Predigt "Ich bin bei Euch alle Tage"
Gnade sei mit euch und Friede von Gott unserem Vater und dem Herrn Jesus Christus Amen
Liebe Gemeinde,
Christian und Fabian, zwei junge Erwachsene, sie kannten sich schon seit ihrer frühesten Kindheit, beide waren getauft, sie gingen zusammen in den Kindergarten, in die Grund- und Hauptschule; ja, sie waren immer gute Freunde. Sie verbrachten viel Zeit miteinander und sie hatten viele gemeinsame Interessen.Sie spielten beide in der B-Jugend Fußball. Und als sie älter wurden, trieb sie die Neugier in den Jugendbund, eine kirchliche Jugendgruppe.
Dort hatten sie viel Spaß. Sie unternahmen gemeinsam Ausflüge, sie feierten zusammen und lasen auch in der Bibel. Ja, sie hörten Geschichten, die ihnen völlig unbekannt waren. Christian und Fabian hörten sehr viel über die Gute Nachricht, von der frohen Botschaft und von der Liebe Gottes zu allen Menschen. Fabian war beeindruckt und fühlte sich angesprochen. Christian allerdings konnte mit diesem frommen Gerede nichts anfangen. Er konnte es mit seinem Leben irgendwie nicht vereinbaren. Für Fabian wurde sein Glaube immer wichtiger. Er beschäftigte sich immer mehr damit und er erzählte auch anderen davon weiter.
Im Gegensatz zu Fabian wollte Christian nichts mehr vom christlichen Glauben wissen. Christian und Fabian, die beide im Jugendbund etwas von der Guten Nachricht gehört haben reagieren unterschiedlich. Bei dem einen kommt die Gute Nachricht an und bei dem anderen geht sie in das eine Ohr rein und aus dem anderen wieder raus.
Gottes Wort begeistert die einen und die anderen lässt es völlig kalt. Liebe Gemeinde, diese Tatsache bemerken wir heute immer öfter, aber, so denke ich, ist dies nicht nur eine Erfahrung unserer Zeit.
Was Paulus hierzu zu sagen hat hören wir in seinem 2. Brief an die Thessalonikier.
2.Thess 3, 1 - 5
Im Übrigen: Betet für mich, Brüder und Schwestern! Bittet darum, dass die Botschaft des Herrn sich rasch verbreitet und überall so wie bei euch mit Dank gegen Gott angenommen wird.
Bittet auch darum, dass Gott mich vor den Anschlägen böser und schlechter Menschen rettet. Denn nicht alle nehmen den Glauben an.
Doch der Herr ist treu. Er wird euch stärken und vor dem Bösen beschützen.
Er gibt mir auch das Vertrauen zu euch, dass ihr jetzt und in Zukunft meinen Anweisungen folgen werdet.
Der Herr richte euer ganzes Denken und Wollen darauf, dass ihr Gott liebt und standhaft zu Christus haltet. Gute Nachricht 1997
Wieso nehmen nicht alle Menschen den Glauben an? Sind wir nicht der Ansicht, dass, jeder Mensch zum Glauben finden kann?
Vielleicht gehen unsere Vorstellungen ja dahin, dass einer oder eine sich täglich neu mühen muss, um den Glauben zu finden.
Vielleicht muss er oder sie viel in der Bibel lesen, damit ihm oder ihr das Glaubenslicht aufgeht.
Vielleicht muss er oder sie täglich beten und dann auch noch zu einem Gott, an den er oder sie gar nicht glauben kann.
Vielleicht muss er oder sie sich an andere Menschen halten, die schon den Glauben haben, hier im Gottesdienst oder im Bibelkreis.
Liebe Gemeinde, ich denke, dass es so nicht ist. Denn nicht alle nehmen den Glauben an. Ja, es gibt Menschen, die werden nie zum Glauben finden. Und es gibt Menschen, die sich überhaupt nicht um den Willen Gottes, um seine Gebote kümmern und am liebsten nur das tun, was sie wollen. Und andere gehen mit ihrem Handeln buchstäblich über Leichen und fügen ihren Nächsten furchtbares Leid zu. Diesen Menschen den Glauben zu vermitteln, das ist, so denke ich, schlicht und einfach vergeblich. Denn nicht alle nehmen den Glauben an.
Doch der Herr ist treu. Er wird euch stärken und vor dem Bösen beschützen. Was Gott uns hier verspricht, liebe Gemeinde, zu dem steht er auch. Ja, in seinem Wort und in seiner Liebe zu uns ist er absolut glaubwürdig. Gott, er hat uns im Leben und Sterben seines Sohnes, seine Liebe uns gegenüber gezeigt. Gott, er steht hinter seiner Liebe zu uns und er handelt an jedem neuen Tag in dieser seiner Liebe. Mit dieser seiner Liebe zu uns, geht er tatsächlich zuverlässig um. Gott bleibt treu, auch wenn wir untreu werden, oder es jetzt schon sind. Gott, er ist für uns immer da, auch wenn wir manchmal nichts von ihm wissen wollen. Gott, liebe Gemeinde, er ist für uns da, auch wenn wir uns um ihn gar nicht kümmern.
Und er ist uns treu, wenn wir von anderen Menschen bedrängt und bedroht werden. Gott, er zieht sich dann nicht zurück, sondern er ist dann für uns da. Dieses Versprechen, liebe Gemeinde, das hat er uns gegeben und er wird es niemals brechen, denn: ?Ich bin bei euch alle Tage, bis an der Welt Ende." Und weil Gott treu ist, deshalb können wir auch darauf vertrauen, dass er uns stärken und beschützen will. Gott bewahrt uns Tag und Nacht, manchmal so, dass wir es überhaupt nicht merken. Und doch spüren wir etwas von Gottes schützendem Handeln, wenn wir z. B. im Straßenverkehr mal wieder ohne Probleme aus einer gefährlichen Situation herauskommen sind. ?Gott sei Dank das ist noch mal gut gegangen!"
Ja, liebe Gemeinde, Gott will uns beschützen, vor Unfällen und vor unglückseligen Dingen, die unser Leben bedrohen. Ja, Gott will uns beschützen vor Menschen, die uns und unsere Existenz bedrohen. Gott beschützt uns, und in diesem seinem beschützenden Handeln ist er treu. Weil Gott in seiner Liebe und Hingabe treu ist, sind wir eben nicht schutzlos den Boshaftigkeiten anderer ausgeliefert, die unser Leben bedrohen. Gott ist der, der uns stärken und beschützen will. Unser aller Wunsch ist es, dass unser Leben nicht von dem Bösen bedroht sein soll und so sind auch wir dazu aufgefordert, dass wir nichts Böses tun. Weder das Leben unserer Nächsten bedrohen, noch ihnen Angst und Schrecken einjagen.
So lasst uns auf die Liebe Gottes und die Geduld Christi ausrichten, so dass wir auf die unendliche Liebe Gottes blicken können und selbst von dieser göttlichen Liebe unserer Nächsten und unserem Nächsten weitergeben können. Liebe Gemeinde, unser heutiger Predigttext zeigt uns, dass wir irgendwie doch zusammengehören. Denn als Einzelkämpfer können wir das Ziel der Ewigkeit nur recht schwer erreichen. Dazu brauchen wir Gottes Hilfe, wir brauchen gute Freunde, die mit uns auf gleichem Kurs unterwegs sind. Nicht alle Menschen haben den Glauben, so sagt es unser Predigttext. Deshalb ist es wichtig, dass wir unseren eigenen Glauben gemeinsam entdecken und pflegen, damit wir selbst und unsere Gemeinde damit vorankommen.
Und wenn wir es mit der Angst zu tun bekommen und an den Rand der Verzweiflung getrieben werden, dann sollten wir uns an seine Zusage klammern: ?Fürchte dich nicht, denn ich habe dich erlöst; ich habe dich bei deinem Namen gerufen; du bist mein." Wir dürfen darauf vertrauen, dass Gott bei uns ist, egal, was geschieht. Er zieht sich nicht zurück, wie viele von uns meinen. Gott tut alles um uns hoffnungsvoll und zuversichtlich zu machen. Er sucht unsere Gemeinschaft. Er will uns um sich herum haben und wir sollen uns bei ihm wie zu Hause fühlen. Wenn ich die Menschen glücklich sehe, bin ich am Ziel. Denn das Glück der Menschen war der Sinn meiner Schöpfung. Und glückliche Menschen brauche ich, um andere glücklich zu machen" sagt Gott.
Und der Friede Gottes, der höher ist als alle unsere Vernunft, bewahre eure Herzen und Sinne in Christus Jesus Amen