Gottesdienst - adveNT - wie Neues Testament
Gottesdienstgestaltung: Katechumenen Windesheim - Guldental
Text: Lukas 1,26-38
1.Einleitung
Zu Beginn haben wir gesungen:
Wir sagen euch an den lieben Advent.
Sehet, die vierte Kerze brennt!
Gott selber wird kommen, er zögert nicht,
auf, auf, ihr Herzen, und werdet licht!
Freut euch, ihr Christen, freuet euch sehr!
Schon ist nahe der Herr.
Über das Kommen Gottes haben sich die Katechumenen ihre eigenen Gedanken gemacht. Lassen wir sie nun selbst zu Wort kommen.
2.Dialog von Gott und Gabriel
Gott: Höre Gabriel! Es ist Zeit, dass du der Jungfrau Maria die
Botschaft des neugeborenen Jünglings Jesus überbringst.
Gabriel: Was wollt ihr damit bezwecken?
Gott: Es ist Zeit, dass die Menschen ihren Erretter bekommen.
Sie warten schon lange auf den Messias und hoffen, dass meine
Herrlichkeit ihnen einen schickt.
Gabriel: Also wurde ich dafür ausgewählt?
Gott: Nun, du mein treuer Erzengel wirst diese Aufgabe übernehmen.
Gabriel: Bin ich denn der Geeignete für diese Aufgabe?
Gott: Ja, du musst es ausführen, denn mit einem Engel wirkt diese
Botschaft deutlicher.
Gabriel: Ich denke, wenn ihr es tut wirkt es noch deutlicher...............
Gott: Schluss aus !!! Du wirst es tun, oder du lernst mich einmal
anders kennen!
Gabriel: Nun gut, ich bin schon unterwegs.
Bastian & Jannis Junkermann
3. Überlegung
Nun gut, ich bin schon unterwegs. Für Gabriel keine leichte Aufgabe. Wird er auf Verständnis stoßen? Wird der Botschaft geglaubt? So viel wissen wir aus dem Text, dass Maria die ungewöhnliche Botschaft aufnahm und sie auch annahm. Zwar nicht widerspruchslos:
"Wie soll das zugehen, da ich doch von keinem Mann weiß?"
, aber dann doch einwilligend.
"Siehe, ich bin des Herrn Magd; mir geschehe, wie du gesagt hast."
Dabei wird deutlich, Glaube ist kein einfaches Hinnehmen im Sinne: "Das musst du glauben!" Der Glaube lässt gerade Fragen und Zweifel zu. Er duldet den Widerspruch. ja fordert ihn so zusagen heraus. Und der Engel Gabriel weiß auch dies ernst zu nehmen. Genau das ist hilfreich in der Schule des Glaubens, meinen Verstand muss ich nicht abgeben, muss ich nicht einfach hinnehmen, was mir erzählt wird. Das ist gut für Euch, liebe Jugendliche, zu wissen. Ihr werdet ernst genommen mit Euren Anfragen und Zweifeln. Ihr habt ein recht darauf, dass ihr nachvollziehbare Antworten erhaltet wie Maria. Erst dann könnt Ihr Eure Zustimmung oder auch Ablehnung geben. So habt Ihr euch auch gefragt, wie geht Maria mit der unglaublichen Ankündigung um, wie reagiert wohl Josef auch diese Mitteilung. 2 Dialogen sind dabei in der Vorbereitung entstanden. Hören wir die Katechumenen selbst.
4. 1. Möglicher Dialog Maria Josef
Maria: Josef ! Ich muss dir ein Geständnis machen!
Josef: Was denn, sag schon.
Maria: Ich habe Angst, dass du mich verlässt.
Josef: Sag es mir doch einfach!
Maria: Ähm... aber... na gut. Ich trage ein Kind aus.
Josef: Was?
Maria: Ja, der Engel Gabriel hat mir gesagt, dass ich durch den
heiligen Geist schwanger bin.
Josef: Oh nein ! Weißt du was? Ich werde diese erschreckende
Neuigkeit erst einmal überschlafen.
5.2. Möglicher Dialog Maria Josef
Maria: Josef, ich muss dir was gestehen!
Josef: Na los, mach schon!
Maria: O.K der Engel Gabriel ist mir im der Nacht erschien!
Josef: Was hat er denn gesagt?
Maria: Ich bekomme Gottes Sohn. Er soll Jesus heißen.
Josef: Das ist ja toll, ich freue mich für dich.
Maria :Ich mich auch für dich!
Josef:Dann ist ja alles klar, ich muss wieder auf die Arbeit.
6. Überlegung
"Oh nein !" so die eine mögliche Reaktion des Josefs ."Weißt du was? Ich werde diese erschreckende Neuigkeit erst einmal überschlafen." Dahinter steckt eine sehr genaue Beobachtung, wie wir Erwachsenen mit unerwarteten Ereignissen umgehen.
Und auch die andere Reaktion des Josef. "Dann ist ja alles klar, ich muss wieder auf die Arbeit" zeigt, dass das Unfassbare gar nicht so schnell "verdaut" werden kann. Da kehrt man lieber zu seiner Arbeit zurück, da kannt man sich aus, da hat man seine Aufgabe, seinen fest gefügten Rahmen, der Halt und Sicherheit bietet. Doch beiden Dialogen ist gemeinsam, das Unfassbare ist nicht gleich zu verstehen und im Alltag zu verorten.
Und noch etwas ist den Katechumenen aufgefallen, dass die Hauptperson Jesus gar nicht zu Wort kommt. So entstand ein fiktives Selbstgespräch, in dem Jesus darüber nachdenkt, was es bedeutet: was der Engel Gabriel: Maria, ich habe eine gute Nachricht für dich. Du bekommst ein Kind, das Jesus heißen wird. Dieses Kind wird Messias werden.
7. Selbstgespräch Jesu
Jesus: Was ist ein Messias?
Sein Gewissen: Ein Messias ist ein Erlöser.
Jesus: Was ist ein Erlöser?
Sein Gewissen: Ein Erlöser ist ein Retter der Menschen.
Jesus: Und das soll ich sein?
Sein Gewissen: Ja das, und noch viel mehr in deinem weiteren Leben: Du wirst den Menschen helfen und ihnen ihre Schuld befreien.
Jesus: Wie soll ich das ganz alleine auf der ganzen Welt schaffen?
Sein Gewissen: Du wirst es schaffen, denn du bist allmächtig.
Jesus: Wie soll ich Allmächtig sein? Ich bin doch auch nur ein normaler Mensch.
Sein Gewissen: Weil du den Menschen hilfst und dich für sie opferst
8. Schlusswort
"Weil du den Menschen hilfst und dich für sie opferst."
Das ist die adventliche Botschaft, das Neue Testament, für uns damals wie heute. Mehr braucht Ihr, liebe Jugendliche, nicht zu wissen und mehr nicht zu glauben, als dass Jesus der Messias ist. Ja, mehr brauchen wir als Erwachsene auch nicht als diese Zusage:
"Aus Zion bricht an der schöne Glanz Gottes. Unser Gott kommt und schweiget nicht."
(Psalm 50,2.3a)
An den vier Adventsonntagen habe ich das Wort Advent buchstabiert als
A wie Ankunft Gottes
D wie die Hoffnung Durchhalten, dass Gott kommt
V und E wie Veränderung Erwarten für mich und die Welt
und nun stehen noch die beiden letzten Buchstaben aus
N und T wie Gott schenkt uns sein Neues Testament.
Darum dürfen wir getrost werden und fröhlichen Mutes sein. Amen.
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