|

Abendmahlfenster

Das Abendmahlfenster

Das Abendmahlfenster

Das Besondere am Abendmahlfenster in der evangelischen Kirche in Windesheim ist die Art es zu betrachten. Zunächst einmal lässt es sich von unten nach oben Motiv für Motiv für sich wahrnehmen.

So führt es von der historischen einmaligen Situation: Jesus letztes Mahl mit seinen Jüngern hin zu einer allegorischen Betrachtung:

"Das Vergessen wollen verlängert das Exil, und das Geheimnis der Erlösung heißt Erinnerung."

Diese jüdische Weisheit besagt, dass der Glaube an Gott ein Glaube an sein Wirken in der Geschichte ist. Die Erinnerung daran ist die Quelle des Glaubens an die Erlösung. Diese Erfahrung schafft Hoffnung, sie schafft Glauben an Erlösung, an Wiedervereinigung des Getrennten, an Versöhnung. Für Christen und Christinnen hat sich diese Weisheit in Jesus Christus bewahrheitet. In der Feier des Abendmahls vollzieht sich die geschenkte Erlösung.

Unten rechts sitzt Judas am Tisch mit gesenktem Haupt auf das Geld auf dem Boden blickend. Gehüllt in einem blauen Mantel zeigt der Künstler des Abendmahlfensters seine Deutung: Auch der Verräter wird von der Treue Gottes gehalten. Auf der anderen Seite des Tisches sitzt Jesus und an ihm gelehnt, sein Lieblingsjünger.

Trauben und Ähren weisen auf die Schöpfungsgaben Gottes, die nun zum Zeichen der Erlösung werden. Der Kelch des Heils und das Brot, das Jesus mit uns teilt sind oben rechts zu sehen. In der linken oberen Bildhälfte ist ein Vogel erkennbar, blutrot. Auch hier lässt der Künstler die Deutung offen. Ist es eine Taube, die bei der Taufe und bei der Verklärung Jesu den Hinweis gibt: "Dies ist mein Sohn.." oder ist es eine Anspiel auf das frühchristliche Symbol des Pelikans? Dieser würgt seine Nahrung für seine Brut durch Klopfen des Schnabels auf seine Brust hervor. In der Antike glaubte man, der Pelikan opfere sein Herzblut für seine Kinder. Übertragen auf Christus: Wie der Pelikan so gibt Jesus sein Leben für die Menschen.

So sind diese Fenster ein Dank an alle Frauen, die unverzagt trotz mancher schwerer Erfahrungen den Glauben nicht verloren, sondern wie einen kostbaren Schatz geborgen haben. So sind diese Fenster ein Hinweis an uns alle, ob Mann oder Frau, ob Kind oder Greis, ob Gläubiger oder Zweifler, ob Atheist oder Zyniker, nachzudenken, wer Herr des Lebens ist.

So sind diese Fenster ein Aufruf an uns als Gemeinde, uns mit unseren Gaben in den Dienst unseres Gottes zu stellen:

"Und dient einander, ein jeder mit der Gabe, die er empfangen hat, als die guten Haushalter der mancherlei Gnade Gottes:" (1.Petr 4,10)

So sind diese Fenster nicht zuletzt eine Erinnerung an den vielfältigen kirchenmusikalischen Reichtum unserer Gemeinde für künftige Generationen, ebenso mit Herz, Mund und Händen Gott für sein Wirken zu loben und aus Dankbarkeit dem Nächsten mit Freude zu dienen.

Erstellt: 9.1.2005
Zuletzt aktualisiert: 20.4.2011 22:03 Uhr
Redakteur: Anders Grüning

Kommentare (Beta-Test)

Keine Kommentare
Kommentar hinzufügen

* - Pflichtfeld

*
*
*


*
Bei neuen Kommentaren benachrichtigen.