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Gottesdienst - Was sind Sie bereit für 1 Euro pro Stunde zu tun?

Vorspiel

Begrüßung

Der Buß- und Bettag ist kein gesetzlicher Feiertag mehr. Nach wie vor ist er aber
ein kirchlicher Feiertag und zwar mit einer besonderen gesellschaftspolitischen Bedeutung. In der Geschichte wurden Bußtage in schweren Krisenzeiten von der Obrigkeit angeordnet. Dabei ging es um die Reflexion gesellschaftlicher Fehlentwicklungen. Sie sollten Anstöße zu einer ganzheitlichen Umkehr geben und Schritte in eine friedliche, gerechte Zukunft einleiten. 

Die Abschaffung des Buß- und Bettags als gesetzlichen Feiertag haben viele
Menschen in der evangelischen Kirche als ein Akt gesellschaftlicher Verantwortung betrachtet, dass die damit angestrebte Senkung der Lohnnebenkosten zur Sicherung und Schaffung von Arbeitsplätzen beitragen würde. Dieses „Opfer“ ist weitgehend wirkungslos geblieben. Arbeitsplätze wurden und werden weiter abgebaut. Nur noch 39 % der Menschen in Deutschland leben von Ihrer Arbeit, Die Zahl derer, die von Arbeitsgeld II leben, hat in erschreckendem Maße zugenommen. Parallel dazu arbeiten immer mehr Menschen in prekären Beschäftigungsverhältnissen. Sie sind arm trotz Arbeit und bedürfen ergänzender staatlicher Unterstützung.

Wer hätte gedacht, dass es in einem hoch entwickelten Industrieland jemals Löhne zwischen 3 und 6 Euro geben könnte? Offensichtlich gilt der Grundsatz nicht mehr, dass man von seiner Hände Arbeit leben können muss.
3. Die Würde des Menschen wird nachrangig. Gefragt ist nur, was sich rechnet. Arbeitskraft und Fähigkeiten werden gemessen an der Marktfähigkeit. Ob jemand davon leben kann, spielt keine Rolle. Eine im wahrsten Sinne des Wortes „verkehrte Welt“! Der Riss durch die Gesellschaft ist tiefer und breiter geworden. Er ist zu einem Graben geworden. Anlass genug zum innehalten, um zur Besinnung zu kommen, wo Umkehr notwendig ist und das wir als Kirche uns fragen, was können wir tun, damit wir gemeinsam den Weg in eine Zukunft in Solidarität und Gerechtigkeit finden und gestalten. Jeder Buß- und Bettag ist überschrieben mit einem Vers aus dem Buch der Sprüche:

„Gerechtigkeit erhöht ein Volk; aber die Sünde ist der Leute Verderben.“

Lied: EG 666,1-4: Selig seid ihr

Liturgischer Gruß

Im Namen des Vaters sind wir versammelt, der uns durch sein Wort zur Umkehr ruft.
Im Namen des Sohnes, der uns zeigt, dass Umkehr zum echten Leben führt.
Im Namen des heiligen Geistes, der uns befähigt, selbst den ersten Schritt zur Umkehr zu wagen.
Der Herr sei mit euch allen
Gemeinde. Und mit deinem Geist

Psalm 90 im Wechsel mit der Gemeinde:

Herr, kehre dich doch endlich wieder zu uns
und sei deinen Knechten gnädig!
Fülle uns frühe mit deiner Gnade,
so wollen wir rühmen und fröhlich sein unser Leben lang.
Erfreue uns nun wieder, nachdem du uns so lange plagest,
nachdem wir so lange Unglück leiden.
Zeige deinen Knechten deine Werke
und deine Herrlichkeit ihren Kindern.
Und der Herr, unser Gott, sei uns freundlich
und fördere das Werk unsrer Hände bei uns.
Ja, das Werk unsrer Hände wollest du fördern!
Kommt, lasst uns ihn anbeten!
Gemeinde. Ehr sei dem Vater und dem Sohn…

Gebet

Herr es ist schwer zu leben, ohne anerkannt zu werden,
ohne Dank und Anerkennung zu spüren. Es ist oft niederdrückend,
Tag für Tag eine Arbeit zu verrichten, auf die andere herabschauen,
die nichts austrägt und die schlecht bezahlt wird.
Herr, erbarme dich.
Gemeinde: Kyrie eleison

Und doch gibt es viele Menschen, die so existieren müssen, die auf der Schattenseite des Lebens stehen, die durch Krankheit oder Schicksal und manchmal durch Versagen und Schuld festgefahren sind, die nicht zum Zuge kommen, weil sie keine Beachtung finden, weil sie sich nicht entfalten können.
Herr, erbarme dich.
Gemeinde: Kyrie eleison

Herr, du willst nicht, dass dieser Teufelskreis über uns herrsche, Du weißt, dass jeder von uns ein Stück Anerkennung braucht, um leben zu können und Du gibst es uns. Aber wir sind meist blind dafür, wie sehr du uns liebst. Wir begreifen oft nicht, dass du uns anerkennst, wie kein Mensch es sonst tut.
Herr, erbarme dich.
Gemeinde: Kyrie eleison

Gemeinde: Ausfüllen der Stellensuche Orgelzwischenspiel

Auswertung der Aktionskarten

Chor

Erzähler : Von Arbeit muss man leben können  
Existenzsichernder Tageslohn ist der Maßstab, an dem sich der Arbeitgeber orientiert, von dem Jesus im Matthäusevangelium 20,1-16 erzählt.
Denn das Himmelreich gleicht einem Hausherrn, der früh am Morgen ausging, um Arbeiter für seinen Weinberg einzustellen. Und als er mit den Arbeitern einig wurde über einen Silbergroschen als Tagelohn, sandte er sie in seinen Weinberg. Und er ging aus um die dritte Stunde und sah andere müßig auf dem Markt stehen und sprach zu ihnen:

Arbeitgeber: Geht ihr auch hin in den Weinberg; ich will euch geben, was recht ist.

Erzähler : Und sie gingen hin. Abermals ging er aus um die sechste und um die neunte Stunde und tat dasselbe. Um die elfte Stunde aber ging er aus und fand andere und sprach zu ihnen:

Arbeitgeber : Was steht ihr den ganzen Tag müßig da?

Erzähler: Sie sprachen zu ihm:

Stimme: Es hat uns niemand eingestellt.

Erzähler RS: Er sprach zu ihnen:

Arbeitgeber: Geht ihr auch hin in den Weinberg.

Erzähler: Als es nun Abend wurde, sprach der Herr des Weinbergs zu seinem Verwalter:

Arbeitgeber: Ruf die Arbeiter und gib ihnen den Lohn und fang an bei den letzten bis zu den ersten.

Erzähler: Da kamen, die um die elfte Stunde eingestellt waren, und jeder empfing seinen Silbergroschen. Als aber die ersten kamen, meinten sie, sie würden mehr empfangen; und auch sie empfingen ein jeder seinen Silbergroschen. Und als sie den empfingen, murrten sie gegen den Hausherrn und sprachen:

Stimme: Diese letzten haben nur eine Stunde gearbeitet, doch du hast sie uns gleichgestellt, die wir des Tages Last und Hitze getragen haben.

Erzähler: Er antwortete aber und sagte zu einem von ihnen:

Arbeitgeber: Mein Freund, ich tu dir nicht Unrecht. Bist du nicht mit mir einig geworden über einen Silbergroschen? Nimm, was dein ist, und geh! Ich will aber diesem letzten dasselbe geben wie dir. Oder habe ich nicht Macht zu tun, was ich will, mit dem, was mein ist? Siehst du scheel drein, weil ich so gütig bin?

Lied: Wir träumen einen Traum aus Mein Liederbuch B 27

Predigt über  Offenbarung 3,14-22

Liebe Gemeinde wir begrüßen Sie in der Kirchengemeinde Laodizea. Laodizea ist eine Stadt in Kleinasien, heute würden Sie sagen in der Türkei. Die Stadt wurde von Antiochus II. im 3. Jhdt. v.Chr. gegründet. Sie ist eine Stadt der Bankiers, die durch das ganze Reich Handel treiben. Eine göttliche Stadt, so sagt man in unserer Zeit.

Bekannt ist sie wegen ihrer Textilfabriken, wo prächtige Wollstoffe und kostbar bestickte, farbenfrohe Gewänder hergestellt werden. Es gibt auch eine medizinische Schule, in der berühmte Augenärzte praktizieren und lehren. Hier wird der weltbekannte Phrygischer Puder hergestellt, der als Salbe in die Augen gestrichen, so glauben viele, Blindheit heilt. Wir sind stolz in dieser Stadt zu leben. Wir sind ein anerkannter Teil dieser Gesellschaft. Heute hat die Gemeindevorsteherin zu einer Versammlung eingeladen. Unser Gemeindegründer, der Apostel Johannes, hat einen Brief geschrieben. Er wird gerade verlesen, hören Sie mit, was er uns geschrieben hat.

Und dem Engel der Gemeinde in Laodizea schreibe: Das sagt, der Amen heißt, der treue und wahrhaftige Zeuge, der Anfang der Schöpfung Gottes:
Ich kenne deine Werke, dass du weder kalt noch warm bist. Ach, dass du kalt oder warm wärest!

Weil du aber lau bist und weder warm noch kalt, werde ich dich ausspeien aus meinem Munde. Du sprichst: Ich bin reich und habe genug und brauche nichts! und weißt nicht, dass du elend und jämmerlich bist, arm, blind und bloß.
Ich rate dir, dass du Gold von mir kaufst, das im Feuer geläutert ist, damit du reich werdest, und weiße Kleider, damit du sie anziehst und die Schande deiner Blöße nicht offenbar werde, und Augensalbe, deine Augen zu salben, damit du sehen mögest.

Welche ich lieb habe, die weise ich zurecht und züchtige ich. So sei nun eifrig und tue Buße! Siehe, ich stehe vor der Tür und klopfe an. Wenn jemand meine Stimme hören wird und die Tür auftun, zu dem werde ich hineingehen und das Abendmahl mit ihm halten und er mit mir.

Wer überwindet, dem will ich geben, mit mir auf meinem Thron zu sitzen, wie auch ich überwunden habe und mich gesetzt habe mit meinem Vater auf seinen Thron.

Wer Ohren hat, der höre, was der Geist den Gemeinden sagt!

Haben wir das nötig, uns so beschimpfen zu lassen! Was ist denn in den Apostel gefahren? Haben wir ihm nicht zahlreiche Missionen gesponsert? Und nun beschimpft er uns? Findet uns zum Kotzen? Nein danke!

Ich verstehe ja deine Aufregung. Aber Johannes schreibt nur, was er gehört hat. Es ist das Urteil unseren Herrn. Aber haben wir wirklich so ein vernichtendes Urteil verdient? Wir sind doch ordentliche Menschen! Wir haben uns nichts zu schulden kommen lassen! Wir haben Arbeit, wir zahlen unsere Steuern. Wir unterstützen die Kirchengemeinde. Wir besuchen regelmäßig die Veranstaltungen und die Gottesdienste. Und dann soll das alles nichts sein? Sag Du doch auch mal was!

Meint er, dass wir uns zu wenig engagieren? Nur, ich habe vor lauter Terminen kaum noch Zeit für meine Familie. Die Kirchengemeinde frisst mich auf. Ich empfinde diese Beschimpfung als unchristlich. Ehrlich gesagt, das lasse ich mir nicht gefallen.

Doch ich denke, wir haben den Brief genauer zu lesen. Lies doch noch mal die merkwürdige Stelle vor mit dem „reich und genug“.

Da steht: „Du sprichst: Ich bin reich und habe genug und brauche nichts! und weißt nicht, dass du elend und jämmerlich bist, arm, blind und bloß.“ Meinst Du diesen Satz?

Ja, genau. Aber, was ist denn daran so verkehrt, wenn ich sage: „Ich bin reich und habe genug und brauche nichts!?"

Ich vermute, es geht unserem Herrn um die damit verbundene Verantwortung. Wie gehe ich mit dem Reichtum um? Lebe ich in meiner eignen Welt, schotte ich mich ab gegenüber denen, die nicht „genug“ haben.

Kann es sein, dass unser Herr Jesus gar nicht unseren Einsatz in der Kirchengemeinde kritisiert, sondern unsere Betriebsblindheit?

Verstehe ich nicht, was meinst du damit?

Es gibt doch das Sprichwort: „Was ich nicht weiß, das macht mich nicht heiß.“ Wenn ich die Armut anderer nicht sehe, brauche ich mir darüber keine Gedanken zu machen. Vielleicht will unser Herr, dass wir genauer hinsehen, was der andere nötig hat.

Das will wohl auch das eben gehörte Evangelium von den Arbeitern im Weinberg deutlich machen. Der Herr sieht die Not der Arbeitslosen, beschäftigt sie und zahlt ihnen am Ende soviel, dass ihr Existenzminimum gesichert ist.

Aber das ist mir zu billig, wer arm ist, ist selbst dran schuld. Wer keine Arbeit hat, sucht zu wenig oder will gar nicht arbeiten. Stattdessen betteln sie lieber in den Einkaufspassagen. Daran lässt sich nichts ändern.

Aber genau diese Sinneshaltung ist falsch. Hier steht es geschrieben: „Du sprichst: Ich bin reich und habe genug und brauche nichts! und weißt nicht, dass du elend und jämmerlich bist, arm, blind und bloß.“

Das ist echt stark! Die selbst gesuchte Isolation der Reichen ist elend und jämmerlich. Was für eine Provokation!!! Ich frage mich nur, warum fordert Jesus uns so raus?

Auch ich frage mich: Warum stellt uns Jesus so bloß? Haben wir zu wenig Stellung bezogen für diejenigen, die an den Segnungen unserer florierenden Wirtschaft nicht teilnehmen können? Ja, ist das überhaupt unser Auftrag? Ist nicht das Seelenheil unser höchstes Ziel?

Ja, da stimme ich dir schon  zu. Und wenn ich nochmals weiter lesen darf, dann wird deutlich, wie sehr unser Herr sich um unser Seelenheil bemüht ist. Da steht: „Ich rate dir, dass du Gold von mir kaufst, das im Feuer geläutert ist, damit du reich werdest, und weiße Kleider, damit du sie anziehst und die Schande deiner Blöße nicht offenbar werde, und Augensalbe, deine Augen zu salben, damit du sehen mögest.“

Was heißt da: „dass du Gold von mir kaufst, das im Feuer geläutert ist“? Also ich lasse mein Geld sicher verwahrt im Banktresor liegen.

Ich glaube, dass es hier nicht um deine Geld- oder Goldreserven geht, um das Konto in der Schweiz, sondern um Gold im übertragenen Sinn, z. B. um das Gold der Beziehung.

Jetzt rede mal nicht so stolziert daher! Was meinst du denn konkret damit?

Ich meine damit, dass ich meinen Blick ändern muss. Nicht immer nur fixiert sein auf steigende Gewinne, hohe Löhne, Aktienkurse, sondern auf die Menschen, die abseits stehen, draußen vor der Tür, im Dunkeln.

Du meinst, Jesus mahnt unsere gesellschaftliche Verantwortung an. Das geht mir zu weit.

Zu weit – denke ich nicht. Unser Herr erinnert uns an die Taufe, wenn er uns rät weiße Kleider anzuziehen. Damals begann für eine jede und einen jeden von uns ein neues Leben. Damals bekannten wir: „Jesus ist der Herr.“ Das heißt doch, auf ihn wollen wir hören, seinem Wort wollen wir gehorchen und danach tun.

Dann verstehe ich auch seinen Hinweis auf die Augensalbe. Er meint nicht unseren Phrygischen Puder, sondern sein Wort, das uns die Augen öffnet für die Menschen in ihren Notlagen neben uns.

Also ich brauche kein Gold aus dem Feuer, keine weißen Kleider oder eine neue Augensalbe. Ich bleib mir treu: „Ich hab genug und brauche nichts.“

Also nach diesem Gespräch muss ich sagen, finde ich die Worte Jesu immer noch sehr hart. Aber vielleicht muss er so reden, dass wir unseren Blick ändern, von der Nabelschau auf uns selbst nach draußen. Buße nennt er das. Und auch was Gutes entdecke ich in seiner Predigt.

Na, Jesus lässt doch kein gutes Haar an uns hängen. Der straft uns doch nur ab. Mehr höre ich da nicht.

Halt. Hier steht noch etwas, was wir noch nicht beredet haben. „Siehe, ich stehe vor der Tür und klopfe an. Wenn jemand meine Stimme hören wird und die Tür auftun, zu dem werde ich hineingehen und das Abendmahl mit ihm halten und er mit mir.“

Das finde ich ja so toll. Jesus lässt uns nicht in Stich. Er verwirft mich nicht als Person, auch wenn er meine Sinneshaltung kritisiert. Er bleibt mir nahe. Darum bittet er um Einlass in unsere Gedanken und Herzen. Nur dann gelingt es wohl, neue Schritte zur Gerechtigkeit wagen.

Es ist schon spät geworden. Darum lasst uns über diesen Brief gleich beim
gemeinsamen Essen oder bei einer unserer nächsten Versammlung weiter besprechen.

Lied: Lasst uns den Weg der Gerechtigkeit gehen  EG 675,1-2

Politisches Glaubensbekenntnis

Wir stehen auf  (Pause) Wir beten
Wir glauben nicht an die Macht des Geldes, nicht an die Ideologie von Markt und Kapital und grenzenloser Freiheit der Starken und Leistungsfähigen.
Wir glauben an den Menschen, der von Gott geschaffen, geliebt und zur Entfaltung berufen ist, und an seine Würde, die sich Raum verschafft in gerechten und solidarischen Strukturen.
Wir glauben, dass Massenarbeitslosigkeit kein Schicksal ist und Arbeit für alle möglich ist. Dazu bedarf es endlich klarer Prioritäten.
Wir glauben, dass der Sozialstaat auch in Zukunft finanzierbar und durch den politischen Willen gestaltbar ist.
Wir glauben, dass eine völlig andere Steuerreform notwendig ist, die en Faktor Arbeit entlastet, den Umweltverhebrauch entlastet, und Reichtum besteuert.
Wir glauben, dass jetzt eine entschiedene Politik gefordert ist, mit dem Ziel, die Kaufkraft und die Beteiligung der Schwachen (Arbeitslosen, Kranken, Familien) zu forcieren.
Wir glauben, dass es unsere Aufgabe als Kirche heute ist, den Aufschrei zu hören, zu fühlen und zu verstärken.
Wir glauben, dass es ein Leben vor dem Tod gibt, ein Leben in Fülle, das Gerechtigkeit, Barmherzigkeit, Solidarität und Liebe auf dem ganzen Globus vereint.

Lied: Lasst uns den Weg der Gerechtigkeit gehen  EG 675,3-4

Fürbittengebet 

Wir stehen auf  (Pause) Wir beten:
Gott, du Quelle des Lebens und Quelle der Gerechtigkeit, wir brauchen dein lebendiges Wasser. Wecke uns auf aus unserer Lethargie und Resignation. Mache uns wieder bedürftig und sehnsüchtig.

Wir gehören oft zu denjenigen, die sagen. „Ich habe genug und brauche nichts!“ und denken, dass wäre Bescheidenheit. Aber wir gestehen dir: Es ist oft genug Angst, mir selber einzugestehen, was ich alles brauche an Zuwendung, an Verständnis, ja auch an Menschen, die mich unterstützen auf meinem Weg. Wende meinen Blick wieder nach außen. Gib uns hellsichtige Augen des Herzens, um die Menschen wahrzunehmen, die es immer schwerer haben, ihren Lebensalltag zu bewältigen.

Wir bitten dich für die Menschen, die hier bei uns in Armut leben. Die einen sieht man kaum, weil sie sich nichts mehr leisten können und deshalb nirgends mehr hingehen. Die anderen arbeiten oft bis zu zehn Stunden und verdienen doch nur so wenig, dass sie davon nur mühsam über die Runden kommen.

Wir bitten dich für all diejenigen, die physisch fast daran zerbrechen, dass sie keine Arbeit mehr finden. Elend, jämmerlich, arm, immer mehr Menschen leben so. Und das in unserem reichen Land. 

Wir bitten dich, lass uns nicht lau sein, lass uns nicht wegschauen, sondern mach uns mutig, nach Lösungen zu suchen, wie wir als Christen mit anderen zusammen etwas beitragen können zu mehr Gerechtigkeit. Lass uns deine Stimme hören und unsere Tür öffnen – und so beten wir zu dir mit den Worten Jesu:

Vaterunser

Segen

Der Herr 
voller Liebe wie eine Mutter und gut wie ein Vater,
Er segne dich
er lasse dein Leben gedeihen, er lasse deine Hoffnung erblühen,
er lasse deine Früchte reifen.
Der Herr behüte dich
er umarme dich in deiner Angst, er stelle sich vor dich in deiner Not.
Der Herr lasse leuchten sein Angesicht über dir
wie ein zärtlicher Blick erwärmt, so überwindet er bei dir, was erstarrt ist.
Er sei dir gnädig
wenn Schuld dich drückt, dann lasse er dich aufatmen und mache dich frei.
Der Herr erhebe sein Angesicht über dich
 er sehe dein Leid, er tröste und heile dich.
Er gebe dir Frieden
das Wohl des Leibes, das Heil deiner Seele,
die Zukunft deinen Kindern. Amen.

Einladung zum Essen

Lied: Sonne der Gerechtigkeit  EG 262,1-7

Orgelnachspiel

Erstellt: 5.11.2006
Zuletzt aktualisiert: 31.3.2011 10:25 Uhr
Redakteur: Anders Grüning

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