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Predigt - Der Gerechtigkeit ein Gesicht geben

Predigt zur Konfirmation am Sonntag Jubilate, 03.Mai 2009  in Windesheim
und am Sonntag Kantate, 10. Mai 2009, in Guldental

Text:
Auf dem Weg der Gerechtigkeit ist Leben.
Sprüche 12,28

Liebe Konfirmandinnen, liebe Konfirmanden
Der Gerechtigkeit ein Gesicht geben – Mit diesem Satz habt ihr mich an unserem Konfirmandenwochenende überrascht. Als Ihr Eure Ergebnisse vorgestellt habt, was Ihr mit dem Wort gerecht verbindet, habt Ihr lauter Begriffe aufgezählt wie Teilen, Fair sein, höflich, großzügig, Meinungsfreiheit, Gleichberechtigung, Menschenrechte. Auf die Nachfrage, wer oder was fällt Euch  konkret zu diesem Begriff ein, habt Ihr dann Menschen aus Eurem Leben genannt.

Auffällig war dabei, das Oma und Opa  die am häufigsten genannten Personen waren, danach folgten die besten Freunde bzw. Freundinnen,  hin und wieder eine Lehrerin, ein Lehrer, bekannte Größe wie Nelson Mandela, Martin Luther King, St. Martin oder der Bischof Nikolaus. Wer nicht genannt wurde, waren die Eltern. Aber trösten sich, liebe Eltern, als Großeltern werdet Ihr dann wieder sehr gefragt sein.    

Der Gerechtigkeit ein Gesicht geben  - Aus der Vielzahl Eurer Arbeiten, die beim Vorstellungsgottesdienst hier ausgestellt waren, habe ich Euer Kreuz ausgewählt. Dieses Kreuz symbolisiert sehr schön und eindrücklich, Gottes Gerechtigkeit hat sein unverkennbares Gesicht in Jesus Christus.

1.     Der Gerechtigkeit ein Gesicht geben: Gott spricht es einer jeden und einem jeden persönlich zu: Du bist einmalig.

In Jesus Christus zeigt sich Gott, der uns Menschen würdigt, indem er uns annimmt wie wir sind. Da werden nicht die Fehler und Verfehlungen, die Schwächen und das Versagen angeprangert, sondern er überrascht uns vielmehr mit unerwarteter Großzügigkeit.

In einem modernen Lied heißt es:

Vergiss es nie: Das du lebst, war keine eigene Idee,
und das du atmest, kein Entschluss von dir,
Vergiss es nie: Das du lebst, war eines anderen Idee ,
und das du atmest, sein Geschenk an dich.
Du bist gewollt, kein Kind des Zufalls, keine Laune der Natur,
ganz egal, ob du dein Lebenslied in Moll singst oder Dur.
Du bist ein Gedanke Gottes –
Ein genialer noch dazu. DU BIST DU.

(Jürgen Werth)

2.     Der Gerechtigkeit ein Gesicht geben: Gott spricht es einer jeden und einem jeden persönlich zu: Ich bin Dein Freund.

In Jesus Christus zeigt sich Gott als Freund der Kinder, als Freund der Schwachen und Kranken, als Freund der Suchenden nach dem Sinn des Lebens, In einem modernen Gleichnis  heißt es:

Eines Nachts hatte ich einen Traum: Ich ging am Meer entlang mit meinem Herrn.
Vor dem dunklen Nachthimmel erstrahlten, Streiflichtern gleich, Bilder aus meinem Leben. Und jedes Mal sah ich zwei Fußspuren im Sand, meine eigene und die meines Herrn. Als das letzte Bild an meinen Augen vorüber gezogen war, blickte ich zurück.
Ich erschrak, als ich entdeckte, dass an vielen Stellen meines Lebensweges nur eine Spur zu sehen war. Und das waren gerade die schwersten Zeiten meines Lebens.
Besorgt fragte ich den Herrn: "Herr, als ich anfing, dir nachzufolgen, da hast du mir versprochen, auf allen Wegen bei mir zu sein. Aber jetzt entdecke ich, dass in den schwersten Zeiten meines Lebens nur eine Spur im Sand zu sehen ist. Warum hast du mich allein gelassen, als ich dich am meisten brauchte?"  Da antwortete er: "Mein liebes Kind, ich liebe dich und werde dich nie allein lassen, erst recht nicht in Nöten und Schwierigkeiten. Dort, wo du nur eine Spur gesehen hast, da habe ich dich getragen."
(Margaret Fishback Powers)

Ja, in  Jesus Christus zeigt sich Gott als Freund, der sogar sein Leben dahin gibt, dass wir Menschen aus Schuld und Angst, aus Kleinmut und Verzagtheit befreit zu neuem Leben befähigt werden, das selbst der Tod nicht besiegen kann.

3.     Der Gerechtigkeit ein Gesicht geben: Gott spricht es einer jeden und einem jeden persönlich zu: Ich traue Euch zu, Euer Leben gerecht zu gestalten.

In Jesus Christus zeigt uns Gott den Weg der Gerechtigkeit. Auf diesem von Euch gestalteten Kreuz sind einige Wege aufgezeigt: fair und hilfsbereit, Meinungsfreiheit, Respekt und Zusammenhalt. Auf diesen Weg werdet Ihr heute eingeladen mitzugehen und mit Euren Gaben und Fähigkeiten ihn mitzugestalten.

In einer modernen Kurzgeschichte heißt es:

Ein junger Mann betritt einen Laden. Hinter der Theke steht ein Engel. Hastig fragte er ihn: „Was verkaufen Sie hier?“ Der Engel antwortete freundlich: „Alles, was Sie wollen.“ Der Mann begann aufzuzählen: „Dann hätte ich gern das Ende aller Kriege in der Welt, bessere Bedingungen für die Randgruppen der Gesellschaft, Beseitigung der Elendsviertel in Lateinamerika, Arbeit für die Arbeitslosen, mehr Gemeinschaft und Liebe in der Kirche, eine bessere Welt für alle, mehr Frieden, freundlichere Mitmenschen, eine gerechtere Verteilung der Güter dieser Welt, folgsamere Kinder, mehr Verständnis für Jugendliche bei den Erwachsenen, mehr Menschlichkeit und .. und ...“

Da fällt ihm der Engel ins Wort: „Entschuldigen Sie, Sie haben mich falsch verstanden. Wir verkaufen keine reifen Früchte, wir verkaufen nur den Samen.“

Heute mit der Konfirmation werdet Ihr durch den persönlichen Zuspruch ermutigt als Christinnen und Christen den Weg der Gerechtigkeit zu gehen. Heute erhaltet Ihr symbolisch den Samen des Glaubens, damit euer Leben vielfältig und reich werde; denn das ist die großartige biblische Verheißung: Auf dem Weg der Gerechtigkeit ist Leben. Amen.

Erstellt: 9.3.2011
Zuletzt aktualisiert: 31.3.2011 16:40 Uhr
Redakteur (nicht zwingend Autor): Anders Grüning

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