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Predigt - Eröffnung Bibelweg

Evangelium: Matthäus 16, 13-19
13 Das Bekenntnis des Petrus und die Verheißung an ihn
Da kam Jesus in die Gegend von Cäsarea Philippi und fragte seine Jünger und sprach: Wer sagen die Leute, dass der Menschensohn sei?
14 Sie sprachen: Einige sagen, du seist Johannes der Täufer, andere, du seist Elia, wieder andere, du seist Jeremia oder einer der Propheten.
15 Er fragte sie: Wer sagt denn ihr, dass ich sei?
16 Da antwortete Simon Petrus und sprach: Du bist Christus, des lebendigen Gottes Sohn!
17 Und Jesus antwortete und sprach zu ihm: Selig bist du, Simon, Jonas Sohn; denn Fleisch und Blut haben dir das nicht offenbart, sondern mein Vater im Himmel.
18 Und ich sage dir auch: Du bist Petrus, und auf diesen Felsen will ich meine Gemeinde bauen, und die Pforten der Hölle sollen sie nicht überwältigen.
19 Ich will dir die Schlüssel des Himmelreichs geben: alles, was du auf Erden binden wirst, soll auch im Himmel gebunden sein, und alles, was du auf Erden lösen wirst, soll auch im Himmel gelöst sein.
Der Her erhalte uns sein Evangelium in Ewigkeit.

Liebe Gemeinde!

Die Predigt haben wir nicht geschrieben. Die Predigt haben Gemeindeglieder aus Windesheim und Guldental geschrieben. Sie haben nämlich ihre Gedanken und Vorstellungen bildlich zum Ausdruck gebracht. Im ökumenischen Jahr der Bibel 2003 haben sie die Anregung aufgegriffen, einen Bibelweg zu gestalten.

Heute ist es uns eine große Freude, an dieser Stelle diesen Weg offiziell zu eröffnen. Der Dank gebührt den jungen Menschen, den Konfirmandinnen und Konfirmanden 2002/2004, den Frauen der Ev. Frauenhilfe Windesheim und dem Presbyterium (Kirchenvorstand).

In ganz unterschiedlicher Weise haben sie sich mit biblischen Texten beschäftigt und danach ins Bild gesetzt. Aus der Vielzahl der Bilder wollen wir heute Morgen einige näher vorstellen.

Da ist zum Beispiel die Collage vom "Goldenen Kalb". Sie kennen alle die Geschichte. Mose war auf dem Berg Sinai im Gespräch mit Gott. Er kam und kam nicht zurück. Da machte sich das Volk ein Bild von Gott. Sie gossen all ihr Geschmeide zu einem goldene Kalb. Sie feierten und tanzten tagelang darum. Bis heute ist es ein geflügeltes Wort: "Tanz um das goldene Kalb", Es bezeichnet die egoistische Lebens- und Denkweise, die sich nur um das Geld dreht und damit um Macht und Einfluss. Die Konfis haben ihre Collage so gestaltet, dass sichtbar wird, wie in frührer Zeit Götter angebetet wurden und wie heute alltägliche Dinge zu Göttern hoch geputscht werden: der PC, das Auto, der Sport und der Sex. So wird dieses Bild zu einer Mahnung, die Martin Luther in die Worte gefasst hat:

"Wir sollen Gott über alle Dinge fürchten, lieben und vertrauen."

Eine andere Collage aus dieser Gruppe ist das Bild "Umkehr". Die Jugendlichen haben sich mit der Predigt des Täufers Johannes beschäftigt, Er hat die Menschen seiner Zeit am Jordan zur radikalen Umkehr ihres persönlichen Verhaltens aufgefordert. In der Collage können sie ein Autobahnlooping sehen als Zeichen, dass wir immer schneller im Banne der Sucht bleiben. Heißt sie nun: schneller, höher weiter oder abhängiger von verschiedenen Suchtmitteln. Bemerkenswert ist ein Hinweis oben rechts in diesem Bild. Papst Johannes der II., besucht den Mann im Gefängnis, der auf ihn ein Attentat verübt hat. Umkehr beginnt, wo wir die Wege der Rache und des Hasses verlassen, wo wir lernen auch dem größten Feind zu verzeihen. So öffnen sich für Täter und Opfer neue Lebenswege.

Aus den Bildern zu den Seligpreisungen habe ich das Wort Jesu ausgesucht:

"Selig sind, die da Leid tragen; denn sie sollen getröstet werden."

Die Frauen haben dazu folgendes ausgesagt: Wir verstehen dieses Wort so: Nicht die, die Leid und Not übersehen, verdrängen und noch vergrößern sind selig. Nicht die, das Gesundheitssystem auf Kosten der älteren Menschen sanieren wollen, sind selig. Selig sind die, die sich dem andern in seiner persönlichen Not zuwenden, ihn spüren lassen: Ich bin bei dir. Im Bild zeigen die sich gegenseitig stützenden Hände: Geteiltes Leid ist halbes Leid und geteilte Freude ist doppelte Freude.
Darum wünschen wir uns von Gott:

So nimm denn meine Hände und führe mich
bis an mein selig Ende und ewiglich.
Ich mag allein nicht gehen, nicht einen Schritt:
wo du wirst gehn und stehen, da nimm mich mit.
(EG 376,1)

Ein anderes Bild nimmt das Wort Jesu auf:

"Selig sind, die reinen Herzens sind; denn sie werden Gott schauen."

Was die Frauen dabei bewegt hat, haben sie in die Worte gefasst:Wir verstehen dieses Wort so: Nicht die sind selig, die mit Intrigen, mit Mobbing am Arbeitsplatz ihre Position festigen.
Selig sind, die nach Gottes Wort fragen und nach seinem Wort leben und handeln. Selig sind, die wie der evangelische Pfarrer Martin Niemöller fragen:

"Was würden Jesus heute dazu sagen?"

Unser Bild zeigt: Hände auf einem Herzen. Von Gottes großzügigem Herzen wollen wir uns leiten lassen.
Darum wünschen wir uns von Gott:

Allmächtiger Gott, gib, dass dein Wort bei uns nicht ein steinernes Herz und eine eiserne Stirn vorfindet, sondern den gelehrigen Sinn, der sich dir erwartungsvoll öffnet. Lass uns erfahren, dass du unser Vater bist, und stärke uns in dem Vertrauen, dass du uns als deine Kinder angenommen hast.
(Johannes Calvin)

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Liebe Gemeinde,

wir können und wollen nicht jedes Bild auslegen. Wir wollen Sie ermutigen sich Zeit zu nehmen und immer wieder sich von den Bildern ansprechen zu lassen. Vielleicht entdecken Sie ja Details, die unseren Augen entgangen sind, die Ihnen viel wichtiger und nachdenkenswerter erscheinen als uns.

Zu guter Letzt habe ich eine herzliche Bitte, achten und pflegen Sie diese Bilder als Zeugnisse des christlichen Glaubens. Ich danke ganz herzlich Herrn Herbert Reimann für die Aufstellung der Stickel und deren kostenlosen Zur-Verfügung-Stellung. Die Alutafeln allerdings haben ein kleines Vermögen gekostet. Wer sich daran beteiligen möchte, darf der ev. Krchengemeinde eine Spende zukommen lassen.

Erstellt: 31.12.2004
Zuletzt aktualisiert: 4.4.2011 09:36 Uhr
Redakteur: Anders Grüning

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