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Predigt - Der göttliche Weg

Gnade sei mit euch und Friede von Gott unserem Vater und dem Herrn Jesus Christus. Amen

Liebe Gemeinde, gerade mal vier Tage ist es her, dass wir das Neue Jahr begonnen haben. Als ich noch ein Kind war, da dachte ich, dass mit dem Beginn eines neuen Jahres alles anders werden würde. Das, was war konnte ich hinter mir lassen und ich konnte wieder von vorne beginnen. Mein Leben lag vor mir, wie ein leerer Suppentopf, den ich wieder füllen konnte.

Nun, vielleicht hatten sie ja auch solche Gedanken zu Jahresbeginn und heute, vier Tage danach, hat uns der Alltag wieder, unsere Illusion vom leeren Suppentopf ist dahin. Da machen sich Unsicherheiten in ganz verschiedene Richtungen breit.  Wie wird es mit der Gesundheit bei mir oder bei Freunden und Angehörigen werden? Ist mein Arbeitsplatz sicher? Welchen Weg werden meine Familie, meine Kinder und Enkel gehen? Auf welchem Weg befindet sich unsere Gemeinde? Wie überstehe ich die ständig steigenden Lebenskosten?

Die gegenwärtige Finanzkrise sitzt uns mehr oder weniger im Nacken. Düstere Prognosen läuten das neue Jahr ein. Die Bundeskanzlerin, Angela Merkel, hat uns Deutsche auf ein schwieriges neues Jahr eingeschworen. Das Jahr 2009 werde ein Jahr voller Herausforderungen, sagte Merkel.

"Es wird viel zu tun sein, und wir werden die Kraft aller und das Mitmachen aller brauchen."

Die Bundesregierung werde alle Anstrengungen darauf richten,

"die Situation in unserem Lande in einer guten Weise zu gestalten"

, so die Kanzlerin.

In der letzten Zeit haben wir schon gespürt, wie rasch Menschen und die Wirtschaft an ihre Grenzen geraten und wie sicher Geglaubtes unsicher wird. Wir haben unsere Grenzen zu spüren bekommen, die niemand von uns wahrhaben wollte. Prioritäten im Leben setzen, das ist für viele von uns wichtig, das wissen die meisten von uns. Nur die meisten von uns setzen falsche Prioritäten. Ansehen, Macht, Amüsement und das liebe Geld scheinen sehr erstrebenswert. Ja, diese Dinge sind der Lebensinhalt vielen von uns, so nach dem Motto: Wir leben nur einmal!

Und viele Menschen fragen sich: was hält uns denn? Was ist sicher und trägt uns? Unsere Sehnsucht nach etwas Neuem bleibt. Kann überhaupt etwas Neues werden in diesem Jahr? Kann überhaupt etwas Neues werden in unserem Land, in der Politik? Kann überhaupt etwas Neues werden im Zusammenleben unterschiedlicher Menschen in unserer Gemeinde? Kann überhaupt etwas Neues werden trotz allem, was geschehen ist?

Ein reicher Jüngling kommt zu Jesus. Er hat alles, was man zu einem schönen Leben braucht, Pferd, Wagen, Haus Frau und Freunde, und eigentlich müsste er zufrieden sein. Die Gebote hält er, er bricht nicht die Ehe, er ehrt Vater und Mutter und gestohlen hat er auch noch nie. Und doch merkt er, dass das nicht langt, um sich das ewige Leben zu sichern. Er ist unzufrieden mit sich selbst und mit seinem Glauben. Irgendwas fehlt ihm noch. Er hat alles versucht um möglichst gut vor Gott dazustehen. Doch innerlich ist er unzufrieden und fragt Jesus

„Meister, was muss ich tun, um das ewige Leben zu erlangen?”

Jesus antwortete ihm:

„Verkaufe alles, was Du hast, und verteile es an die Armen und folge mir nach.”

Der Jüngling aber wurde traurig, denn er war sehr reich.

Dieses Gleichnis, so denke ich, passt sehr gut in unsere Zeit hinein. In die Zeit der Finanzkrisen und drohenden Rezessionen. Ich denke da an die Manager, die großzügig auf ihre Bonuszahlungen verzichten oder an das Gejammer von Aufsichtsräten, die keine staatliche Hilfen in Anspruch nehmen wollen, weil sonst die Managergehälter dann auf ein Jahresgehalt von 500.000 € gedeckelt werden. Das Herz des reichen Jünglings ist offensichtlich durch seinen Besitz gefangen. Er schafft es nicht, alles herzugeben und Gewohntes zurückzulassen, um Jesus nachzufolgen.

Was aber hält mein Herz gefangen? Was hindert mich daran, mich ganz Gott und meinem Nächsten und meiner Nächsten zu öffnen? Wir können, wie der Jüngling nach den Geboten Gottes leben und dennoch nicht in seiner Nachfolge stehen. Habgier, Eifersucht, Neid, Hass, sie treiben uns fort von Gott, ja, sie blockieren unseren Weg zu ihm und zu unseren Nächsten.

Wer darf sich da noch Hoffnung auf das ewige Leben machen? Wer kann dann noch selig werden?

Der reiche Jüngling hat sich damals von Jesus abgewendet, weil sein Herz an anderen Dingen hing. Und wir? Halten wir es für möglich, dass Jesus unser Leben möglich macht, so dass wir zufrieden sind und uns nichts mehr fehlt? Was fehlt uns? Was kann Jesus bei uns möglich machen, was wir nicht für möglich halten? Aus eigenem Vermögen können wir die Nachfolge nicht erreichen. Nur wenn Gott eingreift, ändert sich etwas. Er kann die Reichen von der Bindung an ihren Besitz und auch von ihrer Bindung der Gier und Habsucht befreien. Wir wollen immer mehr ja, wir wollen immer höher hinaus.

Denn für Reiche ist das Geld häufig ihr Gott. Wer verzichtet schon gerne auf Wohlstand und Gehalt? Aber auch viele, die wenig Geld haben, lassen sich vom Geld regieren. Und Menschen, die die Rechnung aufmachen, bei Gott als Gewinner dazustehen, indem sie sich selber arm machen, dürften am Ende in die Röhre schauen. Es ist zum Verzweifeln.

Jesus gab darauf eine befreiende Antwort:

„Was bei Menschen unmöglich ist, ist möglich bei Gott“

, so auch die Jahreslosung aus Lk 18, 27, für das eben begonnene Jahr 2009.

Tut einen Schritt! Kehrt um in euren Gedanken! Entscheidet euch für den Weg der Nachfolge! Es ist der Weg zu Gott, der Weg in sein Reich. Schaut dort hin, wo Gott einen neuen Anfang gemacht hat! Schaut auf Jesus, in dem die Herrlichkeit Gottes aufleuchtet!

Ja, Gott wird sein Werk durch Jesus Christus unter uns vollenden. Er hat dem Volk, das im Dunklen lebte Licht gebracht. Wo immer ihr euch auch aufhalten werdet, das Licht der Liebe Jesu wird euch begleiten. Und wenn wir dieses Licht der Liebe Jesu ergreifen und uns von nichts anderem mehr bestimmen lassen, dann liebe Gemeinde, ist das Reich Gottes mitten unter uns. Dieses Wort aus Lukas 18, 27 gilt ursprünglich einem Menschen, der sich auch danach fragt und auch darum sorgt, wie er zum ewigen Leben finden kann.

Jesus, er schlägt diesem reichen jungen Mann einen ganz anderen Weg vor, als er ihn sich selber gedacht hätte. Mit Gottes Hilfe wird ihm ein Weg möglich, den er selbst hätte nicht gehen können. Es ist die große Zusage Gottes, dass er den Weg schafft, wo wir am Ende sind oder uns selbst im Wege stehen. Und das kann so viel Verschiedenes sein, eine Krise oder schwere Krankheit zu überstehen, eine lang gewünschte Änderung im Leben, ein Verzeihen oder ein neuer Anfang.

Was bei den Menschen unmöglich ist, das ist bei Gott möglich.

Mit dieser Aussage, liebe Gemeinde, versperrt Jesus jeden menschlichen Weg und er öffnet uns den allein göttlichen Weg. Es ist der Weg von Gottes Zuspruch, von Gottes Größe und Güte. Ja, bei Gott ist es möglich, das allein ist meine Rettung, die er mir anbietet. Alles ist mir aus der Hand genommen. Alles liegt an Gott selber. Und bei ihm ist alles möglich. Das Heil können wir uns nicht selber zusprechen oder selbst gestalten. Gott öffnet uns den Weg. Ja, dies verspricht uns Gott und darauf vertraue ich. Amen

Und der Friede Gottes, der höher ist als alle unsere Vernunft, bewahre eure Herzen und Sinne in Christus Jesus . Amen

Erstellt: 11.4.2009
Zuletzt aktualisiert: 31.3.2011 16:41 Uhr
Redakteur: Anders Grüning

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