Wenn dein Kind dich morgen fragt
Liebe Gemeinde,
"Wenn dein Kind dich morgen fragt..."
"Wo wohnt eigentlich Gott?" solche oder ähnliche Fragen gehören zu Kindern, wie dreckige Schuhe und aufgeschürfte Knie. Und spätestens seit der Sesamstraße wissen wir: "Wer nicht fragt bleibt dumm." Kinder fragen, was ihnen gerade in den Kopf kommt und oft haben diese Fragen eine ganz besondere Tiefe.
Kinderfragen stehen auch im Zentrum des 30. evangelischen Kirchentages in Hannover vom 25.-29. Mai. Das Motto des Kirchentages lautet: "Wenn dein Kind dich morgen fragt..." (5. Mose 6,20) und als Beisatz "...gut, wenn du eine Antwort weißt." Dieses Motto will uns Erwachsene daran erinnern, dass Kinderfragen ein Segen sind. Denn für Kinder ist vieles nicht so selbstverständlich, wie für die Eltern und Großeltern. Ihre Welt besteht noch aus weit mehr Geheimnissen und Rätseln als die Welt der Erwachsenen.
Wenn wir uns als Erwachsene auf die Fragen von Kindern und ihre Weltsicht einlassen, dann können wir selbst oft am meisten davon profitieren. Durch Kinderfragen erhalten wir Einblick in die Welt der Kinder. Haben Anteil an ihrem Staunen und Wundern. Albert Einstein hat auf die Frage, wie er zu seinen vielen Ideen und Theorien gekommen ist, geantwortet: "Weil ich nicht verlernt habe, die Welt wie ein Kind zu sehen."
Ungleich schwerer fällt es uns dann oft als Erwachsene Antworten auf diese Fragen zu geben. "Wenn dein Kind dich morgen fragt... gut, wenn du eine Antwort weißt." Fragen uns an. Wollen Antworten von uns hören. Wollen Hilfe bei der Orientierung in der Welt.
Doch wo finden wir Hilfe auf die Fragen, mit denen uns Kinder löchern? Manche Fragen versucht schon die Bibel zu beantworten. Fragen nach dem Woher und Wohin, Fragen nach dem Sinn unseres Lebens. Dabei sind die Antworten der Bibel selten kurz und schnell, sondern die Bibel erzählt Antworten. So wie im 6. Kapitel des 5. Buch Mose aus dem das Kirchentagsmotto entliehen ist. Dort erzählt die Bibel auf die Kinderfrage woher die ganzen Gebote stammen, die Geschichte des Volkes mit Gott. Wie Gott sein Volk aus der Sklaverei geführt hat, wie er sie in der Wüste errettet hat und wie er sie in das gelobte Land geführt hat. Man sagt: "Ein Bild sagt mehr als 1000 Worte " und so könnte man auch sagen "Eine Geschichte sagt oft mehr als 1000 kluge Sätze."
Kinderfragen werden auch bei unserem nächsten Treffpunkt-Gottesdienst am 12. Juni im Mittelpunkt stehen. Wo wir uns dann gemeinsam auf die Suche nach Antworten machen wollen.
Ich möchte sie einladen, den nun beginnenden Sommer mit Kinderaugen zu erleben. Versuchen Sie doch einmal selbst, durch diesen Sommer zu gehen und nicht alles für selbstverständlich zu nehmen sondern sich an den großen und kleinen Wundern des Sommers neu zu erfreuen und halten Sie doch mal für einen Moment stille vor einer Sonnenblume oder einem Klatschmohn und bewundern Sie die Kunst der Schöpfung.
Ich wünsche Ihnen offene Ohren, um auf die Kinderfragen zu hören. Versuchen Sie doch dann mal eine Antwort mit einer Geschichte. Sie fragen sich, mit welcher Geschichte Sie antworten könnten? Schauen Sie doch mal in ihr Regal, die besten Geschichten finde ich in dem Buch, welches wir "Die Bibel" nennen.
Einen schönen Sommer,
offene Augen
und lebendige Ohren
wünscht ihnen ihr Pfarrer (z. A.) Ingo Lüderitz
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