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Alles wird gut!

Gnade sei mit euch und Friede von Gott unserem Vater und dem Herrn Jesus Christus Amen.

Liebe Gemeinde, manchmal mag ich einfach nicht mehr hinsehen und nicht mehr zuhören, wenn die Tagesschau läuft. Dann mag ich auch nicht mehr über die deprimierenden Nachrichten reden, die es so oft zu sehen und zu hören gibt.

Nein, ich mag nicht mehr über die Unbeugsamkeit von einzelnen Menschen, von Gruppen und von Parteien reden. Nein, ich mag nicht mehr über die Unmenschlichkeit, mit der sich Menschen einander bekämpfen, reden. Ich bin betroffen von der Unmenschlichkeit, mit der Menschen mit einander umgehen und sich gegenseitig bekämpfen.

Ist es nicht grausam mit ansehen zu müssen, wie in Afghanistan, im Irak, die Selbstmordattentäter andere, unschuldige Menschen mit in den Tod reißen?, egal, ob die ihnen etwas getan haben oder nicht.

Bei allem Verständnis für unsere Abneigung an den schlimmen und brutalen Nachrichten dürfen wir unsere Augen und Ohren gegenüber Gott nicht verschließen, denn diese Nachrichten sind nicht Gottes Weg und Ziel.

Die Welt und die Menschen, die so oft bedrückt sind und ohne Vertrauen den Tag beginnen, weil es hier oft so schlimm zugeht, haben dennoch eine Zukunft. Und diese Zukunft, liebe Gemeinde, gibt ihnen Gott.

Jes 29, 17 - 24
17 Nur noch ganz kurze Zeit, dann verwandelt sich der abgeholzte Libanon in einen Obstgarten, und der Obstgarten wird zu einem wahren Wald.
18 Dann werden selbst Taube hören, was aus dem Buch vorgelesen wird, und die Blinden kommen aus ihrer Nacht hervor und können sehen.
19 Für die Geringen wird der Herr eine Quelle ständig wachsender Freude sein, und die stets Benachteiligten werden jubeln über den heiligen Gott Israels.
20 Dann ist es aus mit den Unterdrückern und den frechen Spöttern. Ausgerottet werden alle, die Böses im Schilde führen,
21 alle, die andere zu Unrecht beschuldigen, die einen Richter daran hindern, Recht zu sprechen, und den, der Recht sucht, mit haltlosen Begründungen abweisen.
22 Darum sagt der Herr, der Abraham gerettet hat, zu den Nachkommen Jakobs: „Israel soll nicht länger enttäuscht werden und sich schämen müssen.
23 Wenn ihr seht, was ich in eurer Mitte tun werde, dann werdet ihr mich ehren, mich, den heiligen Gott Jakobs; ihr werdet alles tun, um mir, dem Gott Israels, nicht zu missfallen.
24 Dann kommen die, die ihren klaren Kopf verloren haben, wieder zur Einsicht, und die Aufsässigen nehmen Vernunft an.“
(Gute Nachricht 1997)

In einer besonders düsteren Zeit beschreibt der Prophet Jesaja seine Hoffnung. Er hatte von Gott den Auftrag bekommen, zu predigen. Er sollte predigen, damit keiner auf ihn hört. So war es auch gekommen. Die Reichen kümmerten sich einen Dreck um die Not der Armen.

Statt auf den Propheten Jesaja zu hören und den Frieden zu suchen, trieben die Mächtigen das Land durch eine dumme Kriegspolitik in die Katastrophe. Und jetzt lag alles am Boden. Ganze Landstriche waren verwüstet, Städte und Dörfer zerstört, viele Menschen waren in die Sklaverei verschleppt worden.

Vielleicht können wir diese Situation mit dem Jahr 1945, am Ende des Zweiten Weltkrieges, mit der Not von damals vergleichen. Fast Alles und viele Menschen sind am Boden zerstört. Depression und Verzweiflung hatten sich breit gemacht.

Und jetzt macht Jesaja neue Hoffnung. Er hat feststellen müssen, dass intelligente und sehende Leute einfach für die Gegenwart Gottes blind waren. Ja, er hat feststellen müssen, dass vernünftige und sensible Menschen für die Wahrheit einfach taub waren.

Doch jetzt soll es anders werden. Die tauben Menschen werden die Gebote Gottes hören und die blinden Menschen werden die Wunder Gottes sehen.

Mit Jesus Christus, liebe Gemeinde, erfüllt sich diese Hoffnung von Jesaja:

„Blinde sehen, Lahme gehen, Aussätzige werden rein, Taube hören, Tote stehen auf, Armen wird das Evangelium gepredigt.
Lukas 7,22

Jesaja macht Hoffnung auf Erlösung. Ja, Jesaja macht Mut, von einer heilen Welt zu träumen. Wir leben in einer Zeit, in der die Natur besonders bedroht wird. Doch Gott will seine Schöpfung bewahren.

Die Wüste soll wieder blühen und die zerstörten Wälder sollen wieder voller Bäume stehen. Diese Natur, welche durch uns soviel Böses erfahren hat, soll von ihren Wunden geheilt werden.

Was uns Menschen niemals möglich ist, das schafft Gott. Er kann die zerstörte Landschaft wieder zum Blühen bringen.

Und Gott heilt auch uns Menschen. Die Verwirrten werden zur Vernunft kommen und die aufsässigen Nörgler werden sich überzeugen lassen, denn wir wissen es ja oft nicht, wie wir es richtig machen sollen.

Alles wird gut werden. Die Wende steht vor der Tür. Das Waldsterben wird gestoppt. Der Ausstoß an Treibhausgasen wird weltweit mehr zurückgeführt. Das Ozonloch schließt sich wieder.

In Afrika wachsen die Wüsten nicht weiter. Angst um gesundes Trinkwasser und saubere Luft brauchen wir nicht mehr zu haben. Die ungleichen Verhältnisse zwischen dem Osten und dem Westen Europas werden ausgeglichen.

Die versprochenen blühenden Landschaften entstehen wieder. Die Arbeitsplätze und das Einkommen werden gerecht verteilt.

Wir leben zwar in einem Rechtsstaat, aber mit politischem Einfluss und mit wirtschaftlicher Macht oder mit dem nötigen Kleingeld können wir das Recht nicht auf unsere Seite bringen. Betriebsräte, Staatssekretäre und Sportreporter weisen Bestechungsversuche und Vergünstigungen empört zurück.

Die Wähler vertrauen ihren Politikern wieder. Die Verdrossenheit sinkt und die Wahlbeteiligung steigt. Gegen immer noch unheilbare Krankheiten ist ein Kraut gewachsen. Die Pharmariesen geben AIDS-Medikamente an arme Länder kostenlos ab. Menschen, die keine Perspektiven mehr hatten, sehen wieder klar. Unsere Zukunftsangst macht neuer Hoffnung Platz.

Manchen von Ihnen sehe ich es an den Augen an und an dem Schmunzeln in ihren Mundwinkeln: „Schön wäre es“, sagen Sie. Oder: „Dein Wort in Gottes Gehörgang“ oder auch: „Träum‘ weiter!“ Ich muss gestehen, ich weiß nicht, wie die Worte von Jesaja damals bei den Hörern ankamen.

Wen sollen wir wählen? Wie sollen wir erziehen? Wie und was kaufen wir vernünftig ein? Wie planen wir unser Leben und unsere Zukunft?

Es gibt ja so viele Ratgeber und Ratschläge, aber sie schaffen bei uns immer wieder neue Verwirrung.

Doch diese Verwirrung soll ein Ende haben, wenn wir Gottes Wort hören und es beherzigen. Gott ist in unserer Nähe, er will uns heilen.

Wir brauchen nicht auf die Propaganda der Politik oder der Werbung zu hören. Nein, wir brauchen die großen Angstmacher nicht zu beachten. Gott ist in unserer Nähe, er will uns beschützen und auch bewahren.

Der Prophet Jesaja sagt uns, dass Gott nie aufhört uns nach seinem Bilde umzugestalten. Was wir nicht können, das kann und tut Gott. Alles wird sich wandeln. Natur, Gesellschaft und Gemeinde werden den Wandel durch Gottes Heil erfahren. Mitten im Unheil schafft Gott Heil und an die Stelle der Ungerechtigkeit setzt Gott sein Recht. An die Stelle der Lüge setzt Gott die Wahrheit und vernichtet Spötter, Tyrannen, Irrlehrer und Verführer. Ja, liebe Gemeinde, so handelt Gott immer.

Wenn die Welt, in der wir leben noch eine Zukunft haben soll, liebe Gemeinde, dann müssen wir zu anderen und zu neuen Menschen werden, eben zu Menschen, die mit und unter Gott leben.

Und wenn wir die Welt, in der wir leben, nicht ganz und gar den Menschen und ihrer Willkür und Gewalt, der Angst und Verzweifelung überlassen wollen, dann müssen wir zu anderen, ja zu neuen Menschen, eben zu Menschen mit und unter Gott werden.
Amen

Und der Friede Gottes, der höher ist als unsere Vernunft, bewahre eure Herzen und Sinne in Christus Jesus.
Amen.

Erstellt: 3.10.2011
Zuletzt aktualisiert: 3.10.2011 12:04 Uhr
Redakteur (nicht zwingend Autor): Anders Grüning

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