Jesus auferweckt.
Nicht der Tod hat das letzte Wort, sondern Gott. Damit, liebe Gemeinde, kommt Gott aus der Traurigkeit in die Freude und aus der Hektik und Anspannung in den Frieden.
Hoffnung, Freude und Frieden sind wesensverwandt. Das eine greift in das andere über. Und sie wachsen alle aus dem festen Vertrauen zu Christus, dem Grund der Hoffnung.
Und das ist auch der Grund warum wir Weihnachten feiern. Wir feiern das Fest der guten Botschaft Gottes, weil wir große Sehnsucht nach dem haben, was dieses Fest zum Ausdruck bringt.
Gott wird Mensch, Gott und Menschen haben eine gemeinsame Geschichte, wir Menschen werden zu Kindern Gottes und das gilt eben nicht nur für Jesus, sondern ein jeder und eine jede von uns ist ein Kind Gottes, von ihm sind wir getragen.
Ein Kind bringt an Weihnachten Frieden, es bringt den Frieden zwischen den Völkern, weil es nicht länger darum geht von einem auserwählten Volk zu sprechen, sondern von allen Völkern, die unter dem einen Gott in Gemeinschaft leben.
Das, liebe Gemeinde, ist die Erfüllung einer tiefen Sehnsucht von uns Menschen, dass Grenzen überwunden werden und Gemeinschaft über Grenzen hinweg möglich ist.
Ja, ein Kind bringt Heil, es bringt Versöhnung, es macht Heil, was auseinander gebrochen ist, weil wir Menschen unseren eigenen Weg gehen wollen. Wie viele Menschen zerbrechen an ihrer Schuld, an ihren Fehlern oder bringen sich in immer mehr Schuld hinein, weil sie keinen Ausweg finden und sehen können?
Christus ermöglicht eine Veränderung, weil er die Schuld beiseite schiebt und dem angstvollen Menschen einen Neuanfang schenkt. An Weihnachten bringt ein Kind Leben und Hoffnung, weil der Tod durch dieses Kind überwunden wurde.
Je mehr wir an Hoffnung, Freude und Frieden erbitten, umso mehr erhalten wir davon. Darum ist es mein Wunsch, dass Gott, die Quelle aller Hoffnung, euch in eurem Glauben volle Freude und vollen Frieden schenkt, damit eure Hoffnung durch die Kraft des Heiligen Geistes immer unerschütterlicher wird
Amen.
Und der Friede Gottes, der höher ist als unsere Vernunft, bewahre eure Herzen und Sinne in Christus Jesus
Amen.
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