Predigt "Predigt aus de Bütt"

Text: Markus 8,31-38
31 Und er fing an, sie zu lehren: Der Menschensohn muss viel leiden und verworfen werden von den Ältesten und Hohenpriestern und Schriftgelehrten und getötet werden und nach drei Tagen auferstehen.
32 Und er redete das Wort frei und offen. Und Petrus nahm ihn beiseite und fing an, ihm zu wehren.
33 Er aber wandte sich um, sah seine Jünger an und bedrohte Petrus und sprach: Geh weg von mir, Satan! Denn du meinst nicht, was göttlich, sondern was menschlich ist.
34 Und er rief zu sich das Volk samt seinen Jüngern und sprach zu ihnen: Wer mir nachfolgen will, der verleugne sich selbst und nehme sein Kreuz auf sich und folge mir nach.
35 Denn wer sein Leben erhalten will, der wird's verlieren; und wer sein Leben verliert um meinetwillen und um des Evangeliums willen, der wird's erhalten.
36 Denn was hülfe es dem Menschen, wenn er die ganze Welt gewönne und nähme an seiner Seele Schaden?
37 Denn was kann der Mensch geben, womit er seine Seele auslöse?
38 Wer sich aber meiner und meiner Worte schämt unter diesem abtrünnigen und sündigen Geschlecht, dessen wird sich auch der Menschensohn schämen, wenn er kommen wird in der Herrlichkeit seines Vaters mit den heiligen Engeln.

Liebe Brüder, liebe Schwestern,
ist die Kirche etwa von gestern!?

Alle Welt tobt, tanzt und lacht,
ein Korken nach dem andern kracht

Narren tummeln sich auf Straßen
doch wir hier können es nicht lassen:

Tod und Teufel, Pein und Leid
beschäftigen uns zur Narrenzeit!

Vielleicht sind wir alle Narren,
die sich um dieses Kreuz hier scharen.

Aber eines ist uns wohl klar
des Herren Wort halten wir für wahr:

Was hülfe es uns Menschen denn,
was hülfe es dir selber, wenn

die ganze Welt dir jetzt gehörte
und deine Seele doch zerstörte?
Weil du dein Leben drauf gericht‘
was jeden Menschen schnell anficht‘,

nämlich die Maske, unter die du schlüpfst
vermeintlich leicht durchs Leben hüpfst

als sei es Friede; Freude, Eierkuchen.
Gott hat da nicht viel zu suchen!

Doch merk dir eins: es wird so sein,
dass unter allem diesem Schein

Gott’s Herrlichkeit wird schwer durchdringen,
um dir die Seligkeit zu bringen.

Mit solchem Wahn auch Petrus wehrte
damals schon ab, was ihn so störte:

Dass nun, bei vollem Lebensdurst,
der Herr vom Sterben reden musst!

Die Herrlichkeit kann doch nicht sein
der Tod, das Leiden und die Pein!

Doch Jesus trieb ihn fort alsdann:
„Geh weg du Satan, du Scharlatan!

Natürlich muss ich überwinden
um dich vom dem so loszubinden,

was dich und alle Menschheit
hindert an  wahrer Fröhlichkeit.“

Und weiter könnt der Herr nun sagen,
wenn wir uns auch bei ihm beklagen:

Ich mach von aller Sorg’ euch frei,
ob euer Leben sicher sei.

Doch das geschieht - es ist Gott’s Will‘
wenn ich durchdringe auch die Höll‘.

Also lasst mich ziehn und freuet euch,
esst und trinkt nur voll die Bäuch‘,

habt Lust am Leben und der Freude,
es gibt wirklich nur dies eine Heute,
nehmt Teil an dem, was ihr nennt all‘
den Fasching oder Karneval.

Doch denkt daran, das alles könnt ihr nur,
weil ich, der Herr, blieb in Gottes Spur.

 „Carne vale!“ - „Fleisch ade!“
also: das Fasten tut jetzt weh.

Das hat denn Sinn, dass wir bedenken
in welche Bahnen wir nun lenken

unsern Lebenswandel, und so wissen,
warum wir nennen uns denn Christen.

Christus sprach damals zum Volke
- es ist nicht verpufft, wie eine Wolke -

er sagt auch dir, was er verlangt,
damit das wahre Leben wird erlangt.

Folge mir nach! Sei nicht so dumm,
Verleugne dich! Das Kreuz trag drum!

Für ein Leben ewiglich, unendlich,
heißt es  unmissverständlich.

Wie? -  das soll nun herrlich klingen?
Ich will versuchen, es euch beizubringen:

Sich verleugnen in einer Welt,
welche die Selbstfindung so hoch stellt,

das ist wahrlich ein Problem,
wenn ich nur mich allein will sehn.

Doch du bist nicht allein gemeint,
und „verleugnen“ heißt hier nicht:

Stell unter den Scheffel dein Licht!
Sondern: dein Wesen nur dann erscheint

wenn du das alles, was du tust
im Licht des Herrn denkst und suchst.

Gott gibt dir ganz schön viele Gaben.
Sollst dich selbst und andre laben

Doch immer so, dass du erkennst,
es gibt auch andere, die mit Ernst,

diese Welt können gestalten
und Gottes Schöpfung wohl erhalten.

Denk nicht nur an dich und was du hast,
sonst fällst du dir nur selbst zur Last.

Verleugne dich! - also: Lass los!
denn so eröffnest du dir bloß

den Blick für diese schöne Sache,
dass, wer los lässt und sich aufmache

zu verlassen seinen störrischen Sinn -
umzukehren zu demjenigen hin,

der gesagt hat: Folge mir! -
der wird hören: Ich bin bei dir!

So wirkt dein Leben in dir fort,
egal an welchem Ort,

Ob du mit Freude oder mit Lust
dein täglich Werk verrichten musst.

Ans Verleugnen ist gebunden
was wir in manchen schweren Stunden,

wenn die Kräfte nicht ausreichen,
mit „sein Kreuz tragen“ bezeichnen.

Wir befürchten zu erschlaffen
weil ganz weit auseinander klaffen

unsere Kraft und unsere Last.
Wir klagen dann: O Gott du hast

mich hier wohl ganz vergessen!?
Warum? So fragen wir besessen.

Was hätt‘ ich denn noch mehr tun sollen
als gut zu planen, viel zu wollen

für die Sicherheit im Leben,
was hab ich nicht alles ausgegeben?

Bei ‘nem Unfall, in der Not?!
Ach wäre ich doch nur gleich tot!

Ach hät‘, ach würd‘, ach könnt‘ ich doch...!
Was muss.. , was kann... was soll ich noch?!

Nun kannst du ‘was, du lieber Christ,
wenn du im Namen Jesu leben willst:

denk daran in guten Zeiten,
dass du nie alles kannst so vorbereiten,

wie und was das Leben dir auch  bringt,
dass es dich immer auf Wolke sieben schwingt.

Sieh das Kreuz an - jederzeit
und sei auch für Manches im Leben bereit,

was du nur in Gottes Hand kannst legen
damit du weiter gehst auf deinen Wegen.

Dafür muss du dann verleugnen dich
und dem Herren sagen: „Trage mich!

Mein Kreuz ist mir zu schwer!
Wenn du es nicht abnimmst? Wer dann? Wer??“

So kannst du dann wieder fröhlich werden
und Lust zum Leben finden hier auf Erden.

Es ist dann klar, es gehört dazu,
dass manche Narretei tut gut.

Wenn wir uns nur drauf besinnen
dass jedes Mal wir dürfen neu beginnen.

Ihr seht, Brüder und Schwestern,
die Kirche ist nicht von gestern.

Sie denkt zurück und blickt voraus.
Sie sieht überhaupt und nie „alt“ aus.
Nichts gegen all die Narretei!
Doch bliebe es allein dabei,

so hätt‘ der Herr umsonst gerungen
und umsonst die Hölle durchdrungen.

Wir hätten bloß die Welt gewonnen,
doch unsre Seele wär‘ zerronnen.

Carne vale! Fleisch ade!
Wir feiern: „Alaaf!“, „Hellau!“, „Juchhe!“

Doch wissen wir: es kann nur sein
weil Jesus Christus trägt die Pein.

Und der Friede unseres Herren Christ,
der um so viel höher ist,

als alles, was wir tun und denken,
er möge unser Leben lenken,

dass überall und allezeit
wir preisen seine Herrlichkeit.

So schließe ich in Christi Namen.
So soll es sein. Amen.

Liturgie

Wochenspruch:
Seht, wir gehen hinauf nach Jerusalem, und es wird alles vollendet werden, was geschrieben ist durch die Propheten von dem Menschensohn. Lk 18,31

Kyrie
Gnadenvoller Gott,
manchmal müssen wir erkennen,
dass du unseren Erwartungen nicht entsprichst.
Du bist nicht der Erfüllungsgehilfe unserer Träume.
Und doch behandeln wir dich oft so,
wie einen Butler,
den man ruft,
wenn man etwas möchte
und dann wieder wegschicken kann.
Doch du gehst deinen eigenen Weg
und lädst uns ein,
dir zu folgen.
Manchmal sind wir dazu bereit.
Doch oft verweigern wir uns...
Kyrie Eleison ...

Zuspruch
 Jesus Christus spricht: Ich bin das Licht der Welt. Wer mir nachfolgt, der wird nicht wandeln in der Finsternis, sondern wird das Licht des Lebens haben. Joh 8,12

Kollektengebet
Gnadenvoller Gott,
du willst,
dass deine Zukunft
die unsrige wird.
Sie verspricht Leben,
auch über den Tod hinaus.
Dafür danken wir dir.
Hilf uns,
dass wir dieses Ziel nicht aus den Augen verlieren,
auch wenn uns der Alltag
oft die Sicht darauf versperrt.
Das bitten wir dich
durch deinen Sohn Jesus Christus,
der mit dir und dem Heiligen Geist
lebt und regiert
von Ewigkeit zu Ewigkeit.
 
Fürbitten
Gnadenvoller Gott,
lass uns offene Worte finden,
wo die Wahrheit verschwiegen wird
und unter den Teppich gekehrt werden soll.
Lass uns deutliche Worte finden,
wo man sich herausredet
und nicht Stellung bezieht.
Lass uns überzeugende Worte finden,
wo man sich verrennt
und uneinsichtig ist.
Lass uns barmherzige Worte finden,
wo man Schuld auf sich geladen hat
und nicht damit umzugehen weiß.
Lass uns hoffnungsfrohe Worte finden,
wo man verzweifelt ist
und keine Perspektive sieht.
Lass uns liebevolle Worte finden,
wo man sich hasst
und einander misstraut.
Lass uns tröstende Worte finden,
wo man trauert
und weint.
Lass uns dein Wort finden,
wo immer uns eigene Worte fehlen.

 

 

Erstellt: 25.2.2009
Zuletzt aktualisiert: 15.4.2010 14:24 Uhr
Redakteur: Simone Schreiner