Gottesdienst - Erntedank 2007
Vorspiel
Begrüßung
Und Gott sprach: Es lasse die Erde aufgehen Gras und Kraut, das Samen bringe, und fruchtbare Bäume auf Erden, die ein jeder nach seiner Art Früchte tragen, in denen ihr Same ist. Und es geschah so.
12 Und die Erde ließ aufgehen Gras und Kraut, das Samen bringt, ein jedes nach seiner Art, und Bäume, die da Früchte tragen, in denen ihr Same ist, ein jeder nach seiner Art. Und Gott sah, dass es gut war.
(Genesis 1,11+12)
Dieses Bekenntnis zu Gott, dem Schöpfer steht am Anfang der Bibel.
Heute am Erntedankfest wollen wir erneut staunen über die vielen Früchte, die Gott uns schenkt. Vor dem Erntealtar lasst uns gemeinsam feiern und Gott danken mit Herzen, Mund und Händen.
Lied: EG 508, 1-4 Wir pflügen und wir streuen
Pfarrer. Im Namen des Vaters und des Sohnes …
Unsere Hilfe steht im Namen des Herrn ….
Der Herr sei mit euch
Gem.: und mit deinem Geist
Psalm 23 (Darstellung in Körpersprache)
Gemeinde: Ehr sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist, wie es war im Anfang, jetzt
und immerdar und von Ewigkeit zu Ewigkeit, Amen.
Kyriegebet
1. Wir beten: Barmherziger Gott, Schöpfer des Himmels und der Erde, wir sagen dir Danke.
Danke für die gute Ernte. Danke für den Arbeitsplatz. Danke für die Menschen, mit denen wir leben.
Danke für alles, was uns so selbstverständlich erscheint: dass wir jeden Tag satt werden.
2. Und doch hungern auf deiner Erde, viele, viele Menschen. Das sie hungern, liegt auch an uns.
Wie oft sind wir auf der Jagd nach Sonderangeboten. Menschen, Tiere und Pflanzen werden ausgebeutet, damit wir jederzeit preiswerte Lebensmittel und Kleidung kaufen können.
Wir suchen unseren Vorteil und Profit und weisen unsere Schuld weit von uns.
1. Doch du Gott kennst uns und weißt davon. Du gibst keinen Menschen auf. Du gibst deine Welt in unsere Hände, dass wir sie bebauen und bewahren. Wir bitten dich: Erbarme dich über uns.
Kyrie eleison
Gemeinde: EG 178.12: Kyrie, Kyrie eleison. Kyrie, Kyrie eleison.
Zuspruch
2. Gott spricht: Solange die Erde steht, soll nicht aufhören Saat und Ernte, Frost und Hitze, Sommer und Winter, Tag und Nacht. (Genesis 8,22)
Gemeinde: Ehre sei Gott in der Höhe und Friede auf Erden und den Menschen ein Wohlgefallen.
Lobvers: EG 324,1-2 Ich singe dir mit Herz und Mund
Kollektengebet
3. Lasst uns beten:
Guter Gott, ich staune, wie schön du deine Welt gemacht hast. Ohne dich wäre nichts da.
Keine Erde, keine Bäume, kein Wasser, keine Tiere, keine Menschen, keine Früchte, kein Himmel.
Du willst, dass alles leben kann. Deine Güte ist uns nahe wie die Luft, die wir atmen.
So viel schenkst du uns in unserem Leben. Dafür danken wir.
Gemeinde: Amen.
3. Evangeliumsansage: Wir stehen auf. Pause Wir hören das Evangelium aus Lukas 12,16-21
Gemeinde: Ehr sei dir, o Herre
Erzähler: Der reiche Kornbauer
Und Jesus sagte ihnen ein Gleichnis und sprach: Es war ein reicher Mensch, dessen Feld hatte gut getragen. Und er dachte bei sich selbst und sprach:
1.Sprecher: Was soll ich tun? Ich habe nichts, wohin ich meine Früchte sammle.
Das will ich tun: ich will meine Scheunen abbrechen und größere bauen,
und will darin sammeln all mein Korn und meine Vorräte
und will sagen zu meiner Seele: Liebe Seele, du hast einen großen Vorrat für viele Jahre; habe nun Ruhe, iss, trink und habe guten Mut!
Erzähler: Aber Gott sprach zu ihm:
2. Sprecher: Du Narr! Diese Nacht wird man deine Seele von dir fordern; und wem wird dann gehören, was du angehäuft hast?
Erzähler: So geht es dem, der sich Schätze sammelt und ist nicht reich bei Gott.
Der Herr erhalte uns sein Evangelium in Ewigkeit. Amen.
Gemeinde: Lob sei dir o Christe
Lied: EG 676, 1 – 9 Du hast uns deine Welt geschenkt
Predigt
Bei dem Lied beginnt eine/r im Hausmeisterkittel ( Herr/Frau IBE = Ich, ,bäh = Ebay) den Erntealtar mit Werbeprospekten zu zudecken.
Pfr.: Halt! Stopp! Was machen Sie denn da? So geht es aber nicht! Weg mit dem Papiermüll von unserem schönen Altar!
IBE: Wieso Papiermüll? Das sind echt wichtige Prospekte. Die brauchen wir doch zum Preisvergleich!
Pfr.: Webeprospekte, Preisvergleich? Ich verstehe nichts mehr.
IBE: Aber das ist doch ganz einfach zu begreifen. Ich habe in den letzten Tagen sämtliche Werbeprospekte aus den Zeitungen und den Briefkästen sorgfältig gesammelt, manche sogar extra trocken gebügelt. Damit niemand hinterher sagen kann: Typisch Kirche! Immer zu teuer.
Pfr.: Jetzt reicht es mir aber, Herr/Frau IIBE. Sagen Sie mir und vor allem hier den Gottesdienstbesucher und Besucherinnen, was tun Sie hier?
IBE: Ich sagte es bereits, ich sammle Werbeprospekte. Große, bunte, hochglänzende zum Aufklappen und Falten. Da sind richtig tolle Sachen dabei. Und die Menschen lachen immer so fröhlich und sehen so gesund aus. Hier wollen Sie mal sehen?
Pfr.: Das ist ja ganz schön, Herr/Frau IBE. Aber warum breiten Sie sich gerade mit Ihren Werbeprospekten hier in unserer Kirche aus?
IBE: Jetzt verstehe ich Sie nicht mehr, Herr Pfarrer! Sie haben doch neulich gesagt, dass die Erntegaben nicht mehr so an die diakonischen Einrichtungen abgegeben werden können. Hygienevorschriften und anderes mehr. Am besten, so Ihre Idee, verkaufen alle Gaben nach dem Erntedankgottesdienst.
Denn Geld braucht unsere Gemeinde mehr denn je.
Pfr.: Aber, Herr/Frau IBE, so war das doch gar nicht…
IBE: Auftrag ist Auftrag! Und so habe ich mir überlegt, wie wir das am besten machen können., sozusagen als best-practice- Gemeinde! So habe ich die Idee, wir verkaufen alle Erntegaben immer einen Cent billiger als der billigste Supermarkt! Dann sind wir die billigsten und die Leute werden Augen machen und alles ratzefatz wegkaufen und sagen:; Endlich mal ein Schnäppchen bei der Kirche gemacht. Kirche und Geiz sind einfach geil!
Pfr.: Aber, Herr/Frau IBE!
IBE: Ja, und wenn jemand meckert, dann sage ich: Nix da, hier sind die aktuellen Tiefstpreise der Konkurrenz. Macht den Preisvergleich. Wir sind sensationell die Allerbilligsten. Na, was sagen Sie nun?
Pfr.: Ich bin sprachlos.
IBE: Macht nichts. Die bunten Prospekte sprechen ja für sich.
Alles ist so perfekt und nach Euro-Norm. Die Werbeagenturen verstehen wirklich was von Vermarktung.
Übrigens: Um den Verkauf noch wirkungsvoller zu machen, habe ich schon mal ein Angebot einer Werbeagentur für unseren Erntedank – Prospekt eingeholt. Die sollten eigentlich schon da sein und Fotos machen.
Pfr.: Wie bitte????
IBE: Na ja, die bringen auch gleich richtig schönes prospektfähiges Obst mit. Hochglanzpoliert. Nicht solches Fallobst und Birnen mit Flecken und Kürbisse mit flachen Seiten und Kartoffeln mit Dreck dran…
Pfr.: Nun reicht es aber, Herr/Frau IBE! Ich glaube, Sie haben sich blenden und verführen lassen von der Schönheit der Werbung. Aber diese Schönheit ist gefährlich. Sie ist oberflächlich und lieblos. Denn sie wollen nur zum Kauf verführen. Und das scheinbar billig. Denn viele Menschen fragen nur noch danach: Was kostet’s? Was bringt es mir? Welchen Zweck hat das?
Wer so fragt, der hat nur noch Zahlen im Kopf. Nicht wahr, Herr/Frau IBE?
Der Blick für die Schönheit der Schöpfung und der Sinn für Qualität, die darin steckt, geht verloren. Aus den Augen, aus dem Sinn.
Wir in der Kirche wollen genauer hinsehen, tiefer sehen und nicht nach Zahlen leben, sondern von Gottes wunderbarer Güte.
IBE: Hm,.. Das möchte ich auch. Aber wie?
Pfr.: (nimmt einen Apfel) Hier, sehen Sie, dieser kleine Apfel. Der ist ein richtiges Sensationsexemplar.
Könnt Ihr ihn auch in der letzten Reihe sehen? Ein sensationell kleiner Apfel.
Nach der Verordnung zum Verkauf der Äpfel hätte er keine Chance. Zu klein, weniger als 5 cm Durchmesser. Nicht perfekt genug. Ausgemustert. Und trotzdem: Auch er ist gewachsen. Ein Zeichen der Güte Gottes. Und darum eigentlich unbezahlbar. Ein richtiger Himmelschatz auf Erden.
IBE: Nun kommen Sie aber ins Schwärmen!
Pfr.: Ja und ins Staunen. Haben Sie mal ein Messer dabei?
IBE: Selbstverständlich! (reicht es)
Pfr.: (schneidet Apfel quer auf) Hier in diesem sensationell kleinem Apfel, der die Norm nicht erfüllt, leuchtet dennoch Gottes Freundlichkeit auf. Kommt und schaut!
Was nach menschlichem Ermessen zu klein ist, bei Gott ist es groß genug. Was Menschen missachten und wegwerfen, bei Gott wird es zum Zeichen für seien Güte zu uns Menschen. Gottes licht leuchtet auch in diesem kleinen Apfel.
Übrigens in den Farben der Früchte sind die Farben des Regenbogens versteckt. Sieben Farben, damit wir jeden Tag, wenn wir essen, staunen können über Gottes Güte und ihm danken und lobsingen.
Lied: EG 636,1-6 Erfreue dich, Himmel, erfreue dich, Erde
1.Sprecher/in:
Jesus sagt: Ihr sollt euch nicht Schätze sammeln auf Erden, wo sie die Motten und der Rost fressen und wo die Diebe einbrechen und stehlen.
Sammelt euch aber Schätze im Himmel, wo sie weder Motten noch Rost fressen und wo die Diebe nicht einbrechen und stehlen.
Denn wo dein Schatz ist, da ist auch dein Herz.
Das Auge ist das Licht des Leibes. Wenn dein Auge lauter ist, so wird dein ganzer Leib licht sein.
Wenn aber dein Auge böse ist, so wird dein ganzer Leib finster sein.
Wenn nun das Licht, das in dir ist, Finsternis ist, wie groß wird dann die Finsternis sein!
Pfr.: Jetzt verstehen wir gut, was Jesus meint: Lasst euch nicht verblenden von bunten Prospekten, schielt nicht nach Zahlen, fragt nicht immer nur nach dem Zweck. Sondern seht tiefer, entdeckt die Freundlichkeit Gottes in den Gaben, in der Schöpfung, Und Euer leuchtendes Staunen wird andere zum Staunen bringen. Und da wir hier in der Kirche nicht geizig rechnen, sondern von der Großzügigkeit Gottes Leben, bekommen nachher alle einen kleinen Apfel geschenkt. Er soll euch erinnern: Die Erde ist ein Schatz des Himmels. Es gibt keine zweite. Wir haben nur die eine. Amen.
Lied: EG 506,1-4 Wenn ich o Schöpfer deine Macht
Glaubensbekenntnis
Wir stehen auf Pause Wir wollen mit Martin Luther unseren Glauben bekennen.
Ich glaube, dass mich Gott geschaffen hat samt allen Kreaturen,
mir Leib und Seele, Augen, Ohren und alle Glieder,
Vernunft und alle Sinne gegeben hat und noch erhält;
dazu Kleider und Schuh, Essen und Trinken,
Haus und Hof, Weib und Kind,
Acker, Vieh und alle Güter;
mit allem, was Not tut für Leib und Leben,
mich reichlich und täglich versorgt,
in allen Gefahren beschirmt
und vor allem Übel behütet und bewahrt;
und das alles aus lauter väterlicher, göttlicher Güte und Barmherzigkeit,
ohn all mein Verdienst und Würdigkeit:
für all das ich ihm zu danken und zu loben
und dafür zu dienen und gehorsam zu sein schuldig bin.
Das ist gewisslich wahr. Amen.
Lied: EG 225, 1-3 Komm, sag es allen weiter
Pfarrer: Der Herr sei mit euch
Gemeinde: und mit deinem Geist
Pfarrer: Erhebet eure Herzen
Gemeinde: Wir erheben sie zum Herren
Pfarrer: Lassset uns danksagen Gott, unserem Herrn
Gemeinde: Das ist würdig und gerecht
Gebet
Wir freuen uns, guter Gott,
über den großen Reichtum unseres Lebens: über die Nahrung, die uns stärkt,
über die Luft, die wir atmen, über Wärme und Licht, über Gemeinschaft und Liebe.
Du teilst uns Gutes aus, du teilst dich uns mit.
Wir staunen darüber, danken und singen wie viele Menschen vor uns. Heilig, heilig, heilig.
Gemeinde: Heilig, heilig, ist der Gott Zebaoth; voll sind Himmel und Erde seiner Herrlichkeit.
Hosianna in der Höhe. Gelobt sei, der da kommt im Namen des Herren.
Hosianna in der Höhe.
Konfirmand/in:
Wir bringen das Brot zum Altar.
Öffne uns die Augen für das Wunder des Brotes,
für das Wunder der Erde.
Öffne uns die Augen, dass wir sehen,
wie du uns das Brot gibst.
Öffne uns die Augen, dass wir den Hunger der anderen sehen,
das Leiden der Menschheit, die sich in Hass verzehrt
um des Brotes willen.
Du gibst uns das Brot. Du gibst uns Deine Liebe.
Hilf uns, weiterzugeben, was wir empfangen haben:
die Liebe und das Brot.
Konfirmand/in:
Wir bringen den Kelch mit dem Saft der Reben zum Altar.
Herr, unser Gott, wir loben dich.
Du schenkst uns die Frucht des Weinstocks,
das Zeichen deines Festes
Lass diesen Kelch zum Kelch des Heils werden.
Und wie aus den Körnen das Brot
und aus den Trauben der Wein geworden ist,
so mach aus uns eine Gemeinde,
ein Zeichen der Hoffnung für diese Welt.
Pfarrer: Einsetzungsworte
Unser Herr Jesus Christus, in der Nacht, da er verraten ward,
nahm er das Brot, dankte und brach’s und gab’s seinen Jüngern und sprach:
Nehmet hin und esset: Das ist mein Leib, der für euch gegeben wird,
solches tut zu meinem Gedächtnis.
Desgleichen nahm er auch den Kelch nach dem Abendmahl,
dankte und gab ihnen den und sprach:
Nehmet hin und trinket alle daraus:
Dieser Kelch ist das Neue Testament in meinem Blut,
das für euch vergossen wird zur Vergebung der Sünden;
solches tut, so oft ihr’s trinket, zu meinem Gedächtnis.
Pfarrer und Gemeinde:
Deinen Tod, o Herr, verkündigen wir und deine Auferstehung preisen wir,
bis dass du kommst in Herrlichkeit. Amen.
Pfarrer: Lasst uns gemeinsam beten wie Jesus es uns gelehrt hat:
Vaterunser
Lied: EG 502,1-2 Nun preiset alle
Fürbittengebet
Wir stehen auf Pause Wir beten:
1. Gott, du Schöpfer der Farben unserer Welt, lass Menschen mit ihren Augen deine Schönheit sehen.
2. Gott, gib ihnen viel vom Gelb des Apfels, vom Gelb der strahlenden Sonne,
um die Dunkelheit zu erhellen, die sich manchmal in ihnen breit macht.
3. Gott, gib Menschen das Orange der Mohrrüben, gib ihnen Wärme in ihre kalten Herzen,
gegen die Kälte und Hartherzigkeit in dieser Welt.
4. Gott, gib Menschen vom Rot der Tomaten, vom glühenden Rot deiner Liebe,
damit sie feurig leben, andere anstecken und begeistern.
5. Gott, gib Menschen vom Grün der Birnen, vom leuchtenden Grün der Hoffnung,
6. damit sie wieder lachen und sich am Leben freuen können.
7. Gott gib Menschen vom Blau der Trauben, vom Blau des Himmels und der Meere, die deine unendliche Weite spüren lassen.
8. Gott gib Menschen vom Violett der Pflaumen und Auberginen,
und vom Schwarz der Nacht und Weiß des Schnees,
damit sie erfahren: alle Zeiten, die hellen und die dunklen stehen in deinen Händen. Amen.
Segen
1. Sprecher: 2. Sprecher/in:
Herr, wir leben hier - segne uns.
Du schickst uns in die Welt - behüte uns.
Du gibst uns Aufgaben - lass dein Angesicht über uns leuchten.
Wir versagen oft - sei uns gnädig.
Wir fühlen uns oft allein - erheb dein Angesicht auf uns.
Gib uns und der Welt Frieden. Amen.
Lied: EG 502,4-5
Nachspiel
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