Predigt - Hoffnung
Liebe Gemeinde,
1. Paulus Ermahnung als Zeichen der Hoffnung
1.1. An Hoffnung wachsen
Es ist die Hoffnung, die in uns gesteckt wird, an der wir wachsen. Es sind die Bilder davon, wie es sein könnte, die uns Mut machen. Das mir jemand trotz allem Gutes zutraut, das gibt neuen Mut.
1.2. Paulus traut zu - der Predigttext
Im heutigen Predigttext traut der Apostel Paulus der Gemeinde in Rom eine Menge zu; vielleicht mehr als wir für möglich halten. Er schreibt im 12. Kapitel seines Briefes an die Gemeinde in Rom:
9 Die Liebe sei ohne Falsch. Hasst das Böse, hängt dem Guten an.
10 Die geschwisterliche Liebe untereinander sei herzlich. Einer komme dem andern mit Ehrerbietung zuvor.
11 Seid nicht träge in dem, was ihr tun sollt. Seid brennend im Geist. Dient dem Herrn.
12 Seid fröhlich in Hoffnung, geduldig in Trübsal, beharrlich im Gebet.
13 Nehmt euch der Nöte der Heiligen an. Übt Gastfreundschaft.
14 Segnet, die euch verfolgen; segnet, und flucht nicht.
15 Freut euch mit den Fröhlichen und weint mit den Weinenden.
16 Seid eines Sinnes untereinander. Trachtet nicht nach hohen Dingen, sondern haltet euch herunter zu den geringen. Haltet euch nicht selbst für klug.
1.3. Ein hoher doch sinnvoller Anspruch
Ein hohen Anspruch den Paulus da an die Gemeinde und somit auch an uns richtet. Und uns mag die Frage beschleichen: Ist das den überhaupt möglich? Doch die Ermahnung des Paulus wäre ja sinnlos, würde er es für unmöglich halten, das Menschen als Christen so leben können. Paulus will mit dem Brief die Gemeinde aufbauen und nicht fertig machen. Er will mit seinen Ermahnungen Hoffnung machen. Er will der Gemeinde in Rom sagen: So kann christliche Gemeinde sein.
- voll Liebe und Achtung vor der Würde jedes anderen Menschen;
voll Begeisterung und Tatkraft; - voll Frömmigkeit gegen Gott und Gastfreundschaft gegen die Menschen;
- voller Friedfertigkeit, auch da wo es schwer fällt;
- fähig sich von Leid eines anderen Menschen anrühren zu lassen
- fähig aber auch, sich mit einem Menschen zu freuen
- und bei allem doch bescheiden und eines Sinnes zu sein.
1.4. Der Dreiklang der Liebe
Fröhlich, geduldig und beharrlich ist der Dreiklang; der diese große Hoffnung zusammen hält. Man könnte es auch schlichter sagen: "Nichts anderes als die Liebe kann dieses alles vollbringen."
2. Das Geheimnis der Rose
2.1. Gandhi als Beispiel
Wenn wir überlegen, wo sich so etwas finden lässt kommen wir schnell zu beeindruckenden Persönlichkeiten, deren Leben ganz von der Liebe zu ihren Nächsten bestimmt war. Mir fällt Mahatma Gandhi ein, der Vater des gewaltlosen Wiederstandes, der mit seiner friedvollen Art Indien in die Unabhängigkeit geführt hat. Kein Christ sondern ein Hindu, der doch diese Ermahnungen des Paulus, vielleicht ohne sie zu kennen, doch beispielhaft umgesetzt hat.
2.2. Das Geheimnis
Er wurde einmal von einem christlichen Missionar gefragt, was er uns seine Kollegen tun müssten, damit die Inder die Lehre Christi besser verstünden und freudiger lebten.
(Rose nehmen)
Gandhi erinnert den Missionar an das Geheimnis der Rose. Alle Menschen lieben diese Blume, weil sie so gut duftet. Das ist ihr Geheimnis, das Geheimnis der Rose. Dann zum Missionar gewandt: " (langsam) Gehen sie hin und duften Sie! Duften sie mehr nach dem, was Ihnen Ihr Herr Jesus Christus verkündet und vorgelebt hat. Duften sie nach Jesus - dann folgen ihnen auch die Menschen. Duften sie wie eine Rose! Dann sind Sie ein Segen für ihre Mitmenschen - und Gott wird Freude haben an ihrem Leben."
2.3. Wachsen an einer Ermahnung
Wieder eine Ermahnung, doch wieder eine Ermahnung, an der der Missionar und wir wachsen können. Gandhi traut hier dem Missionar zu, das er duften kann. Er sagt ihm damit: Alles kluge Reden bringt nichts, wenn es die Menschen nicht auch erfahren können; wenn die Menschen einen Duft davon in die Nase bekommen.
3. Die Rose heute ?!
3.1. Unsere Gemeinde als Rose
Und wir hier in Windesheim/Guldental:
Wo duften wir, hier als Gemeinde? Im Vorbereitungskreis haben wir solche Rosen in unserer Gemeinde gefunden, die duften.
So ist zum Beispiel der Besuchsdienst, ein wichtiges Zeichen unserer Gemeinde, dass wir die Menschen nicht vergessen, die nicht im Mittelpunkt stehen.
- So ist unsere Gemeinde eine echte Gemeinschaft in den verschiedenen Gruppen.
- In den ganz unterschiedlichen Chören,
- in den Frauenhilfen
- oder in verschiedenen Bibelkreisen
- Hier wird etwas von dem Verwirklicht wozu uns Paulus auffordert und uns zutraut.
- Menschen begegnen sich
- üben gegenseitig Gastfreundschaft
- können ihre Sorgen und ihre Freude miteinander teilen.
3.2. Mehr als nur die Kerngemeinde
Jedoch Paulus traut uns heute noch mehr zu. Er belässt es nicht bei dem Blick auf die Kerngemeinde. Er ruft uns auf, auch über den Tellerrand unserer Gemeinde zu sehen. Auf die zu zugehen, die noch außerhalb stehen. Ja sich mit denen zu versöhnen, die ich nicht leiden kann.
3.3. Glaube ist keine Teilzeitbeschäftigung
Das Leben als Christ hört für Paulus nicht an der Kirchentür auf. Glaube ist für ihn keine Teilzeitbeschäftigung. Christliche Nächstenliebe ist kein Minijob. Sondern eine Glauben der unser ganzes Leben bestimmen soll. Nicht nur im Gottesdienst, nicht nur in den Gemeindekreisen, sondern in unserem ganzen Leben sollen wir duften wie eine Rose.
4. Der Grund dieses Vertrauens
Doch wie entsteht eine solche Gemeinde?
Woher nimmt Paulus dieses Vertrauen, das er so zu der Gemeinde sprechen kann? Paulus hat die ersten 11 Kapitel seines Briefes dazu verwendet dieses seinen Leser klar zu machen. Der Grund der zu einer solchen Hoffnung ermutigt liegt einzig und allein in Gott. Die Hoffnung das Gott sein Versprechen hält. Die Hoffnung, dass Gott sich selbst treu bleibt. Das heißt: Gott gibt uns nicht auf, auch wenn er Grund dazu hätte. Von seiner Lieben kann uns nichts trennen. Und diese Sicherheit bringt Paulus dazu, von den Christen so hoch zu denken das er diese Ermahnungen als ein Hoffungszeichen ihnen schreiben kann. Dieses Versprechen Gottes gilt auch uns. Und mit diesem Versprechen Gottes können wir hinausgehen; hinaus zu anderen Menschen und sie fühlen und spüren lassen, was uns treibt. Gottes geschenkt Liebe wollen wir nicht für uns behalten, sondern anderen davon abgeben.
Und lassen sie uns nicht vergessen:
Es ist die Hoffnung, die in uns gesteckt wird, an der wir wachsen; es sind die Bilder davon, wie es sein könnte, die uns Mut machen.
Und der Friede Gottes, welcher höher ist als alle Vernunft regiere und bewahre unsere Herzen und unsere Sinne in Christus Jesus. Amen.
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