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Predigt - Wo Glaube Hände und Füße hat

Die Gnade unseres Herrn Jesus Christus, die Liebe Gottes und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes sei mit euch allen Amen.

1.Joh 5,1 - 4
1 Wer glaubt, dass Jesus der versprochene Retter ist, hat Gott zum Vater. Und wer den Vater liebt, der ihn gezeugt hat, wird auch alle anderen lieben, die vom selben Vater stammen.
2 Doch ob wir die Kinder Gottes auch wirklich lieben, das erkennen wir daran, dass wir Gott lieben, und das heißt: seine Gebote befolgen.
3 Die Liebe zu Gott ist nur echt, wenn wir nach seinen Geboten leben. Und seine Gebote sind nicht schwer zu befolgen;
4 denn alle, die Gott zum Vater haben, siegen über die Welt. Der Sieg über die Welt ist schon errungen - unser Glaube ist dieser Sieg!

Worte, gerichtet an Menschen, die ihren Glauben nur in ihrem Herzen tragen, wo der Glaube weder Hände noch Füße hat: Füße, die hingegen und Hände, die zupacken.

Worte, gerichtet an Menschen, für die Christus nur ein Gedanke ist, nicht aber der Jesus, der die Höhen und Tiefen der Menschen mitgeht; der Jesus, der liebt und leidet, der zornig ist und für ein Leben auf dieser Erde kämpft, so, wie es Gott gemeint hat.

Worte, gerichtet an Menschen, die Taten durch Worte ersetzen: Gerechtigkeit, Liebe und Glaube, also auch an uns. Unser Glaube - der Sieg? Wie ist es um unseren Glauben bestellt?

Viele Menschen kehren innerlich und ebenso äußerlich unserer Gemeinde und unserer Kirche den Rücken, halten sie für weltfremd und überholt. Lieber wenden sie sich auf dem religiösen Markt anderen Angeboten zu.

Und die Menschen, die auch weiterhin bewusst zu ihrer Gemeinde und Kirche stehen, geraten immer mehr in eine abwehrende Haltung gegenüber den immer aggressiver argumentierenden Zweiflern am Christentum.

Unser Glaube - der Sieg? Wie ist es um unseren Glauben bestellt? Welche Visionen von Christus haben wir, die wir immer mehr ins gesellschaftliche Abseits zu rutschen drohen? Haben wir überhaupt noch Visionen? Wie lässt sich die Christuswirklichkeit in einer modernen Welt formulieren und verkündigen?

Der Verfasser unseres heutigen Predigttextes, Johannes, lässt keinen Zweifel daran, was für ihn persönlich und ebenso für die Leser der Guten Nachricht, aber ganz besonders für uns heute morgen hier im Gottesdienst, das entscheidende Wichtige ist: Wer glaubt, dass Jesus der Christus, ich füge hinzu sein Retter ist, der ist von Gott geboren, das heißt, der ist Gottes Kind, so wie Jesus von Gott geboren ist.

Somit ist ganz klar und deutlich beschrieben, soweit dies überhaupt möglich ist, was Jesus für uns bedeutet. Jesus ist nicht nur unser Vorbild, nein, er ist der, der uns von den Sünden frei spricht und somit in eine Verbindung zu Gott bringt.

Wir sind außerstande diese Verbindung zu Gott zu schaffen. Weil wir diese aber haben müssen, um wirklich Mensch zu sein, darum hat Gott Jesus gesandt. Jesus schafft diese Verbindung zu Gott. Er ist das leibhaftige und sichtbare Zeichen der Liebe Gottes zu uns.

Wenn wir daran glauben und so zur Einsicht kommen, dass Gott uns durch Jesus liebt, dann, liebe Gemeinde, dann können wir gar nicht anders, als Gott wieder zu lieben. Und wie äußert sich dieses dann bei uns?

Ich denke, wenn wir durch Jesus mit Gott verbundene Menschen sind, dann lieben wir auch die, die wie wir Gottes Kinder sind und wir werden versuchen andere mit Jesus bekannt zu machen; denn es ist Gottes Wille alle Menschen als seine Kinder zu haben.

Dieser Umgang mit unseren Mitmenschen, ist genau das, was Gott uns in seinem Gebot empfiehlt: "Du sollst deinen Nächsten lieben, wie dich selbst." (3. Mose 19, 18) Wenn wir nur nicht immer vergessen wollten, dass Gott unsere Nächste und unseren Nächsten genau so gerne hat wie uns selbst.

Dieses Liebhaben, liebe Gemeinde, ist für uns keine Last, sondern etwas, was Jesus einer jeden und jedem von uns erweist und auch anbietet. Worte, gerichtet an Menschen, die ihren Glauben nicht nur in ihrem Herzen tragen, sondern wo der Glaube Hände und Füße hat: Füße, die hingehen und Hände, die zupacken.

Worte, gerichtet an Menschen, die Taten durch Worte ersetzen: Gerechtigkeit, Liebe und Glaube, also auch an uns. Unser Glaube - der Sieg, der die Welt überwunden hat? Wie ist es um unseren Glauben bestellt?

In unserem Predigttext stellt Johannes noch einmal die Tatsache heraus, die Jesus selbst gesagt hat:

"Ich habe die Welt überwunden."
(Joh 16, 33)

Das ist, so denke ich, der Inhalt unseres Glaubens, den wir annehmen sollen, und den Jesus auch meint, wenn er uns auffordert:

"Glaubet an mich!"

Unser Glaube bekommt dadurch Gewicht, dass es der Glaube an Jesus Christus ist. Dieser Glaube ruht nicht auf unserer Gedankenwelt, er ruht auf der Gabe Gottes; denn der Vater hat den Sohn gesandt zur Erlösung aller Menschen auf dieser Welt.

Allerdings gehört diese Welt nicht uns. Sie gehört dem, den Gott zum Herrn und Christus gemacht hat. Viele Menschen wissen das noch nicht und viele bezweifeln oder bestreiten dies. Aber Gott wird Recht behalten.

Der Verfasser unseres Predigttextes möchte uns bewegen, unseren Glauben öffentlich zu bezeugen und uns in der Hoffnung gewiss machen, dass kein Dienst im Namen Jesus Christi vergeblich ist.

Der Verfasser unseres Predigttextes möchte uns überzeugen, dass Jesus Christus die Welt wirklich überwunden hat und wir hier und heute an seinem Sieg schon teilhaben.

Der Verfasser unseres Predigttextes möchte, dass wir an diesem Glauben unter allen Umständen festhalten sollen, auch wenn es viele Menschen gibt, die unseren Glauben für anmaßend und überheblich halten.

Wir aber liebe Gemeinde wollen an unserem Glauben festhalten und in Christus bleiben, denn dann sind wir gewiss, dass wir mit ihm die Welt überwinden werden und den Überwinder in seiner Herrlichkeit schauen dürfen.


Und der Friede Gottes, der höher ist als alle unsere Vernunft, bewahre eure Herzen und Sinne in Christus Jesus Amen.

Erstellt: 8.1.2005
Zuletzt aktualisiert: 4.4.2011 09:43 Uhr
Redakteur: Anders Grüning

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