Predigt "Christi Himmelfahrt 2007"
Jesu Gebet, ein Gebet voller Führsorge. Er richtet sein Gebet an Gott, als dessen Botschafter er auf der Welt war. Jesus macht sich Gedanken, denn er lässt Menschen zurück, mit denen er verbunden war; er lässt Menschen zurück, die ihm anvertraut waren.
Wir Menschen müssen uns ohne ihn zu Recht finden. Aber Jesus lässt uns nicht mit leeren Händen stehen. Er hat uns etwas gegeben, ja, er hat uns das ewige Leben gegeben.
Wenn Christus aus dieser Welt geht, dann nur, um mit uns auf intensivere Weise verbunden zu sein.
„Vater, ich will, dass, wo ich bin, auch die bei mir seien, die du mir gegeben hast“.
Unser Leben ist begrenzt, es hat einen Anfang und ein Ende und dazwischen leben wir. Je älter wir werden umso schneller vergeht unsere Zeit.
Der Tod, widerspricht allem, was lebt. Er ist zwar natürlich aber doch nicht unserer Natur entsprechend. Und ich denke, dass Gott keinen Fehler in seinem Terminkalender macht. Er weiß schon die rechte Zeit und Stunde für einen jeden von uns.
Noch ahnen wir nicht, wie das jenseitige Leben aussehen wird. Aber Jesus verbürgt sich dafür, dass unser Leben über die Schwelle des leiblichen Todes hinausreicht. Das ewige Leben, sagt Jesus, bedeutet Gott erkennen.
Und wenn schon die Schmetterlinge sich entpuppen und herrlich verwandeln dürfen, sollte Jesus nicht auch uns das Wunder der Verwandlung in ein ewiges Leben erfahren lassen?
Um Abschied geht es heute und um ein neues Zueinanderkommen. Wir bleiben nicht ewig in der Welt. Jesus schaut auf unsere Vollendung und wir sollen die Herrlichkeit Jesu Christi schauen. Von dieser Herrlichkeit werden wir in alle Ewigkeit leben.
Am Ende seines Gebetes geht Jesu Blick über den Horizont eines jeden von uns hinaus in die Weite der Zukunft. Wir wissen nicht, wie weit er reicht. Wir wissen aber, dass wir mit in sein Blickfeld gehören.
Der Herr betet für die, die durch das Wort der Jünger und ihrer Nachfolger an ihn glauben werden. Unser Leben ist durch unbarmherzige Trennungsstriche gekennzeichnet. Immer wieder werden wir auseinander gerissen. Auf Dauer kann nichts zusammen bleiben, mag es noch so fest zusammengehören.
Jesus nimmt Abschied und doch sichert er zugleich den Seinen zu, dass er sie nicht verlässt. Die Himmelfahrt des Gekreuzigten und Auferstandenen ist ein Ereignis, welches uns unruhig machen kann. Verlorenheitsgefühle steigen wieder auf. Gott wird wieder als der Ferne erlebt, kein Gott mehr zum Anfassen. Gott ist im Himmel und wir sind auf der Erde.
Doch das ist nicht das Ende. Am jüngsten Tag wird Gott das Gebet seines Sohnes verwirklichen. In Jesus Christus werden wir dann eins sein. Dann werden wir dort sein, wo er ist. Dann gibt es keine Trennung mehr. Die Geschichte von Gott und der Welt, sie ist noch nicht zu Ende, es geht weiter!
Und der Friede Gottes, der höher ist als alle unsere Vernunft, bewahre eure Herzen und Sinne in Christus Jesus Amen
Liturgie
Begrüßung
1. Der Himmel, der ist, ist nicht der Himmel, der kommt,
wenn einst Himmel und Erde vergehen.
2. Der Himmel, der kommt, das ist der kommende Herr,
wenn die Herren der Erde gegangen.
3. Der Himmel, der kommt, das ist die Welt ohne Leid,
wo Gewalttat und Elend besiegt sind.
4. Der Himmel, der kommt, das ist die fröhliche Stadt
und der Gott mit dem Antlitz des Menschen.
5. Der Himmel, der kommt, grüßt schon die Erde, die ist,
wenn die Liebe das Leben verändert. (Kurt Marti EG 153)
So grüßen wir Sie und Euch heute morgen und freuen uns gemeinsam den Gottesdienst zu feiern im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen
Kyrie
Guter Gott,
oft werden wir im Leben enttäuscht,
müssen Rückschläge in Kauf nehmen.
Dann läuft es nicht so, wie wir uns das wünschen.
Manchmal zweifeln wir dann an uns selbst oder auch an dir.
Bist du bei uns,
trägst du unser Leben?
Lass unseren Zweifel nicht zur Verzweiflung werden,
sondern wandle ihn in Zuversicht.
Herr, erbarme dich…
Zuspruch:
Und jedes Geschöpf, das im Himmel ist und auf Erden und unter der Erde und auf dem Meer und alles, was darin ist, hörte ich sagen: Dem, der auf dem Thron sitzt, und dem Lamm sei Lob und Ehre und Preis und Gewalt von Ewigkeit zu Ewigkeit! (Offenbarung 5,13)
Kollektengebet
In deinem Sohn Jesus Christus
hast du, Gott,
die größte Niederlage des Menschen, den Tod,
in einen Sieg, in einen neuen Anfang verwandelt.
Darum bitten wir dich:
Dass uns Ostern durch unser ganzes Leben hindurch
Hoffnung gibt, auch in den Zeiten,
in denen wir zu den "Verlierern" zählen.
Mit dir liegt auch darin der Anfang zu etwas Neuem,
das von deiner Liebe erzählt Amen.
Fürbittengebet
Wir bitten dich, barmherziger Gott:
Bereite die Menschen zu einem Frieden,
der die Völker zueinander finden
und aus Feinden Partner werden lässt.
Den Kranken gib Zuversicht, den Einsamen ein Gespräch,
den Verzweifelten eine neue Perspektive,
den Verlierern ein Erfolgserlebnis,
den Heimatlosen ein Zuhause, uns allen deine Liebe
und in Zeiten der Enttäuschung und Ernüchterung,
schenke uns die Hoffnung, dass du für uns immer wieder
einen neuen Anfang offen hältst. Gemeinsam beten wir:
Vaterunser
Segen
Segne uns mit der Weite des Himmels, segne uns mit der Wärme der Sonne,
segne uns mit der Frische des Wassers, himmlischer Vater, segne uns.
Segne, Vater, tausend Sterne, segne, Vater, unsre Erde,
segne, Vater, Meer und Land, segne, Vater, Herz und Hand.
So segne uns der dreieinige Gott, der Vater, der Sohn und der Heilige Geist. Amen.