Treffpunktgottesdienst - Lebe das Leben
1. Orgelvorspiel
2. Begrüßung
Das Treffpunktteam begrüßt Sie und Euch heute morgen recht herzlich. Der Sonntag heißt Lätare: Freue dich. In früherer Zeit wurde dieser Sonntag als kleines Osterfest bezeichnet. Daher haben wir das Thema gewählt: Lebe das Leben. Denn wir haben allen Grund uns des Lebens zu freuen.
Helmut Thielicke schreibt einmal:
„Gott liebt uns nicht, weil wir so wertvoll wären, sondern es ist umgekehrt: Wir sind so wertvoll, weil Gott uns liebt.“
Aus dieser Freude heraus feiern wir Gottesdienst im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes.
Abkündigungen
3. Lied: Komm in unsre stolze Welt EG 428,1+3+5
4. Psalmgebet im Wechsel EG 735.2
Wohl den Menschen, die dich für ihre Stärke halten
und von Herzen dir nachwandeln!
Wenn sie durchs dürre Tal ziehen, wird es ihnen zum Quellgrund,
und Frühregen hüllt es in Segen.
Sie gehen von einer Kraft zur andern
und schauen den wahren Gott in Zion.
Herr, Gott Zebaoth, höre mein Gebet;
vernimm es, Gott Jakobs!
Gott, unser Schild, schaue doch;
sieh doch an das Antlitz deines Gesalbten!
Denn ein Tag in deinen Vorhöfen
ist besser als sonst tausend.
Ich will lieber die Tür hüten in meines Gottes Hause
als wohnen in der Gottlosen Hütten.
Denn Gott der Herr ist Sonne und Schild;
der Herr gibt Gnade und Ehre.
Er wird kein Gutes mangeln lassen den Frommen.
Herr Zebaoth, wohl dem Menschen,
der sich auf dich verlässt!
Lied: Erleuchte und bewege uns EG 608
5. Alltagsgeschichten:
a) Lebe das Leben Columbin von Peter Bichsel
Am Hofe gab es starke Leute und gescheite Leute, der König war ein König, die Mädchen waren schön und die Männer mutig, der Pfarrer fromm und die Küchenmagd fleißig – nur Columbin, Columbin war nichts. Wenn jemand sagte: „Komm, Columbin, kämpf mit mir“, sagte Columbin: „Ich bin schwächer als du.“ Wenn jemand sagte: „Wie viel gibt zwei mal sieben?“, sagte Columbin: „Ich bin dümmer als du.“ Wenn jemand sagte: “Getraust du dich, über den Bach zu springen?“, sagte Columbin: „Nein, ich getraue mich nicht.“ Und wenn der König fragte: „Columbin, was willst du werden?“, antwortete Columbin: „Ich will nichts werden, ich bin schon etwas, ich bin Columbin.“
Lied: Erleuchte und bewege uns EG 608
b) Lebe das Leben aus Brigitte WOMAN 02 /2010
…Edda Stowasser löste vor zwei Jahren „nur“ ihr Reihenhaus in Hamburg auf. Die 69-jährige, deren Vater zur See gefahren war, hatte ihr Leben lang von Reisen geträumt. Weil sie von ihrer Rente nicht gleichzeitig reisen und ein Haus unterhalten konnte, entschied sie sich nach dem Auszug der Kinder das Haus gegen eine kleine Eigentumswohnung in einem generationsübergreifenden Wohnprojekt in Ahrensburg zu tauschen. Ein halbes Jahr lang dauert das Aussortieren. Dann zog sie von 200 auf 60 Quadratmeter. „Es war wie eine Befreiung“, sagt sie.
Umso mulmiger wird es Edda Stowasser, zu sehen, dass ihr Besitz schon wieder wächst. Der Grund: Während sie es als Gewinn empfindet, weniger als früher zu haben, erkennen ihre Bekannten und Kinder darin einen Mangel, der ausgeglichen werden muss. „Meine Schubladen quellen schon wieder über“, sagt Edda Stowasser. Jüngst hat sie deshalb ein Mitbringsel-Verbot verhängt. Erlaubt ist nur noch „Flüchtiges“: Blumen oder Essbares. „Ich möchte mit einem Lächeln sterben, und dafür muss ich an etwas denken, das mir in meinem Leben gelungen ist“, sagt sie. „Die perfekte Gläsersammlung ist das nicht.“
Edda Stowasser hat gelernt, echten von falschem Wohlstand zu unterscheiden. Dabei half ihr eine einfache Frage: Ändert sich etwas an meinem Gefühl, wenn ich diesen Gegenstand besitze – ja oder nein? Trotzdem muss auch sie manchmal kämpfen. Nach wie vor lösen Schnäppchen bei Edda Stowasser immer mal wieder einen Kaufreflex aus. „Und wenn ich in Hamburg vor den schönen Schaufenstern stehe, dann werde ich ganz unzufrieden“, sagt sie. Tiefer geht allerdings ein ganz anderer Zwiespalt: Obwohl sie weiß, dass jemand, der viel besitzt, nicht mehr wert ist als jemand, der wenig hat, wünscht sie sich manchmal ihr Reihenhaus zurück: „Das Haus hat allen gezeigt, dass ich etwas in meinem Leben geleistet habe“, sagt sie. „Heute sieht man mir das nicht mehr an.“…
Lied: Erleuchte und bewege uns EG 608
c) Lebe das Leben Emily Perl Kingsley hat ein Kind mit Downsyndrom. Sie berichtet:
Ich werde oft gefragt, wie es ist ein behindertes Kind großzuziehen. Es ist wie folgt:
Wenn man ein Baby erwartet, ist das, wie wenn man eine wundervolle Reise nach Italien plant. Man deckt sich mit Reiseprospekten und Büchern über Italien ein un plant die wunderbare Reise. Man freut sich aufs Kolosseum, Michelangelos David, eine Gondelfahrt in Venedig, und man lernt vielleicht noch ein paar nützliche Brocken Italienisch. Es ist alles so aufregend. Nach Monaten ungeduldiger Erwartung kommt endlich der lang ersehnte Tag. Man packt die Koffer, und los geht’s. Einige Stunden später landet das Flugzeug. Der Steward kommt und sagt: "Willkommen in Holland." "Holland?!? Was meinen sie mit Holland?!? Ich habe eine Reise nach Italien gebucht! Mein ganzes Leben lang habe ich davon geträumt, nach Italien zu fahren!"
Aber der Flugplan wurde geändert. Du bist in Holland gelandet, und da musst du jetzt bleiben. Wichtig ist, die haben uns nicht in ein schreckliches, dreckiges, von Hunger, Seuchen und Krankheiten geplagtes Land gebracht. Es ist nur anders als Italien.
So, was du jetzt brauchst, sind neue Bücher und Reiseprospekte, und du musst eine neue Sprache lernen, und du triffst andere Menschen, welche du in Italien nie getroffen hättest. Es ist nur ein anderer Ort, langsamer als Italien, nicht so auffallend wie Italien. Aber nach einer gewissen Zeit an diesem Ort und wenn du dich vom Schrecken erholt hast, schaust du dich um und siehst, dass Holland Windmühlen hat... Holland hat auch Tulpen. Holland hat sogar Rembrandts.
Aber alle, die du kennst, sind sehr damit beschäftigt, von Italien zu kommen oder nach Italien zu gehen. Und für den Rest deines Lebens sagst du dir: "Ja, Italien, dorthin hätte ich auch reisen sollen, dorthin habe ich meine Reise geplant."
Und der Schmerz darüber wird nie und nimmer vergehen, denn der Verlust dieses Traumes ist schwerwiegend.
Aber... wenn du dein Leben damit verbringst, dem verlorenen Traum der Reise nach Italien nachzutrauern, wirst du nie frei sein, die speziellen und wundervollen Dinge Hollands genießen zu können."
Lied: Erleuchte und bewege uns EG 608
d) Lebe das Leben „Einmal“ von Veronika Hammel, selbst geschrieben in der Zeitschrift Ohrenkuss, herausgegeben von Menschen mit Downsyndrom
Meine Brüder haben Mir gemocht. Sei haben Mich immer Mitgenommen wenn Meine Mutter Nicht da heim war Bin ich oft wegelaufen. Manschmal hat Mich die Polizei heim gefahren da waren Meine Bürder Neidisch.
Einmal Bin ich zum Griechen gegangen und habe Ein Cola geschenkt gerkiegt. Ein Frau hat Mir Einmal Ein Kleines Pferd geschenkt.
Einmal hab ich unser Auto gegen den Hauswand von den Nachbarn gefaren.
Einmal bin ich auf den Bahngleisen gesessen den hat Mich der Vater den hindern versohlt. Als ich zwei Jahre alt Bin ich im Flugzeugin Griechenland gewesen.
6. Lied: Erleuchte und bewege uns EG 608
7. Aktion: Was macht mein Leben lebenswert?
8. währenddessen Orgelspiel
9. Rundlauf
10. Lied: Loben wollen wir und ehren EG 555,1+4+6-8
11. Lesung: Matthäus 5,3-12 nach Luther
a) wird von einem/r vorgelesen
3 Selig sind, die da geistlich arm sind; denn ihrer ist das Himmelreich.
4 Selig sind, die da Leid tragen; denn sie sollen getröstet werden.
5 Selig sind die Sanftmütigen; denn sie werden das Erdreich besitzen.
6 Selig sind, die da hungert und dürstet nach der Gerechtigkeit; denn sie sollen satt werden.
7 Selig sind die Barmherzigen; denn sie werden Barmherzigkeit erlangen.
8 Selig sind, die reinen Herzens sind; denn sie werden Gott schauen.
9 Selig sind die Friedfertigen; denn sie werden Gottes Kinder heißen.
10 Selig sind, die um der Gerechtigkeit willen verfolgt werden; denn ihrer ist das Himmelreich.
11 Selig seid ihr, wenn euch die Menschen um meinetwillen schmähen und verfolgen und reden allerlei Übles gegen euch, wenn sie damit lügen.
12 Seid fröhlich und getrost; es wird euch im Himmel reichlich belohnt werden. Denn ebenso haben sie verfolgt die Propheten, die vor euch gewesen sind.
b) Gemeinde wird gebeten in der Stille zu überlegen, welches Wort, welcher Halbsatz oder Satz besonders wichtig ist, weil er ans Herz gewachsen ist, weil er mir etwas bedeutet.
c) Gemeinde wird gebeten laut an der Stelle mitzulesen, an der ihr ein Wort, ein Halbsatz oder ganzer Satz besonders wichtig ist, weil er ans Herz gewachsen ist, weil er etwas bedeutet.
12. Lied: Selig seid ihr EG 666
13. Verkündigungsteil: Bibel teilen
a) mit Mikro durch die Reihen gehen: Was gefällt mir an diesem Text?
Was möchte ich erklärt haben?
Wir Teamer/innen sollten uns selbst die Fragen stellen und ein Beispiel vorgeben,
um die Gemeinde dann zum Austausch anzuregen.
b) Abschluss: wir lesen alle gemeinsam nochmals laut den Text
14. Lied: Wir haben Gottes Spuren festgestellt EG 648
15. Glaubensbekenntnis EG 816
16. Lied: Brich mit den hungrigen dein Brot EG 418
17. Fürbittengebet entwickelt aus den Statements
- Jeweils eingeleitet mit der Formel: Guter Gott wir bitten dich:
- Jeweils beendet mit dem gemeinsamen Ruf: Lass unser Leben gelingen
18. Vaterunser
19. Segen
Lebensmut
Ich will euch den Segen geben, für eure Tag- und Nachtzeiten,
für eure Lebenszeiten von Anfang bis Ende auf all euren Wegen:
Die verdorrten Seelen sollen wieder leben,
und die vertrockneten Herzen sollen wieder schlagen.
Die müden Füsse werden Wege des Friedens gehen,
und die kraftlosen Hände werden Gutes tun und die Güte Gottes austeilen.
Der Segen Abrahams und Sarahs wird sich vermehren
und die Geknickten wieder aufrichten, die Geschundenen werden wieder heil,
die Geknechteten sind frei.
Und ihr, die ihr das hört und erfahrt, werdet zu Segensträgern.
Ihr werdet die Gerechtigkeit aufblühen lassen
zum Schutz des Friedens und Gottes Schöpfung –
denn ihr selber steht unter Gottes Schutz.
Er lege seine Hände um euch und ihr seid behütet – ein Leben lang. Amen.
20. Lied: Herr, wir bitten, komm und segne uns EG 607
21. Einladung zum Essen
22. Orgelnachspiel
23. Brauspulverkarten am Ausgang
Materialien für die Gottesdienstbesucher/innen
Matthäus 5,3-12 nach Luther
3 Selig sind, die da geistlich arm sind; denn ihrer ist das Himmelreich.
4 Selig sind, die da Leid tragen; denn sie sollen getröstet werden.
5 Selig sind die Sanftmütigen; denn sie werden das Erdreich besitzen.
6 Selig sind, die da hungert und dürstet nach der Gerechtigkeit; denn sie sollen satt werden.
7 Selig sind die Barmherzigen; denn sie werden Barmherzigkeit erlangen.
8 Selig sind, die reinen Herzens sind; denn sie werden Gott schauen.
9 Selig sind die Friedfertigen; denn sie werden Gottes Kinder heißen.
10 Selig sind, die um der Gerechtigkeit willen verfolgt werden; denn ihrer ist das Himmelreich.
11 Selig seid ihr, wenn euch die Menschen um meinetwillen schmähen
und verfolgen und reden allerlei Übles gegen euch, wenn sie damit lügen.
12 Seid fröhlich und getrost; es wird euch im Himmel reichlich belohnt werden. Denn ebenso haben sie verfolgt die Propheten, die vor euch gewesen sind.
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