Predigt - Eph3,14-21
Gnade sei mit euch und Friede von Gott, unserm Vater, und dem Herrn Jesus Christus! Amen.
Liebe Gemeinde, unsere Gesellschaft und viele Menschen mit ihr, leben von Sitten und Strömungen, die wie eine Welle heran schwappt und sich dann auch wieder zurück zieht. Und mit allen Wellen sind dann auch schöne neue Wörter verbunden.
Vor Jahren, da gab es die Schönheitswelle, wo vor allem das äußere Erscheinungsbild wichtig war. Gestylt sollte man sein, nicht nur im Gesicht, nein, sondern in seinem gesamten Äußeren. Das Outfit musste einfach stimmen.
Dann kam die Fitnesswelle. Und man schaute nicht nur auf das äußere Erscheinungsbild, sondern es sollte auch etwas dahinter sein. Jogging, Walking, Bodybuilding. Und was gibt es nicht alles, sich fit zu halten?
Und weil dies immer noch zu äußerlich war, folgte dann die Gesundheitswelle. Schau genau hin, was du isst. Ja, biologisch und achte dabei auf die Ernährungspyramide. Müsli, aber die Körner bitte selbst mahlen, ─ Joghurt, aber unbedingt rechtsdrehend.
Und nun, seit einiger Zeit die Erkenntnis, dass es die körperliche Gesundheit allein nicht macht, sondern dass der Mensch aus Körper und Seele besteht.
So sind wir mitten in einer neuen Welle, die noch eigentlich noch keinen festen Namen hat, vielleicht Esoterikwelle.
Sorge für deine Seele. Lebe ganzheitlich. Kümmere dich auch um den inneren Menschen.
Was der Apostel Paulus hierzu meint, das schreibt er in seinem Brief an die Epheser 3,14 -21
14 Deshalb knie ich vor Gott nieder und bete zu ihm. Er ist der Vater,
15 der alle Wesen in der himmlischen und in der irdischen Welt beim Namen gerufen hat und am Leben erhält.
16 Ich bitte ihn, dass er euch aus dem Reichtum seiner Herrlichkeit beschenkt und euch durch seinen Geist* innerlich stark macht.
17 Ich bitte ihn, dass Christus durch den Glauben in euch lebt und ihr fest in seiner Liebe wurzelt und auf sie gegründet seid.
18 Ich bitte ihn, dass ihr zusammen mit der ganzen Gemeinschaft der Glaubenden begreifen lernt, wie unermesslich reich euch Gott beschenkt.
19 Ihr sollt erkennen, was alle Erkenntnis übersteigt, nämlich die unermessliche Liebe, die Christus zu uns hat. Dann wird die göttliche Lebensmacht mit ihrer ganzen Fülle euch immer mehr erfüllen.
20 Gott kann unendlich viel mehr an uns tun, als wir jemals von ihm erbitten oder uns ausdenken können. So mächtig ist die Kraft, mit der er in uns wirkt.
21 Ihm gehört die Ehre in der Gemeinde und durch Jesus Christus in allen Generationen, für Zeit und Ewigkeit! Amen.
Gute Nachricht 1997
Liebe Gemeinde,
mit diesem Bibelwort werden wir mit hinein genommen in ein Gebet des Apostels für die Gemeinde in Ephesus. Ephesus liegt in der heutigen Türkei. An die Gemeinde richtet Paulus diesen Brief. Er ist in Bedrängnis und leidet.
Das Gebet, die Hinwendung zu Gott, ist der Ausweg für den Apostel. Seine innere geistliche Bindung an Gott ist stark und Gott selbst ist erhaben und groß. Der Betende begegnet Gott in Ehrfurcht und Demut und er beugt die Knie und neigt sich zur Erde.
Aber zugleich kann er beim Beten die Grenze zu Gott überschreiten. Er ist als Schöpfer zugleich der Vater des Himmels und der Erde. Er macht den Himmel und die Erde zu unserem Vaterland, ja, zur Heimat.
Beten, das ist die Sprache von uns Menschen, die Gott entspricht. Vorausgesetzt ist allerdings das Bekenntnis unseres Glaubens, dass Gott der Herr des Kosmos ist, d. h. der sichtbaren und unsichtbaren Welt.
Hier, liebe Gemeinde, setzen heute unsere Fragen und Zweifel an. Hält diese Gottesvorstellung unserer Kenntnis vom Kosmos stand? Sind die naturwissenschaftlichen Erklärungen der Welt nicht hilfreicher und einsichtiger?
Bringen sie nicht unser Wissen besser voran als der Glaube?
Die moderne Psychologie versucht alle Vorgänge in unserem Inneren und Äußeren materialistisch und naturgesetzlich zu erklären.
Für die Seele, für den Glauben und eine Beziehung zu Gott ist in diesem materialistischen Weltbild kein Platz. Und für viele Menschen gibt es das alles überhaupt nicht.
Glaube, Liebe und Hoffnung seien nichts anderes als emotionale Erregungen.
Was kann eine solche oberflächliche Sicht des Menschen bieten? Kann sie aus dem Kreislauf, der sich immer nur um uns selbst als Mittelpunkt dreht, befreien? Gibt es eine Perspektive für das Leben?
Damals und auch heute ist unser Leben nicht frei von dem Bösem, es wird immer und überall zu sehen sein, ja, bei unseren Nächsten und auch bei uns selber. Aber es steht auch geschrieben: Es ist dir gesagt Mensch, was gut und was böse sei.
Das Böse ist Teil unseres Lebens. Aber es ist nicht ein endgültiges Verhängnis, sofern wir die Möglichkeit und auch die Macht haben, dies zu verändern. Und darum geht es dem Apostel Paulus in seinem Brief an die Epheser.
Ihm geht es nicht um das unabänderlich Böse, wie Krankheiten, denen wir machtlos gegenüber stehen, wie
z.B. dem Krebsleiden, welches wir oft nicht besiegen können. Es geht darum, im Leben immer wieder zu fragen, was gut und was böse ist.
Was hilft zum Leben, was schadet ihm? Was ist der Wille Gottes in dieser Situation für mein Leben und für das Leben meiner Nächsten?
Und die Erkenntnisse, die wir gewinnen, die mögen uns leiten, ja, die mögen uns so leiten, dass auch von außen sichtbar wird, dieser Mensch handelt so, wie es der Glaube vorgibt.
An ihm kann ich erkennen, was es heißt: Vertrauen zu Gott zu haben. Ich kann erkennen, was es heißt, Jesus Christus zum Herrn zu haben und ihm nachzufolgen. Das ist das Ideal unseres christlichen Lebens.
Nicht wir müssen Gott gefallen, sondern Gott hat an uns Wohlgefallen und er führt uns auf diesem Weg, weil wir ihm wertvoll und wichtig sind.
Wir müssen keinen Anspruch erfüllen, sondern wir dürfen aus Dankbarkeit für sein Handeln in Christus, ja in seinem Auftrag in dieser Welt als die guten Botschafter seiner Liebe wirken. Unser Leben sei ein Zeichen der Dankbarkeit und der Freude in dem was wir tun und lassen.
Heute am Sonntag Exaudi und genauso an allen anderen Tagen unseres Lebens wird es uns an Gottes Hilfe und Begleitung, an seinem Schutz und seinem Segen nicht fehlen.
Was uns fehlt, kann immer nur unser Glaube an einen Gott sein, der nicht nur auf den sonnigen Höhen unseres Lebens mit uns geht, sondern uns auch durch die tiefsten Täler des Leids, der Not, der Sorge und der Angst führt.
Das ist mehr, als wir erkennen können. Das ist ein Glaube, der unsere Vernunft überschreitet. Dieser Glaube braucht immer wieder Bekenner, die den Kleingläubigen und Verzagten Mut machen.
Die Nachrichtenflut von Krieg und Hass, Verlusten und Einschränkungen, Versagen und Fehlern, baut nicht auf, sondern macht depressiv und zerstört.
Deshalb endet das Gebet für die Gemeinde in Ephesus am Schluss mit dem Lobpreis Gottes: Ihm gehört die Ehre in der Gemeinde und durch Jesus Christus in allen Generationen, für Zeit und Ewigkeit!
Liebe Gemeinde, das ist das Lob Gottes seit seiner Menschwerdung in Jesus Christus. Ja, von Engeln und Armen, sowie von Schwachen verkündet. Hier wird zum Preis der Ehre Gottes aufgerufen in der christlichen Gemeinde und in Jesus Christus.
Ich wünsche uns solchen Glauben und solches Vertrauen in die Liebe Jesu Christi und in Gott dem allein die Ehre gebührt in der Gemeinde, in Zeit und Ewigkeit.
Und der Friede Gottes, der höher ist, als alle unsere Vernunft, bewahre eure Herzen und Sinne in Christus Jesus Amen.
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