Gottesdienst - Erntedank 2009
Vorspiel
Begrüßung
Guten Morgen, liebe Gemeinde! Wir Konfirmanden begrüßen Sie und Euch heute zum Erntedankfest. Unsere Kirche ist festlich geschmückt. Allen, die dazu beigetragen haben, sei an dieser Stelle schon einmal herzlich gedankt.
Wir feiern Erntedankfest unter dem Thema: „Unglaublich - und doch wahr“. Wir wollen mit Ihnen und Euch staunen und danken über die Fülle und Reichtum des Lebens.
Wir feiern Erntedankfest, weil wir in vielfachem Sinne Beschenkte sind. Martin Luther erinnert uns in seiner Erklärung zu der vierten Vaterunserbitte: „Unser täglich Brot gib uns heute“, dass zum täglichen Brot alles gehört, was unser Leben gut und lebenswert macht.
Wir feiern auch deshalb Erntedankfest, um einen Auftrag zu erfüllen. Den Auftrag nämlich, von dem Empfangenen weiterzugeben. So werden alle Gaben weitergeleitet an das Cafe bunt in Bad Kreuznach, die wohnungslosen Frauen und ihren Kindern eine tägliche kostlose Mahlzeit schenken.
Nun hören wir die Abkündigungen
<table border="1" cellpadding="0" cellspacing="0" width="462"> <tbody><tr> <td valign="top" width="241"> Windesheim </td> <td valign="top" width="221">
Guldental
</td> </tr> <tr> <td valign="top" width="241">Sonntag: :
</td> <td valign="top" width="221">
Sonntag: :
19.00:
</td> </tr> <tr> <td valign="top" width="241">Montag:
17.00-18.30: Bücherei Guld
20.00:
</td> <td valign="top" width="221">Montag:
17.00-18.30: Bücherei
20.00:
</td> </tr> <tr> <td valign="top" width="241">Dienstag:
15.00: Katechumenen
18.00: Bibelgesprächskreis
20.00: Posaunenchorprobe
</td> <td valign="top" width="221">Dienstag:
18.30: Teenkreis
20.00:
</td> </tr> <tr> <td valign="top" width="241">
Mittwoch:
15.00:
19.30 Uhr: Kirchenchorprobe
</td> <td valign="top" width="221">Mittwoch:
15.00: Frauenhilfe
16.30: Jungschar
19.30 Uhr: Kirchenchorprobe
</td> </tr> <tr> <td valign="top" width="241">Donnerstag:
16.00: Kinderchor
</td> <td valign="top" width="221">
Donnerstag:
16.00: Kinderchor in Wind
</td> </tr> <tr> <td valign="top" width="241">
Freitag:
16.30:
</td> <td valign="top" width="221">Freitag:
18.30:
</td> </tr> <tr> <td valign="top" width="241">Samstag:
</td> <td valign="top" width="221">Samstag:
</td> </tr> <tr> <td valign="top" width="241">
Sonntag
10.15: Gottesdienst
</td> <td valign="top" width="221">Sonntag
09.00: Gottesdienst
</td> </tr> </tbody></table>
Die Kollekte während des Predigtliedes ist bestimmt in Windesheim für das Gemeindehaus und in Guldental für die Kirche.
Die Ausgangskollekte ist bestimmt für das Diakonische Werk unserer Landeskirche:
Zu danken ist der Gemeinde für die Kollekte vom vergangenen Sonntag
Nun singen wir das erste Lied.
Lied: 504, 1-4 Wir pflügen und wir streuen
Pfarrer: Im Namen des Vaters und des Sohnes …
Unsere Hilfe steht im Namen des Herrn ….
Der Herr sei mit euch
Gem.: und mit deinem Geist
Gebet: Gott, zu dir kommen wir.
Meistens leben wir so dahin – ohne zu fragen.
Aber manchmal an einem Sommertag oder bei einem Spaziergang
Sind wir überwältigt von der Schönheit der Welt, in der wir leben.
Dann staunen wir: Unglaublich - und doch wahr!
Doch manchmal stehen wir auch fassungslos vor den Mächten der Natur,
vor Erdbeben und Flutkatastrophen, die Zerstörung und Not bringen!
Dann klagen wir: Warum, Gott, lässt Du das zu?
Und manchmal sind wir entsetzt von der Grausamkeit der Natur:
„Fressen und gefressen werden…“
Dann fragen wir: Woher kommt diese Welt? Hat sie einen Sinn?
Hat mein Leben einen Sinn?
Guter Gott, erbarme dich!
Gemeinde: 178.9 Kyrie eleison
Zuspruch:
Unglaublich - und doch wahr!
Vor allen Anfängen war Gott, ein Geheimnis,
unbegreiflich und unvergleichlich,
größer als alle Fantasie und alle Gedanken der Menschen.
Und dann setzte Gott einen Anfang.
Darum können wir immer noch staunen:
„Wenn ich sehe die Himmel, deiner Finger Werk,den Mond und die Sterne, die du bereitet hast:
was ist der Mensch, dass du seiner gedenkst,
und des Menschen Kind, dass du dich seiner annimmst?“
(Psalm 8,4-5)
Windesheim: Posaunenvorspiel zu Himmel Erde Luft und Meer
Guldental: Kindergartenlied
Quizfragen: Wunder der Welt 1-3
Unglaublich - und doch wahr! Sie haben auf Ihrem Liedblatt Quizfragen mit je drei möglichen Antworten. Wir wollen Ihre Antworten hören:
1. Wie viele Tiere und kleinste Lebewesen befinden sich in einer Handvoll Erde?
a) 5 b) 500.000 c) 5.000.000
Erst zählen, wie viele sich melden. Dann erst die richtige Lösung sagen
2. Die größten Säugetiere sind Wale. Können sie sich untereinander verständigen?
a) nein b) ja, über 100m c) Ja, über 100km
Erst zählen, wie viele sich melden. Dann erst die richtige Lösung sagen
3. Wie viel Sauerstoff kann ein mittelgroßer Baum pro Stunde produzieren?
a) mehr als 2 kg b) knapp 500g c) ungefähr 5kg
Erst zählen, wie viele sich melden. Dann erst die richtige Lösung sagen
Wir singen nun das nächste Lied.
Lied: 506, 1-2
Quizfragen: Wunder der Welt 4-6
Unglaublich - und doch wahr! Wir fragen Sie:
4. Das menschliche Gehirn enthält etwa 100 Milliarden Nervenzellen und 1 Million Kilometer Nervenbahnen. Hintereinander gelegt ergeben diese Bahnen eine Strecke von:
a) einem Fußballfeld b) eine Strecke 25x um die Erde c) Die Entfernung Hamburg - München
Erst zählen, wie viele sich melden. Dann erst die richtige Lösung sagen
5. Zugvögel legen auf dem Weg zu den Winterquartieren erstaunliche Wege zurück. Die Küstenschwalbe fliegt im Jahr
a) 500 km b) 5000 km c) 35000 km
Erst zählen, wie viele sich melden. Dann erst die richtige Lösung sagen
6. Die Wahrscheinlichkeit, dass die Entstehung des Universums und des Lebens durch Zufall zu Stande entstanden ist, beträgt nach Schätzungen von Naturwissenschaftlern:
a) 90% c) 25% c) 0%
Erst zählen, wie viele sich melden. Dann erst die richtige Lösung sagen
Wir singen nun das nächste Lied.
Lied: 506, 3-4
Quizfragen: Wunder der Welt 7-8
Unglaublich - und doch wahr! Wir fragen Sie:
7. Die Sonne ist die Quelle allen Lebens auf der Erde. Richtig genutzt könnte die Sonnenenergie alle Energieprobleme lösen. Die Sonneneinstrahlung entspricht der Energieleistung von:
a) 10.000 b) 50.000 c) 175.000 Kraftwerken
Erst zählen, wie viele sich melden. Dann erst die richtige Lösung sagen
8. Die Wissenschaft hat bisher 2 Millionen Tier- und Pflanzenarten auf der Erde entdeckt.
Das sind:
a) 10% b) 50% c) 90% aller Tier- und Pflanzenformen, die man auf der erde vermutet.
Erst zählen, wie viele sich melden. Dann erst die richtige Lösung sagen
Wir singen nun das nächste Lied.
Lied: 506, 5-6
Gebet
O Herr, lass uns dein Wort nicht dadurch vergeblich sein,
dass wir es kennen und nicht lieben, dass wir es hören und nicht tun,
dass wir ihm glauben und nicht gehorchen.
Öffne uns die Ohren und das Herz, dass wir dein Wort recht fassen. Amen.
Lesung in verteilten Rollen aus dem Evangelium Lukas 12, 15-21
Erzähler: Und er sprach zu ihnen: Seht zu und hütet euch vor aller Habgier;
Denn niemand lebt davon, dass er viele Güter hat.
Und er sagte ihnen ein Gleichnis und sprach:
Es war ein reicher Mensch, dessen Feld hatte gut getragen.
Und er dachte bei sich selbst und sprach:
Mann: Was soll ich tun? Ich habe nichts, wohin ich meine Früchte sammle.
Das will ich tun: ich will meine Scheunen abbrechen und größere bauen,
und will darin sammeln all mein Korn und meine Vorräte
und will sagen zu meiner Seele:
Liebe Seele, du hast einen großen Vorrat für viele Jahre;
habe nun Ruhe, iß, trink und habe guten Mut!
Erzähler: Aber Gott sprach zu ihm:
Gott: Du Narr! Diese Nacht wird man deine Seele von dir fordern;
und wem wird dann gehören, was du angehäuft hast?
Erzähler: So geht es dem, der sich Schätze sammelt und ist nicht reich bei Gott.
Lied: 324,1-8 Ich singe dir mit Herz und Mund
Predigt Reich sein bei Gott
Text: Lukas 12,15-21
Liebe Gemeinde!
Alle Zeichen stehen auf Plus: das Feld hat gut getragen! Auch unsere Felder haben gut getragen – trotz des wechselhaften Wetters in diesem Jahr. Obst, Gemüse und Wein sind reichlich vorhanden und das heißt für uns: erschwinglich zu haben. Und wir haben mehr als nur das, was zum bloßen Überleben reicht.
Auch die Stimmung in der Geschäftswelt hat sich aufgehellt. Der Dax ist im Aufwärtstrend begriffen, wenn auch langsam.
Die Beispielgeschichte, die Jesus einmal erzählte, enthält sogar ein doppeltes Plus. Es heißt da am Anfang:
„Das Feld eines reichen Mannes hatte gut getragen."
Einer, der sowieso schon viel mehr als genug hat, hat viel mehr geerntet, als erwartet. Einem, dem es sowieso schon gut geht, wird noch mehr Gutes beschert. Es ist der Segen, der zur Arbeit dazukommt und der sich manchmal in Fülle ausschüttet. Es ist das Sahnehäubchen Glück, das noch auf gutes Gelingen oben drauf kommt. Der Himmel meint es auf einmal überaus gut mit einem. Nicht nur wettermäßig, sondern lebensmäßig:
Da brauchen wir nur die Hände aufzuhalten und es prasselt soviel Gutes auf uns nieder, dass wir gar nicht wissen, wie wir das auffangen, geschweige denn festhalten können. Eine übervolle Gabe Leben im Arm.
Ein großer Geldbetrag, der auf Jahre die Existenzsorgen nimmt, ein Beruf, in dem die Freude die Arbeit überwiegt, dazu noch Gesundheit und Leistungsfähigkeit und gute Beziehungen, die tragen und wärmen.
Alles Lebensmittel!
Auch wir haben vieles heute zusammengetragen: Obst und Weintrauben, Gemüse und Lebensmittel. Als Zeichen unserer Dankbarkeit und Zufriedenheit.
Bei der Gottesdienstvorbereitung habe ich meine Konfirmandengruppe gefragt: Was für sie das Leben schön und reich und lohnenswert macht.
Hier hören Sie ein paar Antworten:
1. Eine gute Ausbildung, damit ich später viel Geld habe und sorglos leben kann.
2. Ich brauche einen PC, einen Fernseher, cooles Outfit und eine nette Clique.
3. Ein Haus will ich haben, ein schnelles Auto und ein dickes Sparbuch.
4. In Urlaub will ich fahren. Im Winter zum Skifahren in die Berge, im Sommer ans Meer und manchmal zum Tauchen in der Südsee.
5. Und wenn ich alles habe, was dann? Da werden sicherlich neue Wünsche durch die Werbung geweckt, die ich natürlich zu meinen machen werde.
6. Fit will ich bleiben. Darum mache Sport. Denn „Hauptsache gesund“, sagt meine Oma immer.
Den Jugendlichen geht es so wie uns Erwachsenen auch. Wenn wir alles haben, dann sind wir doch nicht zufrieden und denken: „ Es dürfte etwas mehr sein!“
Der Holländer Johann Wilhelm Wilms schreibt einmal:
„So reich waren wir nie wie heute - so habgierig aber waren wir auch nie wie heute.
So satt waren wir nie wie heute, so unersättlich aber waren wir auch nie wie heute.
So hoch entwickelt waren wir nie wie heute, so sehr am Ende aber waren wir nie wie heute.“
In der Beispielgeschichte, die Jesus erzählt, taucht der Gedanke auf, wie wir denn diese Fülle des Guten halten können, irgendwie portionsweise strecken können auf die Zukunft, konservieren können.
Vom Plus her, vom doppelten, vielfachen Plus her wirft sich die Frage auf. Was mach ich jetzt mit all dem Guten?
Und sofort erscheint auf dem Plan wie eine Fata Morgana der Gedanke der Sicherheit. Es könnte ja in Zukunft wieder schlechter kommen. So sagt die Erfahrung.
Ein mögliches Defizit erhebt sich drohend am Horizont wie eine dunkle Wolke. In einer neuen Sammlung der Witze der Deutschen gibt es einen, der geht so:
„Sagt ein Aktionär zum anderen: „Wie geht es dir heute?" Sagt der andere: „Besser als morgen."
Ja, hätten sie das gewusst, die vielen Kleinanleger, die gar nicht so Reichen, die ihre hart erarbeiteten Ersparnisse angelegt hatten für die spätere Zeit des Ruhestandes und davon träumten, dass sie wachsen und wachsen und Sicherheit geben. So entfernt sind die Gedanken der nicht so Reichen gar nicht von denen der ganz Reichen.
Aber hier geht es heute um einen Selbstdialog der Seele, der jedem von uns irgendwie bekannt vorkommt. – Ob wir vom Reichtum und Fülle des Guten nur träumen oder das in Händen halten.
Und hier ist er der Dialog mit der eigenen Seele:
„Das will ich tun: Ich will meine viel zu kleine Scheune abreißen. – Das griechische Wort für Scheune heißt übrigens „Apotheke"; eine Apotheke ist ein Lagerraum, in dem für den Notfall bereitliegt, was uns hilft und heilt. –
Ich will diese viel zu klein gewordene „Apotheke" abreißen und ein größeres Gebäude errichten, ein größeres Depot, und darin will ich all mein Korn und all meine Güter sammeln und aufbewahren. All das Gute.
Das Gute erhalten, die Versorgung für morgen und übermorgen sichern, den Freundeskreis und die Gesundheit pflegen, das Geld anlegen, Vorsorge treffen!
Wer das nicht tut, der ist ein Narr, so würde ich sagen. Und es gibt auch ein biblisches Vorbild dafür: Joseph mit seiner Vorratswirtschaft in Ägypten. Mit ihm schrieb Gott seine Segensgeschichte weiter.
Es wird Zeit, dass dem Reichen in dieser Geschichte (und nicht nur in dieser Geschichte) Ehre widerfährt und nicht gleich auf ihm eingeprügelt wird.
Es ist sein Korn und sind seine Vorräte. – Was ist daran schlecht, dass er sie hortet, und wer sagt denn, dass er damit nicht auch noch viel Gutes tun wird?
Was ist daran schlecht, wenn Jugendliche, wenn Erwachsene Wünsche und Pläne fürs Leben haben?
Der Fehler muss woanders liegen. So wird nun höchst verdächtig, was er zu seiner Seele sagt:
„Liebe Seele, du hast einen großen Vorrat für viele Jahre; habe nun Ruhe, iss und trink und habe guten Mut!"
Aber auch hier möchte ich zunächst eine Ehrenrettung vornehmen: „Liebe Seele".
Wer spricht so liebevoll zu sich selbst?
Wer hört seiner Seele zu, was sie braucht, was sie vermisst, wo ihr Verlangen ist und ihre Leidenschaft, wo ihr Feuer brennt, wohin ihre Lebensenergie hin will?
Die Seele ist im biblischen Sprachgebrauch das innerste Verlangen nach Leben und Lebenserfüllung.
Jesus warnt vor Habgier, aber er weiß auch um unsere Seele und was sie braucht. Er kennt unser Verlangen nach Leben und Erfüllung und Ruhe! Dem Ort jenseits des Existenzkampfes und der täglichen Plage.
Nicht dieser Wunsch ist schlecht!
Der Fehler, der Denkfehler, die Falle, in die die Seele tappt, ist die scheinbare Sicherheit, in der sie sich mit dem Haben und noch mehr Haben wiegt und meint, sie habe damit das Leben der kommenden Jahre in der Hand und die Ruhe, nach der die Seele sucht.
„Du Narr! Diese Nacht wird man deine Seele von dir fordern; und wem wird dann gehören, was du angehäuft hast?"
Ein schrecklicher Satz! Schockierend fremd. So hart muss es einem klingen, der aus den Träumen der Selbstillusion gerissen wird. Aber es soll nicht beim Erschrecken bleiben, bei uns Hörenden. Der Schock soll uns aufwecken. Der Ast der Selbstsicherheit wird vor unseren Augen abgesägt, aber genau da sollen uns Flügel wachsen.
So wie manche jungen Vögel einfach aus dem Nest geschubst werden und erst dann entdecken, dass sie fliegen können, getragen werden, Nahrung finden.
„Seht die Vögel unter dem Himmel an; sie säen nicht, sie ernten nicht, sie sammeln nicht in die Scheunen; und euer himmlischer Vater ernährt sie doch. Seid ihr denn nicht viel mehr als sie?"
(Matthäus 6,26)
Das spricht Jesus zu den Sorgenden in der Bergpredigt.
Entdecken, wieder entdecken sollen wir den weiten Horizont der Treue Gottes, seiner Sorge für uns, die sich jenseits unserer Selbstversorgung auftut.
Nicht nur in den schlechteren Zeiten, auch in den guten Zeiten. Aber das entdecken wir nur im freien Flug des Vertrauens auf diesen Gott. Einer, der weiß, was wir nötig haben, wonach wir uns sehnen und der es für uns immer wieder in wunderbarer Weise bereithält.
In einer Kantate von Joh. Seb. Bach heißt es:
„Halt ich nur fest an ihm mit kindlichem Vertrauen und nehm mit Dankbarkeit, was er mir zugedacht,
so werd ich mich nie ohne Hilfe schauen, und wie er auch vor mich die Rechnung hab gemacht.
Das Grämen nützet nicht, die Mühe ist verloren, die das verzagte Herz um seine Notdurft nimmt;
der ewig reiche Gott hat sich die Sorge auserkoren, so weiß ich, das er mir auch meinen Teil bestimmt.“
„Reich sein in Bezug auf Gott."
Hören wir nochmals auf das, was Konfirmanden zusammengetragen haben:
1. Nicht wie viel Geld ich auf der Bank horte, wie viel coole Kleider ich habe, zählt, sondern wirklich zählt, ob ich auf Gott vertraue.
2. Nicht wirklich zählt, ob ich mir alles mit Geld kaufen kann, sondern ob ich ein offenes Herz für andere habe.
3. Reich sein in Bezug auf Gott heißt für mich, im Gebet, d.h. im Gespräch mit Gott bleiben.
4. Ein alter Kanon sagt: „Der hat sein Leben am besten verbracht, der den Menschen hat Freude gemacht.“
Also Zeit haben für andere, das Leben mit anderen teilen.
5. Reich sein in Bezug auf Gott. Weitergeben, nicht festhalten, was wir im Überfluss haben.
6. Der Apostel Paulus hat gelernt sich genügen zu lassen, wie es ihm auch geht.
"Ich kann niedrig sein und kann hoch sein, mir ist alles und jedes vertraut: beides satt sein und hungern; beides Überfluss haben und Mangel leiden. Ich vermag alles durch den, der mich mächtig macht"
(Philipper 4, 11-13)
In Beziehung auf diesen ewig reichen Gott, der seine Sorge um uns, die wir ihm unendlich wert sind, zu seiner persönlichen Sache gemacht hat, zu seiner Herzenssache, das ist der weite Horizont, in den wir entlassen werden.
Der lässt die Fata Morgana, die aus dem ungestillten Lebensdurst erstand, verschwinden. Und jetzt erst sehen wir richtig. Sehen, wie viel Grund wir haben zu danken. Wie reich beschenkt wir sind. Unendlich reich.
Dietrich Bonhoeffer schreibt einmal:
„Man soll Gott in dem finden und lieben, was er uns gerade gibt; wenn es Gott gefällt, uns überwältigendes irdisches Glück genießen zu lassen, dann soll man nicht frömmer sein als Gott und dieses Glück durch übermütige Gedanken und Herausforderungen wurmstichig werden lassen. Gott wird es dem, der ihn in seinem irdischen Glück findet und ihm dankt, schon nicht an Stunden fehlen lassen, in denen er daran erinnert wird, dass das Irdische nur etwas Vorläufiges ist und dass es gut ist, sein Herz an die Ewigkeit zu gewöhnen.“
Amen.
Lied: Windesheim: 324, 12-14
Guldental: Kindergarten
Glaubensbekenntnis
Ich glaube, dass die Welt nicht durch Zufall entstanden ist.
Sondern Gott, der größer ist als alle Gedanken der Menschen,
hat sie gewollt und erhält sie am Leben.
Die Sterne und Planeten, die Wale und Orchideen, die Käfer und Korallen.
Eine Welt, über die ich nur staunen kann: so schön, so geheimnisvoll. So unvorstellbar.
Auch mich hat Gott gewollt, meine Persönlichkeit und meinen Verstand,
meine Begabungen und meine Gefühle.
Er gibt mir alles, was ich zum Leben brauche, und sorgt dafür, dass ich jeden Tag leben kann, so lange er es will.
Darum will ich mich einsetzen für alles Leben auf dieser Erde und es achten und bewahren, so gut ich es kann und weiß. Amen.
Lied: 599; 1-4 Singt dem Herrn ein neues Lied
Abendmahl
<table border="1" cellpadding="0" cellspacing="0"> <tbody><tr> <td valign="top" width="345">
Windesheim
Brot und Wein sind Gaben,
die du nicht selbst machen kannst
Auch wenn du selbst das Feld bestellst
Oder in deinem Keller den Wein kelterst,
kannst du doch keine Ähre
und keine Trauben reifen lassen.
Du lebst von dem, was dir gegeben wird,
nicht von dem, was du machst.
Aber was die gegeben wird,
setzt dich instand,
Dinge herzustellen und aufzubauen,
zu erfinden und zu planen,
also etwas zu machen.
Du solltest dieses beides nicht verwechseln:
die Gaben, die du bekommst,
und dein eigenes Werk.
Brot und Wein sind Gaben.
Sie zeigen eine Liebe an,
die du nicht machen kannst.
Diese vergebende Liebe ist immer gegeben, solange das Korn wächst
und die Trauben reifen.
</td> <td valign="top" width="345">
Guldental
Das Fest
Die Ruhe ist das entscheidende!
Nicht dass alle leise sind,
keine Flüsterstimmung,
kein beklemmendes Schweigen,
weil das Abendmahl
eine heilige Handlung sein soll.
Wir feiern ein Fest!
Und dazu gehört Ruhe,
Gelassenheit und keine Hektik,
Entspannung und keine Verkrampfung,
Lust, Freude über das,
was auf dem Tisch ist
und mit denen, die dabei sind.
„Das ist für mich das größte“,
hat mir ein Bäckerlehrling gesagt,
„dass Jesus mit seinen Freunden
das Abendmahl gefeiert hat,
obwohl er wusste, was ihm bevorstand!“
Die Ruhe ist das entscheidende!
</td> </tr> </tbody></table>
Pfarrer: Der Herr sei mit euch
Gemeinde: und mit deinem Geist
Pfarrer: Erhebet eure Herzen
Gemeinde: Wir erheben sie zum Herren
Pfarrer: Lassset uns danksagen Gott, unserem Herrn
Gemeinde: Das ist würdig und gerecht
Gebet
Wir freuen uns, guter Gott,
über den großen Reichtum unseres Lebens: über die Nahrung, die uns stärkt,
über die Luft, die wir atmen, über Wärme und Licht, über Gemeinschaft und Liebe.
Du teilst uns Gutes aus, du teilst dich uns mit. Unglaublich - und doch wahr!
Wir staunen darüber, danken und singen wie viele Menschen vor uns:
Heilig, heilig, heilig.
Gemeinde: Heilig, heilig, ist der Gott Zebaoth; voll sind Himmel und Erde seiner Herrlichkeit.
Hosianna in der Höhe. Gelobt sei, der da kommt im Namen des Herren.
Hosianna in der Höhe.
Pfarrer: Einsetzungsworte
Unser Herr Jesus Christus, in der Nacht, da er verraten ward,
nahm er das Brot, dankte und brach’s und gab’s seinen Jüngern und sprach:
Nehmet hin und esset: Das ist mein Leib, der für euch gegeben wird,
solches tut zu meinem Gedächtnis.
Desgleichen nahm er auch den Kelch nach dem Abendmahl,
dankte und gab ihnen den und sprach:
Nehmet hin und trinket alle daraus:
Dieser Kelch ist das Neue Testament in meinem Blut,
das für euch vergossen wird zur Vergebung der Sünden;
solches tut, so oft ihr’s trinket, zu meinem Gedächtnis.
Pfarrer und Gemeinde:
Deinen Tod, o Herr, verkündigen wir und deine Auferstehung preisen wir,
bis dass du kommst in Herrlichkeit. Amen.
Pfarrer: Lasst uns gemeinsam beten wie Jesus es uns gelehrt hat:
Vaterunser
Lied: Christe, du Lamm Gottes EG 190.2
Pfarrer: Kommt, es ist alles bereit, sehet und schmecket, wie freundlich der Herr ist.
Austeilung: 1. Einzelkelch 2. Gemeinschaftskelch
Kanon: 336 Danket dem Herrn
Schlussgebet
1Spr Herr des Lebens, wir danken dir für das tägliche Brot, das wir in Fülle haben. Wir wollen diejenigen nicht vergessen, die zu wenig haben.
2Spr Wir danken dir für den Frieden, in dem wir leben dürfen.
Wir wollen dafür beten und arbeiten, dass es so bleibt
und auch in anderen Regionen die Waffen schweigen.
1Spr Wir danken dir für die Menschen, die uns wohl gesonnen sind
und uns so viel Gutes tun.
Wir wollen auf diejenigen zugehen, mit denen wir uns nicht verstehen.
2Spr Wir danken dir für deine Schöpfung,
den Wind, den Regen, die Sonne, die Flora und Fauna.
Wir wollen uns dafür einsetzen,
dass auch die kommenden Generationen
in einer gesunden Umwelt leben können.
1Spr Wir danken dir für die Gemeinschaft,
die wir in unserer Gemeinde erfahren.
Wir wollen dafür sorgen,
dass wir offen bleiben für neue Gesichter und neue Ideen
und einladend auf andere zugehen.
2Spr Wir danken dir für die Liebe, die du bist und uns erweist.
Wir wollen sie nicht für uns behalten, sondern mit anderen teilen.
Um das alles bitten wir dich, guter Gott im Namen Jesu Christi. Amen.
Segen
1. Sprecher/in: 2. Sprecher/in:
Herr, wir leben hier - segne uns.
Du schickst uns in die Welt - behüte uns.
Du gibst uns Aufgaben - lass dein Angesicht über uns leuchten.
Wir versagen oft - sei uns gnädig.
Wir fühlen uns oft allein - erheb dein Angesicht auf uns.
Gib uns und der Welt Frieden. Amen.
Lied: 502,1+4+5 Nun preiset alle
Orgelnachspiel
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