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Liturgie - Christmette 2006

Lied:  Es ist ein Ros entsprungen    EG 30,1-3

Begrüßung

Es ist spät. Wir haben einen langen Festtag hinter uns. Die einen werden im Kreis der Familie gefeiert haben, andere waren mit Freunden und Bekannten zusammen. Und wieder andere werden ihre Einsamkeit an diesem Abend besonders schmerzlich und drückend gespürt haben.
Die Christmette lädt uns alle ein, sich auf den eigentlichen Grund des Fests zu besinnen. Gott hat sich selbst uns gegeben. Gott beschenkt uns reich. Er will in unser Leben eintreten und unsere Einsamkeit überwinden. Deswegen wurde – wie Johannes es formuliert –

„Und das Wort ward Fleisch und wohnte unter uns, und wir sahen seine Herrlichkeit, eine Herrlichkeit als des eingeborenen Sohnes vom Vater, voller Gnade und Wahrheit.“
(Joh 1,14)

Darum feiern wir voll Freude Gottesdienst im Namen des Vaters, des Sohnes und des heiligen Geistes. Amen.

Psalm 96  im Wechsel zwischen Männern und Frauen

Singet dem Herrn ein neues Lied;
singet dem Herrn, alle Welt!
Singet dem Herrn und lobet seinen Namen,
verkündet von Tag zu Tag sein Heil!
Erzählet unter den Heiden von seiner Herrlichkeit,
unter allen Völkern von seinen Wundern!
Hoheit und Pracht sind vor ihm,
Macht und Herrlichkeit in seinem Heiligtum.
Ihr Völker, bringet dar dem HERRN,
bringet dar dem HERRN Ehre und Macht!
Bringet dar dem HERRN die Ehre seines Namens,
bringet Geschenke und kommt in seine Vorhöfe!
Betet an den HERRN in heiligem Schmuck;
es fürchte ihn alle Welt!
Er wird den Erdkreis richten mit Gerechtigkeit
und die Völker mit seiner Wahrheit.

Gebet

In dieser Nacht,
Gott, bist du uns so nah,
wie ein Mensch einem Menschen nur nah sein kann.
So willst du uns begleiten, durch unser Leben hindurch:
als guter Freund, der mitgeht,
als jemand, der nicht von unserer Seite weicht.
Das wollen wir feiern und dir dafür danken von ganzem Herzen. Amen.

Lied:  Dies ist die Nacht, da mir erschienen   EG 40,1-2+5

Lesung:

Lukas 2,1 – 7
1 Es begab sich aber zu der Zeit, dass ein Gebot von dem Kaiser Augustus ausging, dass alle Welt geschätzt würde.
2 Und diese Schätzung war die allererste und geschah zurzeit, da Quirinius Statthalter in Syrien war.
3 Und jedermann ging, dass er sich schätzen ließe, ein jeder in seine Stadt.
4 Da machte sich auf auch Josef aus Galiläa, aus der Stadt Nazareth, in das jüdische Land zur Stadt Davids, die da heißt Bethlehem, weil er aus dem Hause und Geschlechte Davids war,
5 damit er sich schätzen ließe mit Maria, seinem vertrauten Weibe; die war schwanger.
6 Und als sie dort waren, kam die Zeit, daß sie gebären sollte.
7 Und sie gebar ihren ersten Sohn und wickelte ihn in Windeln und legte ihn in eine Krippe; denn sie hatten sonst keinen Raum in der Herberge.

Lied:  Zu Bethlehem geboren    EG 32,1-2

Lesung : Lukas 2,8 – 14

8 Und es waren Hirten in derselben Gegend auf dem Felde bei den Hürden, die hüteten des Nachts ihre Herde.
9 Und der Engel des Herrn trat zu ihnen, und die Klarheit des Herrn leuchtete um sie; und sie fürchteten sich sehr.
10 Und der Engel sprach zu ihnen: Fürchtet euch nicht! Siehe, ich verkündige euch große Freude, die allem Volk widerfahren wird;
11 denn euch ist heute der Heiland geboren, welcher ist Christus, der Herr, in der Stadt Davids.
12 Und das habt zum Zeichen: ihr werdet finden das Kind in Windeln gewickelt und in einer Krippe liegen.
13 Und alsbald war da bei dem Engel die Menge der himmlischen Heerscharen, die lobten Gott und sprachen:
14 Ehre sei Gott in der Höhe und Friede auf Erden bei den Menschen seines Wohlgefallens.

Lied: Kommet, ihr Hirten, ihr Männer und Fraun  EG 48,1-3

Lesung: Lukas 2, 15-20

15 Und als die Engel von ihnen gen Himmel fuhren, sprachen die Hirten untereinander: Laßt uns nun gehen nach Bethlehem und die Geschichte sehen, die da geschehen ist, die uns der Herr kundgetan hat.
16 Und sie kamen eilend und fanden beide, Maria und Josef, dazu das Kind in der Krippe liegen.
17 Als sie es aber gesehen hatten, breiteten sie das Wort aus, das zu ihnen von diesem Kinde gesagt war.
18 Und alle, vor die es kam, wunderten sich über das, was ihnen die Hirten gesagt hatten.
19 Maria aber behielt alle diese Worte und bewegte sie in ihrem Herzen.
20 Und die Hirten kehrten wieder um, priesen und lobten Gott für alles, was sie gehört und gesehen hatten, wie denn zu ihnen gesagt war.

Kirchenchor

Liedpredigt

zu Kommt und lasst uns Christum ehren  EG 39,1-7

Zwischen den einzelnen Strophen werden meditative Gedanken  von Kurt Rommel vorgetragen

1. Kommt und lasst uns Christum ehren, Herz und Sinnen zu ihm kehren;
singet fröhlich, lasst euch hören, wertes Volk der Christenheit.

Kommt heraus aus euren Häusern,
kommt aus Bungalows und Wohnblocks,
kommt aus eurer Einsamkeit,
aus Alleinsein und Zerstreutheit,
kommt am Christtag in die Gemeinden,
in die Kirchen und Kapellen,
um ein Christusfest zu feiern.
Lenkt eure Gefühle auf ihn!
Lenkt euren Geist auf ihn.
Singt in Chören und Gemeinden,
singt alte und neue Lieder.
Singt und musiziert laut und hörbar.
Ihr habt nichts zu verbergen:
Euer Herr, nach dem ihr euch nennt,
Jesus Christus, hat Geburtstag.

2. Sünd und Hölle mag sich grämen, Tod und Teufel mag sich schämen;
wir, die unser Heil annehmen, werfen allen Kummer hin.

Wenn ihr euch freut,
wenn ihr mit eurem Glauben
nicht hinter dem Berg haltet,
wenn ihr singt und jubelt,
musiziert und jauchzt,
dann weicht die Traurigkeit,
dann hat das Böse keine Macht mehr an euch.
Lacht dem Tod ins Gesicht.
Und wenn alles dagegen spricht,
die Welt sich in Kriegen zerfleischt,
der Tod immer noch reiche Ernte hält,
Misstrauen und Neid
uns Menschen beherrschen:
wir holen die Zukunft in die Gegenwart,
wir klammern uns an das Heil
in Jesus Christus,
wir singen das Lied vom Heil
gegen alles Unheil der Welt,
wir singen das Lied von der Liebe
gegen den Hass,
wir singen das Lied vom Leben
gegen den Tod,
wir singen das Lied von Jesus Christus.

3. Sehet, was hat Gott gegeben: seinen Sohn zum ewgen Leben.
Dieser kann und will uns heben aus dem Leid ins Himmels Freud.

Ihr fragt, ob Gott wirklich so gut ist?
Ihr zweifelt daran,
ob es wirklich Grund gibt,
gegen Sünde und Tod, Hölle und Teufel
zu lachen?
Ihr könnt nicht glauben, dass Gott euch liebt‘~
Seht doch! Gott hat etwas getan!
In der Krippe fing es an.
In Galiläa am See Genezareth ging es weiter
Jesus heilte und predigte in Gottes Namen.
An Ostern wurde Jesus Christus erweckt.
Seht doch! Überall ragen Kreuze auf.
Kreuze des Todes, Kreuze des Lebens.
Zeichen dafür, dass Jesus lebt.
Seht doch! Zum ewigen Leben
hat er seinen Sohn gegeben.
Hört doch! Es sind keine leeren Worte.
Die Worte sind begründet.
Sie haben Anhalt in der Geschichte.
Der Weg aus dem Tod ins Leben
ist frei.
Der Weg aus der Traurigkeit in die Freude
ist begehbar.
Der Weg aus Hass in die Liebe
ist keine Utopie.
Da und dort sind Anzeichen zu sehen,
Anzeichen von Leben und Freude und Liebe.
Seht doch! Macht eure Augen auf!
Und hört! Jesus Christus ist der Weg
zum ewigen Leben.

4. Seine Seel ist uns gewogen, Lieb und Gunst hat ihn gezogen,
uns, die Satanas betrogen, zu besuchen aus der Höh.

Hört die Geschichte!
Die Liebe hat Jesus Christus zu uns getrieben,
nicht Geltungssucht, nicht Egoismus.
Wir haben ihm Leid getan.
Wir haben ihm das Herz beschwert.
Unsretwillen ist er Mensch geworden.
Unsretwillen ist er den schweren Weg
ans Kreuz gegangen.
Unsretwillen.
Es war ein kurzer Besuch: 33 Jahre.
Es war ein intensiver Besuch:
Liebe, Vergebung, Reden, Handeln,
Ablehnung, Verachtung, Verfolgung, Tod.
Es war ein lohnender Besuch:
Unsere Rettung aus der Hand dessen,
der nur Lug und Betrug im Schilde führt.
Er hat ein offenes Herz für uns,
für alle Menschen seit zweitausend Jahren,
für alle Menschen, solange die Erde steht.
Hört die Geschichte!
Die Geschichte bedeutet Leben,
die Geschichte von Jesus Christus.

5. Jakobs Stern ist aufgegangen, stillt das sehnliche Verlangen,
bricht den Kopf der alten Schlangen und zerstört der Höllen Reich.

Das Leben Jesu auf der Erde
war kein Spaziergang.
Es war ein Weg des Kampfes.
Seit Menschengedenken
ringt das Böse in uns Menschen,
verstrickt uns Menschen in Hass und Habgier.
Seit Menschengedenken
wollen Menschen frei sein,
frei von Hass und Habgier.
Der Gottesstern ging auf,
vernichtete die versucherische Schlange,
zerstörte des Bösen Herrschaft,
machte aus der Nacht helllichten Tag.
Auch wenn der Augenschein trügt,
auch wenn uns manche Menschen
anderes einreden wollen:
Der Sieg Jesu begann in der Krippe
und wurde vollendet am Ostermorgen.
Jesus Christus ist der Sieger.

6. 0 du hochgesegnete Stunde, da wir das von Herzensgrunde
glauben und mit unserm Munde danken dir, o Jesulein!

Glauben — darauf kommt es an.
Das Geschaute gilt es zu glauben.
Das Gehörte gilt es zu glauben.
Wenn uns das aufgeht und eingeht,
dass Gottes Zukunft
in Jesus Christus begonnen hat,
dass das Licht in der Dunkelheit
jetzt schon leuchtet,
dann ist das ein Wunder.
Wenn wir dafür danken,
dass Jesus Christus unser Herr ist,
dass Jesus Christus für uns
in Zeit und Ewigkeit gesorgt hat,
 dann ist das die wichtigste Stunde
unseres Lebens,
dann beginnt für uns ein neues Leben,
ein Leben mit Jesus Christus.

7. Schönstes Kindlein in dem Stalle, sei uns freundlich, bring uns alle dahin,
da mit süßem Schalle dich der Engel Heer erhöht.

Herr, so begann es, in einem Stall,
in der Ärmlichkeit und Erbärmlichkeit.
Du hast die Armut reich gemacht,
die Dunkelheit des Stalles hell.
Ich weiß, dass dein Weg weiter ging.
Du bliebst kein Kind.
Du wurdest ein Mann
und hast die Welt bewegt.
Niemand kommt seitdem an dir vorbei:
kein König, kein Kaiser,
kein Ministerpräsident,
kein Wissenschaftler, kein Politiker,
kein Parlamentarier,
kein Reicher, kein Armer.
Uns alle hast du bewegt.
Wegbewegt vom Ellenbogendasein,
wegbewegt vom Leben auf Kosten anderer.
Wir wollen mit dir auf dem Weg sein,
vom Leben im Tod zum ewigen Leben,
zum Leben, das nur vom Lob bestimmt ist,
vom Lied und von Liebe.

Wir reihen uns in die Schar der Engel ein
und singen:

»Jesus Christus ist der Herr.«

Kirchenchor

Fürbittengebet

Ewiger Gott,
Gott des Lebens.
Wir finden Dich in Deinem Sohn,
durch dessen Geburt Du unsere Dunkelheit durchdringst.
Ein Kind, das zart und verwundbar ist.
In ihm leuchtet Deine Liebe auf,
strahlend wie ein nie verlöschendes Licht.
Deine Liebe, die von Anfang an war und bleiben wird
und die uns im Blick hatte von Anbeginn der Zeit.
Diese Liebe gibt uns bis in alle Ewigkeit nicht verloren.
Weil uns in deiner Liebe das Leben erschienen ist,
das uns die Richtung weist, so wollen wir dir folgen und neu aufbrechen,
um an deiner Hand unseren Weg zu finden.
Wir wollen dir begegnen und Dich in der Stille anbeten.
Stille  währenddessen wird das Licht weitergegeben
Himmlischer Vater,
dein Weihnachtslicht berührt und bewegt uns.
Wir schließen nun alle Schreie, die wir hören,
alle Not, die wir sehen, alle Trauer und Dunkelheit
in das Gebet ein, das dein Sohn uns gelehrt hat.

Vaterunser

Segen

Gottes Wort
sei Euch im Sinn und leite Euer Denken.
Gottes Wort
lege sich in Euer Herz und leite Euer Tun.
Gottes Wort
spiegele sich in Eurer Seele und leite Euren Weg. Amen.

Lied: Stille Nacht, heilige Nacht  EG 46,1-3 

Orgelnachspiel

Erstellt: 23.12.2006
Zuletzt aktualisiert: 30.3.2011 21:45 Uhr
Redakteur: Anders Grüning

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