Mirjamfenster Kirche Windesheim

Das Mirjamfenster

Das Mirjamfenster

Es stand von der ersten Planung an fest, ein Kirchenfenster in der evangelischen Kirche in Windesheim solle der Musik gewidmet sein. Was lag näher, als an die erste Frau, die in der Bibel singt zu erinnern:

"Da nahm Mirjam, die Prophetin, Aarons Schwester, eine Pauke in ihre Hand, und alle Frauen folgten ihr nach mit Pauken im Reigen. Und Mirjam sang ihnen vor: Lasst uns dem HERRN singen, denn er hat eine herrliche Tat getan; Ross und Mann hat er ins Meer gestürzt." (Exodus 15,20-21)

Zunächst fallen die Farben des Mirjamfensters auf. Ganz oben das Rot. Als Zeichen der Liebe erzählt es von Gott, der den Sünder nicht lässt, wie Jochen Klepper einmal schreibt. Das Blau als Zeichen der Treue symbolisiert einmal Gottes Treue zu uns und seiner Welt und zum anderen erinnert es an unsere Bestimmung, Gottes Treue mit unserem Leben zu beantworten. Das Gelb als Zeichen des Lichtes wirkt Leben und Freude.

Die Motive sind schön erkennbar. Die Taube steht für die Gedanken die Gott hat: Gedanken des Friedens. Der Engel verkündigt sie auf seine Weise: "Ehre sei Gott in der Höhe und Frieden auf Erden bei den Menschen seines Wohlgefallens."

Die Harfe und die Laute sind Hinweis auf die musikalische Art Gott zu loben und Menschen zu erfreuen. Die beiden Figuren symbolisieren auf unterschiedliche Art, wie Menschen Gott die Ehre geben, einmal auf fröhliche, heitere Weise, ein andermal durch Meditation und stille Einkehr, ja Gebet.

Der Vogel, die Schlange, die Blumen und Früchte in der Schale sie spielen und singen auf ihre Weise die Lebensmelodie. Der Vogel singt von der Freude darüber, dass die Luft ihn trägt. Die Blumen und Früchte erzählen von der Güte des Himmels. Jesu sagt in der Bergpredigt:

"Seht die Vögel unter dem Himmel an: sie säen nicht, sie ernten nicht, sie sammeln nicht in die Scheunen; und euer himmlischer Vater ernährt sie doch. Seid ihr denn nicht viel mehr als sie? Wer ist unter euch, der seines Lebens Länge eine Spanne zusetzen könnte, wie sehr er sich auch darum sorgt? Und warum sorgt ihr euch um die Kleidung? Schaut die Lilien auf dem Feld an, wie sie wachsen: sie arbeiten nicht, auch spinnen sie nicht." (Matthäus 6,26-28)

So singt eine jedes Teil dieser Erde seine Melodie, die sich wie ein Band über die beiden Bildhälften zieht.

Das blaue Band am unteren Bildteil erinnert an einem Fluss. Ein Fluss ist stets in Bewegung, mal träge, mal schnell, hat Untiefen und seichte Stellen. Er symbolisiert also unser Leben mit seinen Höhen und Tiefen, mit seinen guten und schweren Tagen. So wie der Fluss eine Quelle und eine Mündung hat, so haben auch wir einen Anfang und ein Ende. Beides liegt in Gott. Jochen Klepper hat es so gesagt:

"Der du allein der Ewge heißt und Anfang, Ziel und Mitte weißt
im Fluge unsrer Zeiten bleib du uns gnädig zugewandt
und führe uns an deiner Hand, damit wir sicher schreiten."

Allen gemeinsam ist eine große Leichtigkeit. Sie scheinen gleichsam jeder nach seiner Art zu swingen, ja nach oben zu schweben. Darin erinnern sie an ein altes Sprichwort. Es lautet: "Danken schützt vor Wanken und Loben ist nach oben."

Erstellt: 9.1.2005
Zuletzt aktualisiert: 8.7.2008 12:20 Uhr
Redakteur: Simone Schreiner