Predigt "Treffpunktgottesdienst - Bonhoeffer"
Orgelvorspiel
Begrüßung:
Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes.
Unsere Hilfe steht im Namen des Herrn, der Himmel und Erde gemacht hat. Amen.
Auf den Tag genau vor 101 Jahren – am 4. Februar 1906 – wurde Dietrich Bonhoeffer in Breslau geboren.
Wir erinnern uns an ihn: Er war ein beeindruckender Mensch, ein gläubiger
Christ und ein großer Theologe. Er hat es gewagt, in den Zeiten des Nationalsozialismus
sich gegen die Herrschenden in Staat und Kirche zu stellen. Er hielt die Augen
offen für das Unrecht, das um ihn herum geschah. Er hörte die falschen Töne
und die Schreie derer, denen Gewalt angetan wurde. Er ließ sich den Mund nicht
verbieten und ergriff Partei. Er arbeitete im Widerstand, versuchte, dem Rad in die
Speichen zu fallen. Sein Engagement bezahlte er mit dem Leben. Am 9. April 1945
wurde er im Konzentrationslager Flossenbürg erhängt.
Abkündigungen
Lied: Wohl denen, die da wandeln EG 295,1-2
Eingangsgebet:
Lasst uns beten mit Worten von Dietrich Bonhoeffer:
Gott, zu dir rufe ich am frühen Morgen,
hilf mir beten und meine Gedanken sammeln.
Ich kann es nicht allein.
In mir ist es finster, aber bei dir ist Licht.
Ich bin einsam, aber du verlässt mich nicht.
Ich bin kleinmütig, aber bei dir ist die Hilfe.
Ich bin unruhig, aber bei dir ist Frieden.
In mir ist Bitterkeit, aber bei dir ist die Geduld.
Ich verstehe deine Wege nicht,
aber du weißt den Weg für mich.
Gemeinsam singen wir: Kyrie Eleison.
Gemeinderuf: Kyrie Eleison EG178.9
Regieanweisung:
Einige Sprecher/innen stehen an verschiedenen Stellen der Kirche und rufen die Schlagworte wie ein Zeitungsverkäufer in den Raum. Dann wird Bonhoeffers Werdegang vorgetragen und darauf folgen die Texte.
Dias von Bonhoeffer werden zeitgleich an die Leinwand projektiert. Sie sind noch aus zu suchen.
<pre>1906Arbeitsloser Schuster Wilhelm Voigt beschlagnahmt als Hauptmann von Köpenick Stadtkasse!1914 Deutschland tritt in den Krieg ein: „Kein schöner Tod ist auf der Welt ,als vom Feind erschlagen“1918Kaiser dankt ab. „Es lebe die Republik!“</pre>
1906
Am 4. Februar 1906 wird Dietrich Bonhoeffer in Breslau geboren. Er ist der 6. von 8 Geschwistern.
Seine Kindheit verbringt er in einem großbürger¬lichen Elternhaus.
Seine Mutter Paula unterrichtet ihre Kinder in der Grundschulzeit selbst. Sein Vater Karl, ein Professor für Psychiatrie und Neuro¬logie. wird
1912 zum Direktor der Universitätsnervenklinik der Charité ernannt; die Familie zieht nach Berlin. Prägend sind die Förderung der Kinder gemäß ihrer Begabungen und der starke Zusammenhalt der Familie Das stets offen geführte Haus ist Ausdruck eines Bildungsbürgertums. Es herrscht ein aufgeklärter Geist. Man bejaht die Weimarer Republik.
Zur Konfirmation erhält Dietrich die Konfirmationsbibel seines Bruders Walter, der mit 18 Jahren im 1. Weltkrieg fiel. Der Tod traf ihn wohl sehr und hat seine spätere Entscheidung, Theologie zu studieren, maßgeblich beeinflusst. 2 Bibelverse hat die Mutter in diese Bibel eingetragen:
• Der Buchstabe tötet, aber der Geist macht lebendig. 2.Korinther 3,6
• So ist denn die Liebe des Gesetzes Erfüllung.
Römer 13,10
Last uns eines von Dietrich Bonhoeffers Lieblingslieder singen:
Jesu meine Freude
<pre>15.11.1923Aktuell: 1Dollar kostet 2 Billionen Reichsmark1929Immer wieder neue Straßenschlachten in den Arbeitervierteln19326 Millionen Arbeitslose Ihre Familien verhungern!</pre>
Nach dem Abitur studiert Bonhoeffer in Tübingen, Rom und Berlin Theologie.
1928
Vikariat in der deutschen Auslandsgemeinde in Barcelona, Spanien.
1930
Bonhoeffer geht in die USA zu einem einjährigen Studienaufenthalt.Durch seinen französischen, refor¬mierten Mitstudenten Jean Lasserre rückt die Bergpredigt Jesu in den Mittelpunkt seines Glaubens und seiner Theologie: Bonhoeffer wird Pazifist. Prägend wird die Begegnung mit einer afroamerikanischen Gemeinde in Harlem, in der er eine Kindergottesdienstgruppe leitet.
1931
Bonhoeffer wird Universitätsdozent an der Berliner theologischen Fakultät. Zusätzlich übernimmt er das Amt des Studentenpfarrers an derTechnischen Hochschule und eine Konfirmanden klasse im Arbeiterviertel Wedding. Als Jugendsekretär des ökumenischen Weltbundes für Freundschaftsarbeit der Kirchen organisiert er internationale Tagungen.
Zum ersten Mal begegnet die Bibel Bonhoeffer nicht nur als Botschaft für das Heil des Einzelnen, sondern in ihrer sozialen und politischen Dimension.
In Abwandlung eines biblischen Satzes kommt er zur Erkenntnis:
„Trachtet nach dem, was auf Erden ist! Daran entscheidet sich heute viel, ob wir Christen Kraft genug haben, der Welt zu bezeugen, dass wir keine Träumer oder Wolkenwandleer sind. Dass wir die Dinge nicht kommen und gehen lassen, wie sie sind, dass unser Glaube wirklich nicht das Opium ist, das uns zufrieden sein lässt inmitten einer ungerechten Welt. Sondern dass, wir, gerade wie wir trachten nach dem, was droben ist, nur umso hartnäckiger und zielbewusster protestieren auf dieser Erde.“
Wir hören nun ein Gospel: My God
<pre>1933 – 1938Hitler ergreift die MachtEndlich:Rassengesetze werden verschärftDeutsche Christen führen Kirchen Hitler zu Reichskristall-Nacht: Die Synagogen brennen</pre>
1933
Bonhoeffer wendet sich von Anfang an wendet gegen die Nationalsozialisten. Zwei Tage nach der Machtübernahme Hitlers spricht Bonhoeffer im Rundfunk kritisch über den Führerbegriff— die Übertragung wird vorzeitig abgeschaltet.
Im April: Vortrag über Die Kirche und die Judenfrage, worin er die Kirche aufruft bei Menschenrechtsverletzungen des Staates „dem Rad in die Speichen zufallen‘
Enttäuscht über den mangelnden Widerstand seiner Kirche arbeitet er bis 1935 als Pfarrer in zwei deutschen Gemeinden in London.
1934
nimmt Bonhoeffer an einer Weltkirchenkonferenz auf der dänischen Insel Fanö teil, hält dort einen der beiden Hauptvorträge (Kirche und Völkerwelt— ein Friedensmanifest) und wird in den Ökumenischen Rat kooptiert. Er schließt Freundschaft mit George BeIl, dem anglikanischen Bischof von Chichester. Der vermittelt ihm eine Einla¬dung Gandhis nach Indien; Bonhoeffer möchte dessen gewaltlosen Widerstand kennen lernen. Doch bevor er die Reise antreten kann, wird er nach Berlin zurückgerufen: Die Bekennende Kirche hat eigene Ausbildungsstätten eröffnet und beruft Bonhoeffer zum Direktor des Predigerseminars.
„Nachfolge‘wird Bonhoeffers neues Thema und Lebensziel.
1936
entziehen ihm die Nationalsozialisten die universitäre Lehrerlaubnis.
1937
wird das Predigerseminar polizeilich geschlossen.
1938
Bonhoeffer erhält Aufenthaltsverbot für Berlin, darf aber seine Eltern weiterhin besuchen. Sein Schwager Hans von Dohnanyi informiert ihn über Umsturzpläne.
Aus seiner Rundfunkansprache:
„Lässt der Führer sich vom Geführten dazu hinreißen, dessen Idol darstellen zu wollen – und der Geführte wird das immer von ihm erhoffen -, dann gleitet das Bild des Führers über in das des Verführers…
Führer und Amt, die sich selbst vergotten, spotten Gott.“
„Wenn ein Wahnsinniger mit dem Auto durch die Straße rast, kann ich als Pastor, der dabei ist, nicht nur die Überfahrenen trösten oder beerdigen, ich muss dazwischen springen und ihn stoppen.“
„Eine Verstoßung der Juden aus dem Abendland muss die Verstoßung Jesu Christi nach sich ziehen; denn Jesus war Jude.“
<pre>Boykott jüdischer Geschäfte1939Krieg! Krieg!Seit 5 Uhr wird zurück geschossen!</pre>
1939
Im Juni reist Bonhoeffer in die USA. Er hat die Möglichkeit, sich vor dem drohenden Kriegsausbruch in Sicherheit zu bringen und aus Deutschland zu emigrieren, wo sein Pazifismus und sein kirchliches Engagement immer gefährlicher werden. Doch er entschließt sich schon im Juli zur Rückkehr: Er will sich seiner Verantwortung stellen.
Schon 1934 im Rahmen einer internationalen Tagung in Fanö/ Dänemark hat Bonhoeffer in einer Predigt gesagt:
"Wie wird Friede? Durch ein System von politischen Verträgen? Durch Investierung internationalen Kapitals in den verschiedenen Ländern? D.h. durch die Großbanken, durch das Geld? Oder gar durch eine allseitige friedliche Aufrüstung zum Zweck der Sicherstellung des Friedens? Nein, durch dies alles aus dem einen Grunde nicht, weil hier überall Friede und Sicherheit verwechselt wird. Es gibt keinen Weg zum Frieden auf dem Weg der Sicherheit. Denn Friede muss gewagt werden, ist das eine große Wagnis, und lässt sich nie und nimmer sichern. Friede ist das Gegenteil von Sicherung. Sicherheiten fordern heißt Misstrauen haben, und dieses Misstrauen gebiert wiederum Krieg (...)
Noch einmal darum: Wie wird Friede: Wer ruft zum Frieden, dass die Welt es hört, zu hören gezwungen ist?, dass alle Völker darüber froh werden müssen? Der einzelne Christ kann das nicht – er kann wohl, wo alle schweigen, die Stimme erheben und Zeugnis ablegen, aber die Mächte der Welt können wortlos über ihn hinweg schreiten. Die einzelne Kirche kann auch wohl zeugen und leiden – ach, wenn sie es nur täte -, aber auch sie wird erdrückt von der Gewalt des Hasses. Nur das eine große ökumenische Konzil der Heiligen Kirche Christi aus aller Welt kann es so sagen, dass die Welt zähneknirschend das Wort vom Frieden vernehmen muss und dass die Völker froh werden, weil diese Kirche Christi ihren Söhnen im Namen Christi die Waffen aus der Hand nimmt und ihnen den Krieg verbietet und den Frieden Christi ausruft über die rasende Welt."
Bonhoeffer mit Freunden in Fanö
<pre>1940 – 1941An allen Fronten: Siege der Wehrmacht! „Ab sofort: Juden haben in der Öffentlichkeit den gelben Stern zu tragen!“Warschauer Ghetto errichtet</pre>
1940
Bonhoeffer erhält Redeverbot im ganzen Reich. Sein Schwager von Dohnanyi sorgt dafür, dass er Mitarbeiter im „Amt Canaris“ wird, der Abwehrzentrale der Deutschen Wehrmacht. Dort plant eine Gruppe um General Oster und von Dohnanyi mit Billigung von Admiral Canaris den Umsturz. Auf Auslandsreisen im Auftrag der Abwehr informiert Bonhoeffer über ökumenische Freunde die Westmächte über die Widerstands¬bewegung. Der Pazifist Bonhoeffer hat erkannt, dass verantwortungsvolles Handeln angesichts des Vernichtungskriegs und des Holocaust nicht mehrgewaltlos sein kann. Er beteiligt sich an den Vorbereitungen zu einem Umsturz und an den Attentatsplänen gegen Hitler. Er ist sich bewusst, dass er damit vor Gott schuldig wird — aber gleichfalls schuldig würde, wenn er nicht so handeln würde. Seine gläubige Entscheidung stellt er Gott anheim.
1941
erhält Bonhoeffer Veröffentlichungsverbot.
Tat
Nicht das Beliebige, sondern das Rechte tun und wagen, nicht im möglichen schweben, das Wirkliche tapfer ergreifen, nicht in der Flucht der Gedanken, allein in der Tat ist die Freiheit. Tritt aus dem ängstlichen Zögern heraus in den Sturm des Geschehens, nur von Gottes Gebot und deinem Glauben getragen, und die Freiheit wird deinen Geist jauchzend empfangen.
<pre>26.3.1942Erste Züge in Auschwitz eingetroffen!28.6.Sommeroffensive der Wehrmacht gegen die Rote Armee13.10.Vergeltungswaffe ist da! Erster erfolgreicher Start einer Fernrakete</pre>
1942
Der 36-Jährige verliebt sich in die 18-jährige Maria von Wedemeyer. Er kennt sie aus ihrer Konfirmandenzeit.
Ihre Familie lehnt eine Verbindung ab. Einmal wegen des Altersunterschiedes, noch mehr wohl aus Sorge um die politische Entwicklung, in die Bonhoeffer eingespannt ist.
1943
verloben sich beide gegen den Willen von Marias Mutter.
Meine liebe, liebe Maria!
„Lass uns ganz frei miteinander reden, liebste Maria. Es fällt uns manchmal schwer, es zu
glauben, dass wir uns von Herzen lieb haben. Wir kennen uns noch zu wenig. Und doch sooft der Zweifel mich anzufressen beginnen wollte, habe ich ihn vertrieben und verjagt. Wie könntest Du mich lieb haben nach allem Vergangenen? Und doch - es ist irgendwie wahr und wird in Zukunft wahrer werden! Es ist ein Keim, der wächst. Er liegt länger in der Erde und tiefer und braucht mehr Zeit, ehe er sich entfaltet zu sichtbarer Schönheit, aber er wird umso stärker, umso dauerhafter sein…“
<pre>1943 – 1944 Wollt Ihr den totalen Krieg?Geschwister Scholl zum Tode verurteiltAdmiral Canaris unter VerdachtDeutsche Armee bei Stalingrad eingekesseltAttentat auf Führer fehlgeschlagen</pre>
Am 5. April 1943 wird Bonhoeffer verhaftet. Sein Schwager von Dohnanyi hatte in der Aktion „U 7“Juden in die Schweiz schleusen lassen, Bonhoeffer hatte noch zwei Mitarbeiterinnen der Bekennenden Kirche in diese Gruppe eingeführt. Er wird ins Wehrmachts¬untersuchungsgefängnis in Berlin-Tegel eingeliefert, später wegen „Zersetzung der Wehrkraft“ angeklagt.
1944
Mehrere Monate nach dem gescheiterten Attentat vom 20. Juli werden in Zossen Unterlagen mit den Namen der beteiligten Verschwörer gefunden (die „Zossener Akten“). Einen Fluchtplan gibt Bonhoeffer auf, um seinen inzwi¬schen ebenfalls inhaftierten Bruder Klaus und seinen Schwager Rüdiger Schleicher nicht zu gefährden.
„Wer in Verantwortung Schuld auf sich nimmt – und kein Verantwortlicher kann dem entgehen-, der rechnet sich und keinem anderen die Schuld zu und steht für sie ein. Vor den anderen Menschen rechtfertigt den Mann der freien Verantwortung die Not, vor sich selbst spricht ihn sein Gewissen frei, aber vor Gott hofft er allein auf Gnade.“
In einem Brief an seinen Freund Eberhard Bethge, aus dem Gefängnis Berlin-Tegel am 22.12.1943:
"Ich muss die Gewissheit haben können, in Gottes Hand und nicht in Menschenhänden zu sein."
aus: "Entwurf einer Arbeit", Gefängnis Berlin-Tegel im August 1944
"Die Kirche ist nur dann Kirche, wenn sie für andere da ist. Um einen Anfang zu machen, muss sie alles Eigentum den Not leidenden schenken. Die Pfarrer müssen ausschließlich von den freiwilligen Gaben der Gemeinden leben, eventuell einen weltlichen Beruf ausüben. Die Kirche muss an den weltlichen Aufgaben des menschlichen Gemeinschaftslebens teilnehmen, nicht herrschend, sondern dienend. Sie muss den Menschen aller Berufe sagen, was ein Leben mit Christus ist, was es heißt, für andere dazu sein."
<pre>1945Vernichtungslager Auschwitz befreitDresden ein InfernoHitler ordnet an: “Verbrannte Erde“</pre>
Bonhoeffer wird in das KZ Buchenwald gebracht. Am 5. April befiehlt Hitler, die Gruppe um Canaris hinzurichten. Am 9.April wird Dietrich Bonhoeffer im bayrischen KZ Flossenbürg zusammen mit Admiral Canaris und General Oster gehenkt. Auch sein Bruder Klaus und seine Schwäger Hans von Dohnanyi und Rüdiger Schleicher werden ermordet.
Am 27.Juli 1945 hält der anglikanische Bischof George Bell in London einen Gedenkgottesdienst für Dietrich Bonhoeffer, der von einem englischen Sender übertragen wird. Aus dem Radio erfahren die Angehörigen von Bonhoeffers Ermordung.
Der Lagerarzt schreibt später der Familie, wie es war: Durch die halb geöffnete Tür eines Zimmers im Barackenlager sah ich Pastor Bonhoeffer im Gebet knien. Die Art, wie dieser Mann betete, hat mich auf das Tiefste erschüttert. Er bestieg gefasst die Treppe zum Galgen.
Der Lagerarzt sagte zehn Jahre später über den Verurteilten: „Ich habe kaum je einen Mann so gottergeben sterben sehen.“
Georg Bell, sein anglikanischer Freund sagt, Dietrich habe im Sinne der Propheten und Apostel gehandelt: „Sein Bekenntnis zu Gott war verbunden mit dem Kampf gegen das Unrecht. Aus diesem Geist erwächst die Hoffnung für ein neues Leben.“
Lied: Von guten Mächten EG 652,5+6
Abendmahlsteil
Pfr.: Der Herr sei mit euch Gem.: und mit deinem Geist
Pfr.: Erhebet eure Herzen Gem.: Wir erheben sie zum Herrn
Pfr.: Lasset uns danksagen Gott, unserem Herrn Gem.: Das ist würdig und gerecht
Wir beten mit Worten von Dietrich Bonhoeffer:
Menschen gehen zu Gott in ihrer Not,
flehen um Hilfe, bitten um Glück und Brot,
um Errettung aus Krankheit, Schuld und Tod.
So tun sie alle, alle, Christen und Heiden.
Menschen gehen zu Gott in Seiner Not,
finden ihn arm, geschmäht, ohne Obdach und Brot,
sehn ihn verschlungen von Sünde, Schwachheit und Tod.
Christen stehen bei Gott in Seinem Leiden.
Gott geht zu allen Menschen in ihrer Not,
sättigt den Leib und die Seele mit Seinem Brot,
stirbt für Christen und Heiden den Kreuzestod,
und vergibt ihnen beiden.
Wir staunen darüber, danken und singen wie viele Menschen vor uns: Heilig, heilig...
Gemeinde: Heilig, heilig ….
Einsetzungsworte
Unser Herr Jesus Christus, in der Nacht, da er verraten ward,
nahm er das Brot, dankte und brach’s und gab’s seinen Jüngern und sprach:
Nehmet hin und esset: Das ist mein Leib, der für euch gegeben wird,
solches tut zu meinem Gedächtnis.
Desgleichen nahm er auch den Kelch nach dem Abendmahl,
dankte und gab ihnen den und sprach:
Nehmet hin und trinket alle daraus:
Dieser Kelch ist das Neue Testament in meinem Blut,
das für euch vergossen wird zur Vergebung der Sünden;
solches tut, so oft ihr’s trinket, zu meinem Gedächtnis.
Pfarrer und Gemeinde:
Deinen Tod, o Herr, verkündigen wir und deine Auferstehung preisen wir, bis dass du kommst in Herrlichkeit
Vaterunser
Christe du Lamm Gottes EG 190.2
Pfr.: Kommt, es ist alles bereit, sehet und schmecket, wie freundlich der Herr ist.
Austeilung
Lied: Bewahre uns Gott EG 171,1-2
Fürbittengebet: Wir stehen auf (Pause)
Die Gemeinde wird gebeten die Worte „Herr, erhöre uns“ laut mitzusprechen.
Wir bitten
für alle, die in Ängsten leben,
dass sie Frieden haben.
Für alle, die verloren umherirren und unter Kriegen leiden,
dass sie eine Heimat finden.
Für alle, die hungern,
dass sie satt werden.
Herr, erhöre uns
Alle: Herr, erhöre uns
Für alle, die die Zukunft fürchten,
dass sie vertrauen.
Für alle, die gescheitert sind,
dass sie neue Chancen bekommen.
Für alle, die schuldig geworden sind,
dass ihnen vergeben wird.
Herr, erhöre uns
Alle: Herr, erhöre uns
Für die Mächtigen,
dass sie um ihre Grenzen wissen.
Für alle, die in Wissenschaft und Wirtschaft Verantwortung tragen,
dass sie dem Leben dienen und nicht ihren eigenen Interessen folgen.
Für die Kleinmütigen und Resignierten,
dass sie auf dich bauen und Veränderungen wagen.
Herr, erhöre uns
Alle: Herr, erhöre uns
Unser Gott, schenke uns alles, was wir zum Leben brauchen. Sei du bei uns in guten und in schweren Tagen. Hilf uns, so zu leben, wie du uns gedacht hast in Verantwortung vor dir und den Menschen. Amen.
Segen
Guter Gott, segne meine Hände,
dass sie behutsam sind,
dass sie halten können,
ohne zur Fessel zu werden,
dass sie geben können ohne Berechnung,
dass ihnen innewohnt
die Kraft zu trösten und zu segnen.
Gott, segne meine Augen,
dass sie Bedürftigkeit wahrnehmen,
dass sie das Unscheinbare
nicht übersehen,
dass sie hindurchschauen
durch das Vordergründige,
dass andere sich wohl fühlen können
unter meinem Blick.
Gott, segne meine Ohren,
dass sie deine Stimme hören,
dass sie hellhörig sind
für die Stimmen der Not,
dass sie sich verschließen
für den Lärm und das Geschwätz,
dass sie das Unbequeme nicht überhören.
So segne uns der allmächtige und barmherzige Gott,
der Vater, der Sohn mit dem Heiligen Geist. Amen.
Lied: Bewahre uns Gott EG 171,3 - 4
Orgelnachspiel