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Gottesdienst - Treffpunkt Gottesdienst 2007

Wenn ihr so viel Glauben habt wie…

1. Vorspiel

2. Schlaglichter „Glauben“

• Ich glaube, morgen gibt es schönes Wetter.
• Ich glaube fest an die Wiedergeburt der Seele.
• Ich glaube nur, was ich mit eigenen Augen sehe.
• Ich glaube, ich liebe dich.
• Ich glaube, es gibt keinen Teufel.
• Ich glaube, ich bin verstrahlt.
• Ich glaube, im Alter versteht man sich als Paar besser.
• Ich glaube an die Kraft der Steine.
• Ich glaube an Gott.
• Ich glaube, die Sterne lügen nicht.
• Ich glaube, Strom ist gelb.
• Ich glaube, mich tritt ein Pferd.
• Ich glaube dir.
• Ich glaube, die Klassenarbeit ist gut gelaufen.
• Ich glaube, ich kann nicht glauben.
• Ich glaube, wir werden gute Freunde.
• Ich glaube, Gott hat die Welt geschaffen.
• Ich glaube mich zu erinnern.
• Ich glaube an ein gutes Ende.
• Ich glaube, da komme ich nicht weiter.
• Ich glaube an den technischen Fortschritt.
• Ich glaube an Jesus Christus.

3. Lied: Meine engen Grenzen EG 600,1-3

4. Begrüßung

Wenn ihr so viel Glauben habt wie… unter diesem Thema steht der heutige Gottesdienst. Wir laden Sie und Euch herzlich ein, dem Glauben in seiner Vielfalt auf die Spur zu kommen.
So feiern wir Gottesdienst
im Glauben an den Vater, der uns das Leben schenkt und noch erhält
im Glauben an Jesus, der uns mit seinem Wort Glauben zuspricht
im Glauben an den Heiligen Geist, der uns ermutigt auf sein Wort hin, Glauben zu wagen.
Der Herr sei mit euch.

Gemeinde: und mit deinem Geist.

5. Nach Psalm 11

Gott ist der Gedanke,
der mir eine neue Hoffnung gibt.
Gott ist der Ort,
wo ich in meiner Angst geborgen bin.
Gott ist die Kraft,
die mich in meiner Furcht nicht fallen lässt.
Gott ist der Allmächtige,
mit einem Blick durchschaut er uns Menschen.
Gott ist der Gerechte,
mit einem Fingerzeig trennt er die Guten von den Bösen.
Gott ist der Herr,
seine Gerechtigkeit breitet sich aus über die ganze Erde.
6. Eingangsgebet
Gott, wir bitten dich für diesen Gottesdienst
Wir kommen zu dir mit dem, was uns Freude macht,
mit dem, was uns ärgert; mit dem, was uns zu dir führt,
und mit dem, was uns ablenkt.
Lass uns beten – nicht, als ob es in den Wind geredet sei.
Lass uns hören – nicht, als ob wir schon alles wüssten.
Lass uns singen – nicht so, als ob es eine Zumutung wäre.
Lass uns aus dem Gottesdienst herausgehen –
nicht so, als ob wir gar nicht hier gewesen wären.
Hilf uns, dass wir uns öffnen für das,
was du geben und sagen willst.
Kyrie eleison!     (gefunden in einem deutschen Gottesdienst in Dänemark)

7. Kyrieruf EG 178.9

8. Zuspruch:

Der Apostel ermutigt uns: Alle eure Sorge werft auf ihn; denn er sorgt für euch.
(1.Petrus 5,7)

So singen wir ihm unser Lob.

9. Lied. Ich lobe meinen Gott von ganzem Herzen EG 272

10. Gebet

Herr Jesus Christus, der du von einer hebräischen Mutter geboren wurdest, aber voll Freude warst über den Glauben einer syrischen Frau und eines römischen Soldaten, der du die Griechen, die dich suchten, freundlich aufgenommen hast und es zuließest, dass ein Afrikaner dein Kreuz trug: Wir danken dir, dass auch wir zu dir gehören. Hilf uns, mit Menschen aller Rassen und Völker Erben deines Reiches zu werden. Amen.

11. Wir hören die Lesung aus dem Lukasevangelium 17,5-6 nach der Übersetzung von Jörg Zink

Die Apostel baten den Herrn: „Gib uns immer mehr Glauben!“ Aber der Herr antwortet: „Wenn ihr nur so viel Glauben habt, wie ein winziges Senfkorn groß ist, dann könnt ihr zu dem Maulbeerbaum da sagen: „Ziehe deine Wurzel aus dem Boden und verpflanz dich ins Meer!“ – Er gehorcht.

12. Lied:  Kleines Senfkorn Hoffnung  Mein Liederbuch 2: B 190

13. Predigt mit dem Lied: Wir haben Gottes Spuren festgestellt  EG 648,1-3

1. Wussten Sie/wusstet Ihr, dass es mehr als 700 Körner schwarzen Senfes bedarf, um ein Gewicht von ein Gramm zu erreichen?
Und Jesus sagt uns:

„Wenn ihr nur so viel Glauben habt, wie ein winziges Senfkorn groß ist!“

Durch diesen Vergleich mit einem Senfkorn veranschaulicht Jesus: Es ist nicht entscheidend, wie groß und stark dein Glaube ist. Glaube, der so winzig und unscheinbar ist wie ein Senfkorn, ist bereits Glaube. Denn ein solcher kleine "Senfkornglaube" ist starker Glaube!
In solchem Vertrauen haben Abraham und Sara die Heimat verlassen und sind in die Fremde gezogen.
In solchem Glauben hat Friedrich Bodelschwingh, der Gründer von Bethel, die Menschen seiner Zeit gebeten, die Brocken zu sammeln, d.h. alte abgetragene Kleider oder gebrauchte Briefmarken zu sammeln und  sie nach Bethel zu schicken. So haben dort behinderte  Menschen Arbeit und Lohn bis heute gefunden.
Auch wir haben hier in unserer Kirchengemeinde oftmals  erfahren, im Glauben können wir viel bewegen. Davon erzählen z.B. die schönen Fenster in dieser Kirche. Davon erzählt die derzeitige Innenrenovierung der Guldentaler Kirche.
Und Jesus sagt uns:

„Wenn ihr nur so viel Glauben habt, wie ein winziges Senfkorn groß ist!“

Damit macht Jesus deutlich, dass der Glaube ein Prozess ist. Martin Luther hat diesen seht anschaulich beschrieben:

"Das christliche Leben ist nicht ein Frommsein, sondern ein Frommwerden, nicht ein Gesundsein, sondern Gesundwerden, überhaupt nicht ein Sein, sondern ein Werden, nicht Ruhe, sondern Übung. Wir sind’s noch nicht, wir werden’s aber. Es ist noch nicht getan und geschehen, es ist aber auf dem Weg."

Wir singen nun den 1. Vers des Liedes: Wir haben Gottes Spuren festgestellt

Lied: EG 648,1

2. Kennen Sie/Kennt Ihr  Asterix und Obelix? Kinder und Jugendliche kennen sie bestimmt. Das sind Comicfiguren. Asterix und Obelix sind Gallier. Beide leben in einem Dorf, das von den Römern belagert wird. Von den Kämpfen um dieses Dorf erzählt die Comicreihe "Asterix und Obelix". Ich möchte Ihnen/Euch Obelix etwas näher vorstellen: Obelix ist eine imposante Erscheinung: groß, sehr kräftig gebaut, große Füße, große Nase, rote Zöpfe und roter Bart, weiß-blau gestreifte Hosen, ein kleiner Helm auf dem Kopf. Obelix ist jemand Besonderer: Als Kind ist er beim Spielen in den Kessel mit dem sog. Zaubertrank gefallen. Dieser Zaubertrank hat eine extreme Wirkung: Wer davon trinkt, und sei es nur ein einziger Tropfen, erhält unvorstellbare Kraft. Er wird rasendschnell, bärenstark, niemand kommt an ihm vorbei.

Er steht wie eine Mauer und kann selbst Menschenketten durchbrechen und Bäume ausreißen. Normalerweise hält diese Wirkung nicht lange an. Anders bei Obelix. Obelix ist immer so stark, wie er aussieht. Er ist unbesiegbar. Er wirft Felsbrocken, als seien es Kieselsteinchen. Obelix weiß: Er kann sich auf seine Kraft verlassen. Genauso weiß er, dass er diese nicht aus sich selbst heraus hat, sondern weil er in den Kessel mit Zaubertrank gefallen ist. Und sollte ihm irgendwann einmal diese Kraft verloren gehen, kann er wieder von dem Zaubertrank trinken und so neue Kraft tanken. Obelix traut seiner Kraft viel zu. Vielleicht sogar alles. Obelix, der Gallier: ein Mensch, den nichts umhauen, der sogar Bäume ausreißen kann.

Liebe Gemeinde, so eine Kraft zu besitzen, wäre toll. Wer wünscht sich das nicht, unbesiegbar zu sein? Genau zu wissen, wo Kraftreserven zu finden sind? Sich auf sich selbst verlassen zu können? Und zwar nicht nur auf die äußere Kraft, die Muskelkraft - so wie ein Obelix, ein Rambo oder ein Superman. Wenn ich Sie fragen würde, wo Sie die Kraft für Ihr Leben hernehmen - die Antworten würden sicher unterschiedlich lauten: „Aus der Partnerschaft." „Aus der Familie." „Aus dem Freundeskreis." „Meine Arbeit gibt mir Kraft." Und einige würden vielleicht sagen: „Aus meinem Glauben."

Kraft aus dem Glauben bezogen die Israeliten, als sie nur mit ihren Posaunen tagelang um Jericho  zogen, bis die Stadtmauern fielen.
Kraft aus dem Glauben bezog David, als er dem Riesen Goliath gegenüber trat. Die israelischen Militärberater wollten ihn eigentlich in eine Rüstung stecken. Doch selbst die Kleinste war ihm zu groß. So nahm er nach seiner Gewohnheit 5 Kieselsteine in der Hand und trat furchtlos Goliath gegenüber und besiegte den Schrecken Israel.

Kraft aus dem Glauben . Von einem Besuch in Taizé  habe ich folgenden Gedanken mitgenommen. Eine einzelne Kerze ist verloren und allein, wenn sie erlischt, kann sie sich nicht selbst wieder anzünden. Doch wo viele Kerzen zusammenstehen, da kann sich die eine an der anderen wieder entzünden, wenn der Wind oder der Regen sie ausgelöscht hat. Ich muss nicht alles von mir selbst erwarten. Die Gemeinschaft des Glaubens trägt selbst das schwächste Glied.
Und so höre ich Jesus sagen:

"Seid zufrieden mit eurem Glauben. So groß oder klein er euch auch erscheinen mag, in ihm liegt die ganze Kraft des Glaubens. Ihr habt zwar manchmal das Gefühl, dass er nicht ausreicht. Dass er zu schwach ist, um etwas zu vollbringen. Dass er euch auf eurem Lebensweg nicht durchhalten lässt. Aber das stimmt nicht! Euer Glaube ist ganzer Glaube. Euer Glaube hat die Kraft, Dinge zu verändern, Einstellungen, Beziehungen. Denn ich selbst stehe hinter eurem Glauben und sorge für euch."

Wir singen nun den 2. Vers des Liedes: Blühende Bäume haben wir gesehen

Lied: EG 648,2

3. Der Maulbeerbaum gilt als besonders fest und tief im Erdreich verwurzelt. Daher kann er allen Widrigkeiten sich widersetzen, hält sogar längere Trockenzeiten aus. In der Antwort Jesu steht er als Sinnbild für die immer wieder zu machende Erfahrung. Da lässt sich nichts machen! Das ist aussichtslos! Für die Erkenntnis: Da ändert sich sowieso nichts!
Doch Jesus ermutigt mit dem Glauben gegen solche Einstellung offensiv und progressiv anzugehen.

"Nur aus dem Unmöglichen kann die Welt erneuert werden."
(D.Bonhoeffer)

Unmöglich erschien es vielen, als Martin Luther King seine Gemeinde  in Montgomery 1955 aufforderte, den öffentlichen Busverkehr zu boykottieren. Der Anlass war, dass am 1. Dezember 1955 die schwarze Bürgerrechtlerin Rosa Parks verhaftet wurde, weil sie sich weigerte, im Bus einem Weißen Platz zu machen. Der Boykott dauerte 381 Tage und erregte auch im Ausland Aufsehen. Der gewaltlose Widerstand endete 1956 mit dem Erfolg, dass der Oberste Gerichtshof jede Art von Rassentrennung in den Bussen der Stadt Montgomery verbot.
Bei dem  großen Marsch auf Washington  1963 sprach Martin Luther King die bis heute noch wegweisenden Worte:

„Ich habe einen Traum, dass meine vier kleinen Kinder eines Tages in einer Nation leben werden, in der man sie nicht nach ihrer Hautfarbe, sondern nach ihrem Charakter beurteilen wird. Ich habe einen Traum heute...“

Unmöglich erschien es vielen hier in unserer Region, als Pfarrer August Dahl in den 80iger Jahren immer wieder zu Friedensdemonstrationen im Hunsrück aufrief. Denn auf der Pydna wurden bis 1986 - von US-Streitkräften gesichert - 96 abschussbereite Cruise Missiles mit Atomsprengköpfen stationiert. Und jedes Mal setzen die Menschen ein Kreuz für eine erneut stationierte Rakete vor der amerikanischen Basis und erinnerten damit –an den Auftrag der Christen und Christinnen:

„Da werden sie ihre Schwerter zu Pflugscharen und ihre Spieße zu Sicheln machen. Denn es wird kein Volk wider das andere das Schwert erheben, und sie werden hinfort nicht mehr lernen, Krieg zu führen.“
(Jesaja 2,4 bzw. Micha 4,3)

Auf dem Höhepunkt der Auseinandersetzung, in der engagierte Christen und Christinnen den Rüstungswahn mit einem 40 tägigen Fasten und Beten  begleiteten, protestierten rund 200.000 Menschen friedlich gegen die Stationierung der Marschflugkörper, vertrauend auf die Verheißung Jesu:

„Selig sind die Friedfertigen; denn sie werden Gottes Kinder heißen.“

Wir singen nun den 3. Vers des Liedes: Bettler und Lahme sahen wir beim Tanz

Lied: EG 648,3

4. Was trauen wir selbst dem Glauben zu? 
Im Kindergottesdienst wird immer wieder gern an ein afrikanisches Sprichwort erinnert, um den Kleinsten Mut und Zuversicht zu vermitteln. Es lautet:

„Viele kleine Leute an vielen kleinen Orten,
die viele kleine Schritte tun, können das Gesicht der Welt verändern.“

Was trauen wir selbst dem Glauben zu?
Ich sollte doch wissen, dass in meinem senfkornkleinen Glauben große Kraft steckt. Und zwar deswegen, weil er mir von dem geschenkt wird, dessen Kraft unbegrenzt ist. Wenn ich darauf vertraue, kann ich erleben, dass Glaube etwas bewirken kann: Nicht dass Krankheiten auf wunderbare Weise völlig verschwinden. Aber wenn jemand lernt, seine Krankheit anzunehmen, mit ihr zu leben, und schon kleine Fortschritte ihn motivieren, sich weiterbehandeln zu lassen. Das ist so etwas wie der Baum der Krankheit-Ausreißen.

Oder wenn es gelingt, sich nicht von seiner Trauer gänzlich vom Leben abhalten zu lassen. Wenn man sich dankbar und liebevoll an die gemeinsame Zeit erinnern kann. Dann gelingen auch wieder erste Schritte ins Leben hinein, auf andere Menschen zu. Das kann so etwas wie der Baum der Trauer und Mutlosigkeit-Versetzen sein.

Oder wenn einer der zerstrittenen Freunde sich ein Herz fasst und auf den anderen zugeht. Wenn es gelingt, die Mitschuld an dem Streit einzugestehen und dem anderen eine neue Chance zu geben. Da können die Wurzeln der Freundschaft neuen Halt finden und tiefer wachsen. Das kann so etwas wie der Baum des ersten Schrittes sein.

Was trauen wir dem Glauben zu?
Dietrich Bonhoeffer schreibt einmal,

„dass man erst in der vollen Diesseitigkeit des Lebens glauben lernt..., nämlich in der Fülle der Aufgaben, Fragen, Erfolge und Misserfolge, Erfahrungen und Ratlosigkeiten“

, - dann - so Bonhoeffer weiter –

„wirft man sich Gott ganz in die Arme".
(Widerstand und Ergebung, S.183)

Amen.

14. Lied:  Ins Wasser fällt ein Stein  EG  659,1-3

währenddessen die Memorykarten austeile mit dem Hinweis:
Wir laden Sie/euch ein, miteinander den Glauben zu stärken. Denn wir sind davon zutiefst überzeugt, dass  gerade  in der Gemeinschaft Glauben wachsen  und gestärkt werden kann.

15. Aktion Memorykarten

Sie kennen/Ihr kennt  alle das Memoryspiel, wo zwei identische Karten aufgedeckt werden sollen.
So wollen wir Sie und Euch einladen, auf Ihre Karte zu sehen und den Text laut vorzulesen. Wer die Fortsetzung hat, lese Sie dann ebenfalls laut vor. Ich gebe ein Beispiel: Einer beginnt mit: „Geh aus mein Herz und suche Freud…“, die andere liest dann die  Fortsetzung vor „… in dieser schönen Sommerzeit“  Lasst uns nun beginnen

16. Lied: Kind du bist uns anvertraut EG 596,1-3

17. Taufe

An dieser Stelle möchte ich recht herzlich den Täufling NN, seine Eltern, seine Schwester NN, die Großeltern und Paten begrüßen..
Wenn wir als Kirche Kinder taufen, so nehmen wir auf, was Jesus gesagt hat:

„Lasst die Kinder zu mir kommen und wehret ihnen nicht; denn solchen gehört das Reich Gottes.“

Gebet:

Herr, wir dürfen ein gesundes Kind in unseren Armen halten.
Das ist nicht selbstverständlich.
Du hast uns NN geschenkt und anvertraut.
Hilf, dass wir sein Leben als Lehen betrachten –
als eine Leihgabe, mit der wir sorgsam umzugehen haben.
Schenk uns Kraft und Weisheit, Liebe und Fürsorge,
wenn wir ihn auf dem Weg ins Leben begleiten. 
Wir bitten um Deinen Geist, damit wir etwas weitergeben
von deiner Liebe, Herr, dass auch unser Kind diese Liebe erkennt
und daraus leben lernt.
Schenke uns zu allem Tun  Deinen Leben spendenden Segen.
Wir danken Dir für Deine Zusage, dass Du bei uns sein willst. Amen.

Ansprache

Ich möchte Sie und Euch ermutigen, dem Glauben und damit Gott viel zuzutrauen. So wie Beppo. Beppo ist acht Jahre alt. Er steht auf einem Hügel und sieht einem roten Luftballon nach. Der steigt höher und höher und trägt mit sich die Karte fort, auf die Beppo Folgendes geschrieben hat:

"Lieber Gott, bald bekomme ich einen kleinen Bruder. Wir sind sehr arm und brauchen dringend Bettzeug. Gott, mach doch, dass ich dem kleinen Bruder einen Strohsack mit Bettzeug zurechtmachen kann! Es kann ruhig etwas Gebrauchtes sein. Dein Beppo Sala aus Arcole in Italien."

Beppo geht zuversichtlich nach Hause: Gott wird helfen, so glaubt er. Er verrät niemandem, was er getan hat. Die nächsten drei Tage passiert nichts, Beppo wird unruhig. Aber am vierten Tag erhält Familie Sala ein Päckchen. Es ist in Rovigo aufgegeben worden.
Vater Sala glaubt nicht, dass das Päckchen für seine Familie ist, weil er dort niemanden kennt, und will es dem Postboten wieder mitgeben. Aber Beppo drängelt so lange, bis das Päckchen schließlich doch geöffnet wird. Mit einem Mal ist es ganz still. Alle starren auf den Inhalt: Windeln, Bettzeug und Kinderwäsche. Beppos Eltern sind sprachlos. Er selbst denkt sich: Ist es nicht ein Wunder, dass Gott dies Paket ausgerechnet im 100 km von Arcole entfernten Rovigo aufgegeben hat? Während die anderen den Inhalt noch bestaunen, stiehlt sich Beppo heimlich davon. Sein Herz schlägt vor Freude und Aufregung ganz schnell. Er läuft zu dem Hügel, wo er vor vier Tagen den roten Luftballon zum Himmel geschickt hatte, und dankt dem gütigen Geber.

Glaubensbekenntnis

Lasst uns gemeinsam den Glauben bekennen
Ich glaube an Gott, den Vater, den Allmächtigen, den Schöpfer des Himmels und der Erde,
und an Jesus Christus, seinen eingeborenen Sohn, unsern Herrn,
empfangen durch den Heiligen Geist, geboren von der Jungfrau Maria,
gelitten unter Pontius Pilatus, gekreuzigt, gestorben und begraben,
hinabgestiegen in das Reich des Todes, am dritten Tage auferstanden von den Toten,
aufgefahren in den Himmel; er sitzt zur Rechten Gottes, des allmächtigen Vaters;
von dort wird er kommen, zu richten die Lebenden und die Toten.
Ich glaube an den Heiligen Geist, die heilige christliche Kirche, Gemeinschaft der Heiligen, Vergebung der Sünden, Auferstehung der Toten und das ewige Leben. Amen.

Frage an Eltern und Paten/Patinnen

Deshalb frage ich euch Eltern und Paten:
Wollt ihr dieses Kind taufen lassen
in die Gemeinschaft mit Gott,
die für uns erfahrbar wird in der Gemeinschaft mit Jesus Christus
und im Heiligen Geist,
so antwortet: Ja, das wollen wir!
Deshalb frage ich euch Eltern und Paten:
Wollt ihr dieses Kind begleiten,
dass es/sie im christlichen Glauben erzogen werde/n,
damit sie erfahren, auf welchem Fundament sie stehen,
so antwortet: Ja, das wollen wir!
Deshalb frage ich euch als Gemeinde:
Wollt ihr dieses Kind annehmen
als sei es eure eigenes Kind
und es mit Eurem Gebet und Rat begleiten,
dass es Heimat findet in der Gemeinde,
 so antwortet: Ja, das wollen wir!

Ich taufe dich NN hinein
in die Gemeinschaft mit Gott (Wasser),
in die Liebe Jesu Christi (Wasser),
in die Macht Heiligen Geistes (Wasser).

Möge Dir Dein Taufspruch Wegweisung und Ermutigung sein und bleiben:

„Denn der HERR, dein Gott, ist ein barmherziger Gott; er wird dich nicht verlassen. „
5.Mose 4,31a

Taufsegen

Gott segne dich:
der Vater,  der dich ins Leben gerufen hat und dich mit seinem Schutz umgibt, 
der Sohn, der sich für dich hingegeben hat und dir nahe ist in seinem Wort,
und der heilige Geist, der in dir wirkt, damit du wirst und bleibst, wozu du berufen bist:
ein Kind Gottes. Amen.

Fürbittengebet:

1. Herr, wir danken dir,
dass du NN durch die Taufe in deinen Bund des Lebens aufgenommen hast.
Lass sie deine Nähe spüren!

2. Herr, wir bitten dich,
dass du ihn/ihr/ihnen  eine helle Zukunft schenkst.
Behüte sie und sei bei ihnen auf ihrem Weg

3. Herr, wir bitten dich,
schenke den Eltern, den Patinnen und Paten die nötige Kraft und Ausdauer,
ihrem Kind mit Liebe zu begegnen.
Lass sie deine Nähe spüren!

4. Herr, wir bitten dich,
schenke den Eltern, NN deinen guten Geist,
dass sie einander achten, fördern und lieben.
Behüte sie und sei bei ihnen auf ihrem Weg. Amen.

18. Lied:  Ein Team, das sich Gemeinde nennt (Text siehe unten)

währenddessen Präsentation des Täuflings durch die Kirche

19. Fürbittengebet

1. Wir stehen auf  Pause  Wir beten:
 Wir bitten um Glauben, etwas, wofür wir ganz und gar leben können; denn man lebt nur   
 einmal, und man will es gerne gut machen.
Gott, sei nicht fern von uns in unverständlichen Worten.

2. Wir bitten um Hoffnung, um eine weit reichende Aussicht,
um ein frohes Erfahren deiner Welt, dass wir eine Hilfe sind für die, die keine Hoffnung haben.

1.   Wir bitten um Liebe, um Respekt und Geduld für alles, was noch wachsen kann,
dass wir nicht einsam sind auf einer dicht bevölkerten Erde,
dass unsere Liebe wachsen und reifen kann, dass andere sich mit uns daran erfreuen können.

2.    So beten wir gemeinsam wie Jesus es uns gelehrt hat:

20. Vaterunser

 

21. Segen

Die Freundlichkeit Gottes geleite uns in die kommende Woche.
Und der Geist Jesu erfülle unsere Herzen,
damit wir mit Herzen, Mund und Händen weitergeben,
was wir empfangen haben: Frieden von Gott.
So segne und behüte uns der dreieinige Gott,
der Vater, der Sohn und der Heilige Geist. Amen.

22. Einladung zur Gemeindeversammlung und zum Essen

23. Lied: Freunde, dass der Mandelzweig EG 651,1-4

24. Orgelnachspiel

Lied:  Ein Team, das sich Gemeinde nennt (Melodie: Ein Schiff das sich gemeint nennt)

1. Ein Team, das sich Gemeinde nennt,  spielt auf dem Feld der Zeit.
Es kickt den Ball des Glaubens an, bringt ihn den Menschen heut.
Die lassen ihn gern aus dem Spiel oft abseits ins Eck roll’n.
Doch das Team vergisst nie sein Ziel, fair play spielen zu woll’n.
Und immer wieder fragt man sich, wer denn das Spiel gewinnt?
Erreicht das Team das große Ziel, dass Leben uns gelingt?
Kehrvers: Sende deinen Geist! Sende deinen Geist,
denn sonst wir allein auf dem Spielfeld der Zeit.
O, sende deinen Geist!

2. Das Team, das sich Gemeinde nennt, trainiert nicht allzu viel,
weil’s scheinbar Intressantres gibt, als Fairness für das Spiel.
Man krätscht, man stößt, man harkt gern nach und klammert auch mal fest,
dann zeigt gelb oder rot ihm an, dass Gott es spüren lässt.
Da liegt die Hoffnung bald im Dreck, die Liebe unterliegt.
Nur wer nach Gottes Regeln spielt, sich überwindet, siegt.
Kehrvers: Sende deinen Geist! Sende deinen Geist...

3. Das Team, das sich Gemeinde nennt, soll eine Mannschaft sein,
sonst ist es bei dem Glaubensspiel verloren und allein:
Wer die fünf Sinne eingesetzt für Gottes gutes Wort
der bleibt so Mensch und Erde treu, fair play an jedem Ort.
Und was das Team bei diesem Spiel ganz fest zusammenschweißt
in Glaube, Hoffnung, Zuversicht, ist Gottes guter Geist.
Kehrvers: Sende deinen Geist! Sende deinen Geist...

4. Im Team, das sich Gemeinde nennt, fragt man sich lang und breit:
Wie finden wir den rechten Kick im Glaubensspiel der Zeit?
Der rät wohl dies, der andre das, man redet Tag und Nacht
und hat - kurzsichtig, wie man ist  sich selbst ums Spiel gebracht.
Wenn man auf Gottes Wort nur hört, sein Geist das Spiel bestimmt,
gewinnt das Spiel an neuer Kraft, auch wenn der Gegner stürmt.
Kehrvers: Sende deinen Geist! Sende deinen Geist...

5. Das Team, das sich Gemeinde nennt, spielt auf dem Feld der Zeit.
Das Ziel: Fairplay für jeden Mensch meint ja Gerechtigkeit.
Auch wenn von vielen ausgelacht. wenn Spott und Hohn befällt,
das Team ist sich des Worts gewiss: Gott erhält seine Welt.
Das gibt dem Team dann neuen Mut, wir sind nicht mehr allein.
Fairplayer spielen überall. Wir werden Sieger sein.
Kehrvers: Sende deinen Geist! Sende deinen Geist...
Text: Wolfgang Fleißner

Erstellt: 17.10.2007
Zuletzt aktualisiert: 31.3.2011 17:08 Uhr
Redakteur: Anders Grüning

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