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Predigt und Liturgie - Das Weihnachtswunder

Predigt mit Luftballon

So, endlich ist mal ein bisschen Ruhe eingekehrt. Ich weiß ja nicht, wie es bei Euch zugeht, aber bei uns ist immer Hektik.
Weihnachten ist immer so voll! Da gibt es so viele Dinge an die man denken muss. Und so viele Sachen, die man besorgen muss. Manchmal denke ich, die vier Wochen Advent reichen gar nicht. Eigentlich müsste man sich das ganze Jahr über um Weihnachten kümmern. Aber das geht ja auch nicht. Schließlich gibt es ja noch andere Feste: Ostern, Pfingsten ...

Ich habe mir mal - so aus Spaß - aufgeschrieben, was an
Weihnachten und für Weihnachten alles zu tun ist, Da ist eine Menge zusammengekommen. Ich bin gespannt, ob auch Euch so viel einfällt. Lasst mal hören, was es für das Weihnachtsfest alles zu bedenken gibt -

  • Plätzchenbacken, Weihnachtslieder üben, Essen vorbereiten,
  • Geschenke einkaufen, Tannenbaum besorgen und schmücken,
  • Wohnung putzen etc.

(Bei jedem neuen Vorschlag wird der Luftballon ein Stück weiter aufgeblasen. Die Kinder werden wohl sehr schnell spitz kriegen, was da am Ende passieren kann -und sich vielleicht dadurch animiert fühlen, auch ohne Motivation Vorschläge zu machen. Bis der Luftballon schließlich - am besten mit einem lauten Knall -
platzt!)

Oje, was ist den nun passiert? Hat jemand gesehen, was auf dem Luftballon stand?

(Reaktionen abwarten.)

Weihnachten, genau! Und jetzt? Was ist jetzt geschehen? Richtig, Weihnachten ist geplatzt! Wie kommt das denn? (Reaktionen abwarten.)

Ob das wohl alles ein bisschen zu viel war?
Vielleicht beschäftigen wir uns an Weihnachten einfach mit zu vielen Dingen, die vielleicht auch gar nicht so wichtig sind und am Ende so viel Hektik verbreiten, dass man das Fest gar nicht mehr genießen kann?
Worum geht es denn an Weihnachten? Was feiern wir
eigentlich? Woran sollen wir uns erinnern? (Reaktionen abwarten.)

In Windesheim:
der Wirt entdeckt das Kind im Stall und rennt los, weckt die anderen: „In meinem Stall ist Kind geboren. Ein besonderes Kind. Fragt nicht warum, Ich weiß es nicht, aber das spürt man.“

In Guldental:
Onkel Herbert: „Die Frage nach dem Weihnachtswunder ist eben keine Rechenaufgabe wie eins puls eins gleich zwei. Und das ist auch gut so!“

Das Weihnachtswunder: Gott schenkt es, wenn auch alles geplatzt  scheint, da nimmt Gott Platz. – mitten unter uns  -  damals wie heute. Denn darauf kommt es an: Geben wir Gott Raum?
Hektisch ist es damals also nicht zugegangen, eher beschaulich und ruhig. Natürlich kam auch Besuch. Und es gab auch Geschenke. Obwohl die Hirten gerade von der Arbeit kamen und nichts dabei hatten - und trotzdem mitfeiern durften. Darauf scheint es also gar nicht anzukommen. Auch nicht, dass alles blitzt und blinkt. In einem Stall sieht es nun einmal nicht so aus wie in einem Palast!
Viel wichtiger war es, dass die Leute gekommen waren und gesehen haben, was da passiert ist: dass Gott in einem Kind zur Welt kommt.
Deshalb feiern wir Weihnachten!
Und dazu braucht man viel weniger, als wir denken: die Bereitschaft, sich von dem Kind in der Krippe anrühren zu lassen. Albrecht Goes hat es in die Worte gefasst:

Wir suchen dich nicht, wir finden dich nicht,
du suchst und du findest uns, ewiges Licht.
Wir können dich, Kind in der Krippe, nicht fassen,
wir können die Botschaft nur wahr sein lassen.
Amen.

Liturgie

Votum

Wir feiern diesen Gottesdienst am Heiligabend
im Namen des Vaters,
der uns liebt wie seine Kinder.
Im Namen des Sohnes,
der uns liebt wie seine Brüder und Schwestern.
Und im Namen des Heiligen Geistes,
der uns liebt wie ein guter Freund.

Gebet

Guter Vater im Himmel, jetzt sind wir hier,
bei dir, zu Gast in deinem Haus.
Unsere Gedanken finden langsam zu dem Fest,
dass wir an diesem Abend feiern:
die Geburt Jesu.
Wir bitten dich:
Sei bei uns, hilf uns zur Ruhe zu kommen,
unsere Gedanken zu sammeln
und uns darüber zu freuen,
dass du in diese Welt kommst,
um mit uns das Leben zu teilen. Amen.

Fürbitten

Guter Vater im Himmel,
nicht nächstes Jahr,
schon heute wollen wir daran denken,
dass Weihnachten nicht das Fest der Geschenke,
sondern das fest deiner Liebe ist.
Schon heute wollen wir daran denken,
dass du an diesem Abend Mensch geworden bist
und uns deshalb alle Menschen wichtig sein sollten.
Schon heute Abend wollen wir daran denken,
dass wir die Kranken und Armen,
die Einsamen und die Traurigen,
die Unglücklichen und Hungernden
nicht vergessen werden.
Schon heute Abend wollen wir daran denken,
uns auf das zu besinnen,
was wirklich wichtig ist:
die Liebe zu dir,
die Liebe in unseren Familien
und die Liebe zu unseren Mitmenschen.
Vater Unser ...

Segen

Es segne Euch der Vater
der uns liebt wie seine Kinder.
Es segne Euch der Sohn,
der Euch liebt wie seine Brüder und Schwestern.
Es segne Euch der Heilige Geist,
der uns liebt wie ein guter Freund.
Amen.

Erstellt: 23.12.2006
Zuletzt aktualisiert: 31.3.2011 17:13 Uhr
Redakteur: Anders Grüning

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