Predigt "Gott sei Dank, es ist Sonntag"

Gott sei Dank, es ist Sonntag

Treffpunktgottesdienst zu Fuß und auf Rädern

am Sonntag, 24. August 2008 in Guldental

Statt Eingangsmusik fragen, woher kommt Ihr

- aus Guldental

- aus Windesheim

- aus Langenlonsheim etc.

Jedes mal werden die Besucher/innen mit Fahrradklingel begrüßt oder lautem Hallo: "Schön, dass ihr da seid"

 Umfrage: Was machen Sie gerne am Sonntag?
- Schlafen. Und auf jeden Fall Fußball. Was noch, was noch, was noch...?

Am Sonntag erst mal Kirchgang, dann vielleicht ein Spaziergang. Ein bisschen draußen an der frischen Luft. Ältere Menschen besuchen. Das sind Dinge, die mir Spaß machen.
Mit meinen Kindern spielen. Ja, mehr mach ich da nicht.
Auf'm Sofa liegen, was mit Freunden machen, schwimmen gehen. Ja, das wars.
Eis essen. Malen. Gameboy. Malen. Malen.

Ich muss arbeiten auch am Sonntag. Wir haben eine Wirtschaft.
Also ich putze Sonntags generell mein Haus. Dann gehe ich laufen und bespaße meinen Hund.
Ja, wir gehen auch, mein Partner und ich, morgens laufen. Und dann fahren wir meisten in den Stall, weil er da 'n Pferd stehen hat. Und abends gucken wir ,Tatort'. Also wir gehen nicht in die Kirche, wenn Sie das wissen wollten... Putzen gehen, shoppen.

Was machen wir? Wir frühstücken morgens gemeinsam - wie immer. Mein Mann geht dann Skat spielen. Und wenn er mittags nach Hause kommt, so zwischen zwölf und eins, dann gibt's Mittagessen. Und der Nachmittag, der ist variabel. Wir gehen leider nicht in die Kirche, obwohl wir und mein Mann sehr viel Kirchensteuer bezahlen. Der sagt immer, für das Geld kann er sich nen eigenen Pastor halten.

Was machen wir Sonntags? Wir ruhen uns aus, erholen uns, lesen Zeitung, genießen unser Leben.

Ich gehe natürlich sonntags in die Kirche.

Begrüßung

"Ich gehe natürlich sonntags in die Kirche." -
So treffen wir uns hier - heute am Sonntagmorgen zum Gottesdienst,
um immer wieder auch ein Gefühl dafür zu bekommen,
wie kostbar der Sonntag ist -
dieser Tag, der die Alltäglichkeit unterbricht,
dieser Tag, an dem wir das Leben feiern.

Wir feiern miteinander Gottesdienst
im Namen Gottes des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen.


Sonntags-Meditation mit Worten aus Psalm 104
Lied: 577,1

1. Kommt herbei, singt dem Herrn, ruft ihm zu, der uns befreit.

Kommt herbei, singt dem Herrn, ruft ihm zu, der uns befreit.

Singend lasst uns vor ihn treten, mehr als Worte sagt ein Lied.

Singend lasst uns vor ihn treten, mehr als Worte sagt ein Lied.

Sonntag.
Ein Sonnentag
vielleicht wenigstens im übertragenen Sinne...
Ein lichter Tag.
Ein Tag, der mein Leben erhellt.

Seit Generationen,
Jahrhunderten,
Jahrtausenden
ein Ruhetag
zwischen den Tagen täglicher Arbeit -
ein Tag zum Aufleben
zwischen all den Alltagen.

Ein Tag in der Familie,
für uns.
Ein Tag für mich.

"...und als er alles vollendet hatte,
ruhte Gott am siebenten Tage von allen seinen Werken,
die er gemacht hatte." 
So steht es auf der ersten Seite der Bibel.

 

Lied: 577,2

2. Er ist Gott, Gott für uns, er allein ist letzter Halt.

Er ist Gott, Gott für uns, er allein ist letzter Halt.

Überall ist er und nirgends, Höhen, Tiefen, sie sind sein.

Überall ist er und nirgends, Höhen, Tiefen, sie sind sein.

Mein Gott, du bist herrlich.
Licht ist dein Kleid, das du anhast.
Du breitest den Himmel aus wie einen Teppich.
Du lässt Wasser in den Tälern quellen,
dass die Tiere des Feldes trinken
und das Wild seinen Durst lösche.
Darüber sitzen die Vögel des Himmels
und singen unter den Zweigen.
Du lässt Gras wachsen für das Vieh
und Saat, dass du Brot aus der Erde hervorbringst,
dass der Wein erfreue des Menschen Herz
und sein Antlitz schön werde.
Wie sind deine Werke so groß und viel!
Du sendest deinen Atem aus,
und es entsteht Leben.
Du gibst der Erde ein neues Gesicht.

Lied: 577,3

3. Ja, er heißt: Gott für uns; wir die Menschen, die er liebt.

Ja, er heißt: Gott für uns; wir die Menschen, die er liebt.

Darum können wir ihm folgen, können wir sein Wort verstehn.

Darum können wir ihm folgen, können wir sein Wort verstehn.

Den Rhythmus finden
zwischen  Arbeit und Erholung,
Anstrengung und Entspannung,
Alltagsroutine und schöpferischer Kreativität,
die mich erneuert.

... den Rhythmus finden
und ihn nicht wieder verlieren.

Den Rhythmus bewahren,
der mich erfrischt
und immer wieder neu aufstehen lässt.

Ein Tag, der mich stärkt.
Ein Tag, der mein Leben erhält.
Sonntag.

 

Lied: 577,6

6. Menschen, kommt, singt dem Herrn, ruft ihm zu, der uns befreit.

Menschen, kommt, singt dem Herrn, ruft ihm zu, der uns befreit.

Singend lasst uns vor ihn treten, mehr als Worte sagt ein Lied.

Singend lasst uns vor ihn treten, mehr als Worte sagt ein Lied.


Biblische Lesung1. Mose 1,1-4a. 26-31a; 2,1-4a
verbunden mit einer schönen Musik


Erzähler/in: Ich lese Worte aus dem ersten Kapitel der Bibel:

Am Anfang schuf Gott Himmel und Erde.
Und die Erde war wüst und leer,
und es war finster auf der Tiefe;
und der Geist Gottes schwebte auf dem Wasser.
Und Gott sprach:
Gott:  Es werde Licht!
Erzähler/in: Und es ward Licht.
Und Gott sah, dass das Licht gut war.

 

Musik - spielt ca. eine ½ Minute, dann wird über die Musik gesprochen:

Erzähler/in: Und Gott sprach:
Gott:  Lasset uns Menschen machen,
ein Bild, das uns gleich sei,
die da herrschen über die Fische im Meer
und über die Vögel unter dem Himmel
und über das Vieh
und über alle Tiere des Feldes
und über alles Getier, das auf Erden kriecht.

Erzähler/in: Und Gott schuf den Menschen zu seinem Bilde,
zum Bilde Gottes schuf er ihn;
und schuf sie als Mann und Frau.
Und Gott segnete sie
und sprach zu ihnen:
Gott:  Seid fruchtbar und mehret euch
und füllet die Erde
und machet sie euch untertan
und herrschet über die Fische im Meer
und über die Vögel unter dem Himmel
und über das Vieh
und über alles Getier, das auf Erden kriecht.

Erzähler/in:  Und Gott sprach:
Sehet da,
ich habe euch gegeben alle Pflanzen,
die Samen bringen, auf der ganzen Erde,
und alle Bäume mit Früchten, die Samen bringen,
zu eurer Speise.
Aber allen Tieren auf Erden
und allen Vögeln unter dem Himmel
und allem Getier, das auf Erden lebt,
habe ich alles grüne Kraut zur Nahrung gegeben.

Erzähler/in: Und es geschah so.

Musik - spielt ca. eine ½ Minute, dann wird wieder über die Musik gesprochen:

Erzähler/in: Und Gott sah an alles, was er gemacht hatte,
und siehe, es war sehr gut.
Da ward aus Abend und Morgen der sechste Tag.
So wurden vollendet Himmel und Erde
mit ihrem ganzen Heer.

Musik - spielt ca. eine ½ Minute, dann wird wieder über die Musik gesprochen:

Erzähler/in: Und so vollendete Gott am siebenten Tage seine Werke, die er machte,
und ruhte am siebenten Tage von allen seinen Werken, die er gemacht hatte.
Und Gott segnete den siebenten Tag
und heiligte ihn,
weil er an ihm ruhte von allen seinen Werken,
die Gott geschaffen und gemacht hatte.
So sind Himmel und Erde geworden.

Musik

"Mein Sonntag"

Matthias Drobinski, Redakteur der Süddeutschen Zeitung in München

Ich habe ihn verloren, den Sonntag, der zur Kindheit gehörte wie die unverwüstliche dreiviertellange Lederhose. Er war sehr geregelt und ging damit los, dass das Radio zum Frühstück die Küche mit dem Kirchenfunk füllte; es folgte der gutkatholische Kirchgang, manchmal ein Kindergottesdienst, immer der Klatsch auf dem Kirchplatz. Zum Mittagessen gab es Pommes und gegrilltes Hähnchen und für die vier Kinder eine Flasche Cola, deren Inhalt aber mit Sprudelwasser verdünnt werden musste. Um zwei packten meine Eltern (und manchmal, wenn Mama zu kaputt war, auch nur mein Vater) die Blagen in den Ford Transit und es ging in den Wald, sich zu verdrecken, Schrammen und blutige Knie zu holen, um fünf hielten wir vor der Eisdiele, drei Kugeln waren erlaubt, außer in der Fastenzeit - da gab es nichts. Es war ein sehr geregelter und doch sehr freier Tag, manchmal kratzte er wie ein lästiger Wollpullover, aber die Woche machte Pause, es war Gottes- und nicht Menschentag.
Ich hatte als Jugendlicher sehr oft das Gefühl, Gott im Gottesdienst zu begegnen, das ist mir geblieben.

Lied: 272

Ich lobe meinen Gott von ganzem Herzen.

Erzählen will ich von all seinen Wundern und singen seinem Namen.

Ich lobe meinen Gott von ganzem Herzen.

Ich freue mich und bin fröhlich, Herr, in dir. Halleluja!

Ich freue mich und bin fröhlich, Herr, in dir. Halleluja!

Aktion: Bänder verteilen

Lied:EG 408, 1-6

1. Meinem Gott gehört die Welt, meinem Gott das Himmelszelt,

ihm gehört der Raum, die Zeit, sein ist auch die Ewigkeit.

2. Und sein eigen bin auch ich. Gottes Hände halten mich

gleich dem Sternlein in der Bahn; keins fällt je aus Gottes Plan.

3. Wo ich bin, hält Gott die Wacht, führt und schirmt mich Tag und Nacht;

über Bitten und Verstehn muss sein Wille mir geschehn.

4. Täglich gibt er mir das Brot, täglich hilft er in der Not,

täglich schenkt er seine Huld und vergibt mir meine Schuld.

5. Lieber Gott, du bist so groß, und ich lieg in deinem Schoß

wie im Mutterschoß ein Kind; Liebe deckt und birgt mich lind.

6. Leb ich, Gott, bist du bei mir, sterb ich, bleib ich auch bei dir,

und im Leben und im Tod bin ich dein, du lieber Gott!

 

Predigt-Meditation 

Ich fahre gern Fahrrad. Dabei erlebe ich ein Gefühl von Freisein. Ich atme durch. Ich spüre die frische Luft.

So ist das auch mit dem Sonntag. Ein Ruhetag für Leib und Seele, damit wir durchatmen können.

Manchmal muss ich beim Radfahren auch ganz schön strampeln, wenn ich z.B. einen Berg befahre. Das erfordert meinen ganzen Einsatz. Aber dann werde ich auch belohnt, wenn ich die schöne Aussicht genießen kann.

So ist das auch mit dem Sonntag. Nach der wöchentlichen Anstrengung ist er wie ein Rastplatz. Ich finde Zeit für mich, für andere und für Gott.

Ich finde es schön, beim Radfahren meine Geschwindigkeit selbst bestimmen zu können.

So ist das auch mit dem Sonntag. Da kann ich den Rhythmus bestimmen, der mir gut tut.

Manchmal peitscht der Wind mir ins Gesicht. Dann spüre ich ihn auf meiner Haut. Manchmal treibt mich der Rückwind an. Dann fährt es sich noch mal so schnell. Das genieße ich in vollen Zügen.

So ist das auch mit dem Sonntag. Er will mir den Rücken stärken, neuen Schwung verleihen. Darum sagt Jesus einmal: ?Der Sabbat ist um des Menschen willen gemacht und nicht der Mensch um des Sabbats willen."

Ich freue mich, dass es so viele Fahrwege in unserer Heimat gibt. Sie schenken mir ganz neue Eindrücke. Ich entdecke manches, was ich sonst nicht wahrnehmen würde.

So ist das auch mit dem Sonntag. Gott erschließt mir durch sein Wort die Schönheit unserer Welt, den Sinn meines Lebens.

Ich freue mich, wenn ich endlich mein Ziel erreicht habe. Dann fallen alle Strapazen von mir ab. Da fühle ich mich einfach wohl.

So ist das auch mit dem Sonntag. Er wie ist ein Etappenziel auf dem Weg zur Ewigkeit. Auf diesem Weg verspricht mir Jesus: ?Und siehe, ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende." Das schenkt Mut für die nächste Etappe, für die neue Woche.

Lied: EG 515,1-3+6-7+9

Refrain: Laudato si, o mi signore, laudato si, o mi signore, laudato si, o mi signore, laudato si,

o mi signor.

1. Sei gepriesen, du hast die Welt geschaffen, sei gepriesen für Sonne, Mond und Sterne,

sei gepriesen für Meer und Kontinente, sei gepriesen, denn du bist wunderbar, Herr!

2. Sei gepriesen für Licht und Dunkelheiten! Sei gepriesen für Nächte und für Tage!

Sei gepriesen für Jahre und Gezeiten! Sei gepriesen, denn du bist wunderbar, Herr!

3. Sei gepriesen für Wolken, Wind und Regen! Sei gepriesen, du lässt die Quellen springen!

Sei gepriesen, du lässt die Felder reifen! Sei gepriesen, denn du bist wunderbar, Herr!

6. Sei gepriesen, denn du, Herr, schufst den Menschen! Sei gepriesen, er ist dein Bild der Liebe!

Sei gepriesen für jedes Volk der Erde! Sei gepriesen, denn du bist wunderbar, Herr!

7. Sei gepriesen, du selbst bist Mensch geworden! Sei gepriesen für Jesus, unsern Bruder!

Sei gepriesen, wir tragen seinen Namen! Sei gepriesen, denn du bist wunderbar, Herr!

9. Sei gepriesen, o Herr, für Tod und Leben! Sei gepriesen, du öffnest uns die Zukunft!

Sei gepriesen, in Ewigkeit gepriesen! Sei gepriesen, denn du bist wunderbar, Herr!

Glaubensbekenntnis

Lied: EG 425, 1-3

1. Gib uns Frieden jeden Tag! Lass uns nicht allein. Du hast uns dein Wort gegeben,

stets bei uns zu sein. Denn nur du, unser Gott, denn nur du, unser Gott,

hast die Menschen in der Hand. Lass uns nicht allein.

2. Gib uns Freiheit jeden Tag! Lass uns nicht allein. Lass für Frieden uns und Freiheit

immer tätig sein. Denn durch dich, unsern Gott, denn durch dich, unsern Gott,

sind wir frei in jedem Land. Lass uns nicht allein.

3. Gib uns Freude jeden Tag! Lass uns nicht allein. Für die kleinsten Freundlichkeiten

lass uns dankbar sein. Denn nur du, unser Gott, denn nur du, unser Gott, hast uns alle in der Hand.

Lass uns nicht allein.

Fürbittengebet

1 Gott, wir danken dir für den Sonntag - danken dir für die Unterbrechungen des Alltags.
Lass uns diesen Tag bewahren.

2 Wir bitten dich für alle Menschen, junge und alte, kleine und große -
 schenk ihnen, schenk uns immer wieder ein Aufatmen, dass wir uns immer wieder neu aufeinander einlassen können.

1 Wir bitten dich für alle, die sonntags arbeiten müssen. Schenke auch ihnen Phasen der Erholung. Lass die Unterbrechungen des Alltags für niemanden untergehen.  

2 Wir bitten dich für alle, die Macht haben über Arbeit und Brot.
Schenk ihnen Ehrfurcht vor diesem Tag und vor dir.

1 Wir bitten dich für alle, die heute am Raderlebnistag unterwegs sind, behüte sie vor Unfall und Schaden und schenke ihnen einen fröhlichen Tag.

2 Gott, wir danken dir für den Sonntag - danken dir für die Unterbrechungen des Alltags. Lass uns diesen Tag bewahren.

1 Vater unser im Himmel...

Sendung und Segen

1. Sonntag.
Ein Sonnentag
vielleicht wenigstens im übertragenen Sinne...
Ein lichter Tag.
Ein Tag, der mein Leben erhellt.

Seit Generationen,
Jahrhunderten,
Jahrtausenden
ein Ruhetag
zwischen den Tagen täglicher Arbeit -
ein Tag zum Aufleben
zwischen all den Alltagen.

Ein Tag in der Familie,
für uns.
Ein Tag für mich.

"...und als er alles vollendet hatte,
ruhte Gott am siebenten Tage von allen seinen Werken,
die er gemacht hatte." 
So steht es auf der ersten Seite der Bibel.


2. Den Rhythmus finden
zwischen  Arbeit und Erholung,
Anstrengung und Entspannung,
Alltagsroutine und schöpferischer Kreativität,
die mich erneuert.

... den Rhythmus finden
und ihn nicht wieder verlieren.

Den Rhythmus bewahren,
der mich erfrischt
und immer wieder neu aufstehen lässt.

Ein Tag, der mich stärkt.
Ein Tag, der mein Leben erhält.
Sonntag.


3. Gehen wir in diesen Sonntag mit dem Segen Gottes.
Gott segne dich und behüte dich.
Gott lasse leuchten sein Angesicht über dir und sei die gnädig.
Gott erhebe sein Angesicht auf dich und gebe dir Frieden. Amen.

 

Lied: EG 265,1-5

1. Nun singe Lob, du Christenheit, dem Vater, Sohn und Geist,

der allerorts und allezeit sich gütig uns erweist,

2. der Frieden uns und Freude gibt, den Geist der Heiligkeit,

der uns als seine Kirche liebt, ihr Einigkeit verleiht.

3. Er lasse uns Geschwister sein, der Eintracht uns erfreun,

als seiner Liebe Widerschein die Christenheit erneun.

4. Du guter Hirt, Herr Jesus Christ, steh deiner Kirche bei,

dass über allem, was da ist, ein Herr, ein Glaube sei.

5. Herr, mache uns im Glauben treu und in der Wahrheit frei,

dass unsre Liebe immer neu der Einheit Zeugnis sei.

Musik

Zehn Argumente für den arbeitsfreien Sonntag

"Gott sei Dank, es gibt den Sonntag"

1) Der Sonntag ist Ruhetag. Gott selbst hat es vorgemacht: Es gibt Zeiten der Arbeit und Zeiten der Ruhe: Der Sonntag ist der Tag, an dem nicht gearbeitet wird.

2) Der Sonntag gibt der Woche den Rhythmus. Ohne Rhythmus wäre das Leben Chaos, ohne regelmäßig wiederkehrende Abläufe würde der Mensch krank. Der Sonntag gibt der Woche den Takt an.

3) Der Sonntag ist Feiertag. Menschen leben nicht nur von der Arbeit. Sie brauchen auch Zeit zum Feiern. Für Christinnen und Christen ist das Woche für Woche der Sonntag. Dann feiern sie gemeinsam Gottesdienst und hören auf Gottes Wort.

4) Der Sonntag ist ein Tag der Erinnerung. Menschen haben eine Geschichte, die ihr Leben bestimmt. Am Sonntag gedenken Christinnen und Christen der Grundlagen ihres Glaubens: In der Tradition des Alten Testaments an den Auszug Israels aus Ägypten (5. Mose 5,15), vor neutestamentlichem Hintergrund an die Auferstehung Jesu Christi.

5) Der Sonntag ist ein freier Tag für die ganze Gesellschaft. Nach biblischer Tradition ist der Sonntag ein freier Tag für alle Menschen, nicht nur für die Mitglieder der Kirchen. Deshalb macht sich die Kirche für den arbeitsfreien Sonntag stark. Sie dankt allen, die an diesem Tag arbeiten, damit wir uns wohl und sicher fühlen können. Unsere Kirche setzt sich aber dafür ein, dass ihre Tätigkeiten Ausnahmen bleiben und Arbeit am Sonntag nicht zur Regel wird.

6) Der Sonntag stellt den Menschen in den Mittelpunkt. Maschinen brauchen keine Erholungspausen, sie laufen rund um die Uhr. An Werktagen geben sie das Tempo vor, der Sonntag orientiert sich dagegen am Menschen.

7) Der Sonntag rückt die Werte ins rechte Licht. Niemand muss immer und überall kaufen müssen, wenn ihm gerade danach gelüstet. Der Sonntag schützt den Menschen davor, falschen Werten nachzulaufen. Er bietet Gelegenheit zur Besinnung auf das, was zählt.

8) Der Sonntag ist Familientag. In Zeiten zunehmender Arbeitsbelastung und flexibler Arbeitszeiten gewinnt der Sonntag als gemeinsam begangener Tag aller Familienmitglieder an Bedeutung. Diese Möglichkeiten sollten auch den Angestellten im Einzelhandel zu Gute kommen, die bei einer Öffnung der Läden am Sonntag arbeiten müssten.

9) Der Sonntag gibt Kraft für die neue Woche. Ob Gottesdienst, Wanderung, Spielenachmittag oder Zeit für Lektüre und Gespräch - der Sonntag gibt Raum, um für die Woche aufzutanken. Der Sonntag ist eine lebensnotwendige Atempause für uns Menschen. Oder um es mit Albert Schweitzer zu sagen: "Wenn deine Seele keinen Sonntag hat, dann verdorrt sie."

10) Der Sonntag ist auch nach fast 2000 Jahren noch lebendig. Kaiser Konstantin hat den Sonntag im Jahr 321 zum öffentlichen Ruhetag erklärt und damit dem Abendland ein wertvolles Kulturgut hinterlassen. Kurzsichtiges Konsumdenken sollte dieses Kulturgut, das in Artikel 140 des Grundgesetzes besonders geschützt ist, nicht zerstören. Unser Leben ist mehr als Arbeit, Kaufen und Besitzen. Dafür steht der Sonntag.

Erstellt: 15.10.2008
Zuletzt aktualisiert: 5.4.2010 14:59 Uhr
Redakteur: Simone Schreiner