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Predigt - 1Thess4,1-8

Gnade sei mit euch und Friede von Gott, unserm Vater, und dem Herrn Jesus Christus! Amen

1 Thess4,1-8
Paulus schreibt:

1 Brüder, ihr habt von uns gelernt, wie ihr leben sollt, um Gott zu gefallen; und ihr lebt auch schon so. Nun bitten und ermahnen wir euch im Namen von Jesus, dem Herrn, dass ihr darin auch weiterhin Fortschritte macht.
2 Ihr wisst, welche Anweisungen wir euch in seinem Auftrag gegeben haben.
3 Gott will, dass ihr heilig seid: dass ihm euer ganzes Leben gehört. Das bedeutet, dass ihr euch von Unzucht fernhalten sollt.
4 Jeder von euch Männern soll lernen, mit seiner Frau so zusammenzuleben, wie es Gott und den Menschen gefällt.
5 Ihr sollt nicht blind eurer Leidenschaft folgen, wie die Menschen, die Gott nicht kennen.
6 Es soll sich auch keiner Übergriffe erlauben und seinen Bruder bei Geschäften übervorteilen. Wir haben euch das schon früher gesagt, und wir haben euch nachdrücklich gewarnt: Wer so etwas tut, den wird der Herr bestrafen.
7 Gott hat uns nicht dazu berufen, dass wir ein zuchtloses Leben führen, sondern dass wir sein heiliges Volk sind und ihm Ehre machen.
8 Wer also diese Anweisungen in den Wind schlägt, lehnt sich nicht gegen einen Menschen auf, sondern gegen Gott, der euch seinen Heiligen Geist gegeben hat, damit ihr so leben könnt, wie es ihm gefällt.
Gute Nachricht 1997

Für kurze Zeit war der Apostel Paulus in Thessaloniki und hatte dort, als er die Stadt verlassen musste, eine kleine Gemeinde zurückgelassen. Durch seine Predigt von Jesus Christus hatte Paulus Menschen überzeugt, die nach dem Sinn ihres Lebens suchten und durch die Predigt von der Liebe Gottes einen Weg gefunden hatten ihr Leben sinnvoll zu gestalten.

In Dankbarkeit Gott gegenüber wollten die Menschen der Gemeinde durch ihre Lebensführung Gott die Ehre erweisen.

Die Lebensregeln, die Paulus ihnen im Namen Jesu mitgab, empfanden sie nicht als einen Zwang, der zum Glauben dazugehört, sondern als ein Angebot, sich innerlich zu befreien. Offenbar kamen sie damit auch ganz gut zurecht.

Paulus hat einige Gründe, sie zu loben. Doch scheint es hier und dort gravierende Probleme gegeben zu haben. Zwei Bereiche, die in der Hafen-und Handelsstadt Thessaloniki sicherlich nicht unbedeutend waren, greift Paulus auf. Es ist die Frage der ehelichen Treue und die Frage der geschäftlichen Redlichkeit.

Ihr sollt euch von Unzucht fernhalten. Jeder von euch Männern soll lernen, mit seiner Frau so zusammenzuleben, wie es Gott und den Menschen gefällt. Ihr sollt nicht blind eurer Leidenschaft folgen, wie die anderen Menschen.

Paulus, auch wenn er nicht verheiratet war, sagt nichts gegen das Zusammensein von Mann und Frau, er spricht auch nicht gegen die Sexualität. Sie gehört von Anfang an zur Schöpfung, in der Gott den Menschen geschaffen hat, dass er fruchtbar sein und sich vermehren soll.

Doch Paulus mahnt, im Umgang mit dem anderen Geschlecht den Regeln der Nächstenliebe nicht schuldig zu bleiben. Paulus, er grenzt sich ab von einer heidnischen, gottlosen und lieblosen Begierde. Eine Begierde, die den anderen nur besitzen will, ja, wie eine Sache haben, die man nehmen, kaufen und auch wegwerfen kann. Menschen können von einander keinen Besitz ergreifen.

Ehepartner können von einander keinen Besitz ergreifen. Ebenso können Freunde und Freundinnen sich auch nicht besitzen, so wie man eine Sache besitzt. Einen Gegenstand, liebe Gemeinde, den hat man, solange er seinen Dienst tut und solange er uns gefällt. Bei Nichtgefallen gibt man ihn zurück oder wirft ihn weg und besorgt sich einen Neuen.

Wenn ich also diese Sätze: Ihr sollt euch von Unzucht fernhalten. Jeder von euch Männern soll lernen, mit seiner Frau so zusammenzuleben, wie es Gott und den Menschen gefällt. Ihr sollt nicht blind eurer Leidenschaft folgen, wie die anderen Menschen, ja, wenn ich diese Sätze irgendwo vorlese, dann wird mir mit Sicherheit vorgehalten, dass die Kirche leibfeindlich, lustfeindlich und auch frauenfeindlich ist.

Doch wenn ich mir das so richtig überlege, sehen die Sätze des Apostels Paulus in Wirklichkeit ganz anders aus.

Nach Gottes Ordnung soll ein Mann, der sich auf Jesus Christus beruft, mit seiner Frau leben. Er soll sie also nicht als Gegenstand, den man wegwerfen kann, sehen.

Die Ehefrau als Mensch, als Partnerin und als Gegenüber verdient Ehre. Hierzu fällt Mir auch das Wort Treue ein. Treue ist das, was die jungen Menschen heutzutage in einer Partnerschaft als wichtigste Voraussetzung sehen.

Einen Partner als Gegenstand sehen, ihn nach Belieben auszuwechseln, um einen anderen zu erobern, wie es in der Hafenstadt Thessaloniki üblich war, ist für uns, die wir vor Gott bestehen wollen, nicht möglich.

Gott, liebe Gemeinde, ist Liebe und ihm nachfolgen heißt, diese Liebe an unsere Nächste und unseren Nächsten weiterzugeben, die mit mir auf dem Wege sind, die sich auf mich verlassen und mir vertrauen.

Und das trifft auch auf das zweite Beispiel mit der Ehrlichkeit beim Handel zu. Es soll sich auch keiner Übergriffe erlauben und seinen Bruder bei Geschäften übervorteilen.

Oft heißt es: Beim Geld hört die Freundschaft auf. Wenn es also um das Geschäft oder um das Geld geht, ist dann auch der eine oder andere Trick erlaubt? Heißt das, dem Finanzamt gegenüber muss man nicht alles sagen?

Das wichtigste Wort in diesem Satz ist, so denke ich, das Wort Bruder. Dass keiner seinen Bruder bei Geschäften übervorteile. Das heißt doch, liebe Gemeinde, dass in den Augen Gottes, von der Schöpfung und von der Taufe her mein Nächster und meine Nächste genauso viel wert ist wie ich.

Eben nicht das Geschäft um jeden Preis ist einem Christen möglich. Der Kunde hat seine Ehre und Würde und wenn die verletzt wird, wird Gott verletzt. Und wenn ein Autoverkäufer einen versteckten Schaden beim Verkauf des alten Pkws verschweigt, um einen guten Preis zu erzielen, der mag ein Schlitzohr sein.

Natürlich wird ein ehrlicher Geschäftsmann nicht so schnell reich wie einer, der gelegentlich die Leichtgläubigkeit seiner Kunden ausnutzt. Aber der ehrliche Geschäftsmann behält seine Kunden und macht sie sich nicht zu Feinden.

Und für uns Christen ist dies der wichtigste Grund für die Lebensregeln, ja, wir können uns in der Liebe Gottes geborgen fühlen. Wir wissen, unser Leben hat seinen Sinn. Und dieser Sinn geht über den Tag hinaus, reicht weit in die Zukunft, ja, Gott will, dass wir sein heiliges Volk sind und ihm Ehre machen.

Heilig, das ist ein Zustand, der mit Reinheit, Klarheit und Unantastbarkeit verbunden ist. Ein Zustand, dem wir uns dadurch annähern können, dass wir unsere Lebensplanung nicht auf die Scheinziele wie Lustgewinn oder Reichtum oder Macht ausrichten, sondern nach dem Sinn unseres Lebens fragen.

Wer Christ sein will, liebe Gemeinde, soll auch als Christ leben. Ein Christ lebt im Vertrauen und in der Hoffnung auf Gott. Er lebt in der Liebe zu Gott und zu seinem Nächsten. Ein Christ oder eine Christin, die im Vertrauen zu Gott und in der Hoffnung auf ihn leben, die haben keinen Lebensdurst mehr und brauchen auch nicht habgierig zu sein.

Sie haben Gott. Sie haben den Frieden Gottes Das ist mehr als Zufriedenheit oder Befriedigung. Christen, die in der Liebe zu Gott und zu ihren Nächsten leben, die sehen auch den anderen Menschen als Gottes Geschöpf an. Gottes Nächstenliebe will das Beste für den anderen.

Als Christen können wir dankbar sein, dankbar für das Geschenk des Lebens, dankbar für die Menschen, die um uns sind, und dankbar für den inneren Frieden, den er uns gibt. Als Christen sollen wir sehr wohl Freude am Leben haben und können gleichzeitig anständig sein.

Und der Friede Gottes, der höher ist als alle unsere Vernunft, bewahre unsere Herzen und Sinne in Christus Jesus Amen.

Erstellt: 23.4.2011
Zuletzt aktualisiert: 18.5.2011 10:48 Uhr
Redakteur (nicht zwingend Autor): Anders Grüning

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