Schöpfungsfenster Kirche Windesheim

Schöpfungsfenster

Schöpfungsfenster

In sehr eigener Weise hat der Künstler bei der Gestaltung des Schöpfungsfensters in der evangelischen Kirche in Windesheim das Thema Schöpfung ins Bild gesetzt. In großer Anlehnung an Marc Chagall hat Her Loser mit Farben und Motiven gleichsam gespielt, um die Herrlichkeit und Leichtigkeit des Lebens und seiner Möglichkeiten darzustellen.

Die roten Bänder aus dem obersten Fensterrund des Schöpfungsfensters ziehen sich wie das Band der Liebe, mal sichtbar, mal unsichtbar durch das ganze Bild. Es weist auf das Motiv des Schöpfers hin, der mit Liebe ans Werk geht. Die Farbe blau steht für die Treue Gottes, die er seiner Schöpfung immer wieder beweist und die Farbe gelb für Licht und Leben, die seine Schöpfung dem Chaos (Tohuwabohu) entrissen hat.

Das Menschenpaar als Ebenbild Gottes einander zugewandt wird inmitten einer Blüte dargestellt und weist auf den göttlichen Auftrag hin, füreinander einzustehen und darüber hinaus die Schöpfung zu bewahren und zu erhalten. Die Anordnung in der Mitte des Bildes kann wohl als Hinweis verstanden werden, das der Mensch im Netzwerk des Lebens eingeknüpft bleibt.

Das in kräftigen Brauntönen gehaltene Tier im unteren Bildteil des Schöpfungsfensters lässt mindestens zwei Deutungen zu. Einmal verweist es auf den Schöpfungsbericht, dass alles Leben aus dem Wasser gekommen ist, dann die Erde bevölkerte und schließlich den Himmel. Zum anderen verweist es auf die Realität des Bösen, die ebenfalls zur Schöpfung gehört. Die Bibel verwendet dafür das Bild vom Leviatan, dem Meeresungeheuer, dessen Zeit jedoch gegenüber der Unendlichkeit göttlicher Liebe begrenzt bleibt. So heißt es z.B. bei Jesaja 27,1: "Zu der Zeit wird der HERR heimsuchen mit seinem harten, großen und starken Schwert den Leviatan, die flüchtige Schlange, und den Leviatan, die gewundene Schlange, und wird den Drachen im Meer töten."

Der Gesamteindruck des Schöpfungsfensters lässt sich wohl am besten mit Worten aus dem großen Schöpfungspsalm wiedergeben:

"Lobe den HERRN, meine Seele! HERR, mein Gott, du bist sehr herrlich; du bist schön und prächtig geschmückt. Licht ist dein Kleid, das du anhast. Du breitest den Himmel aus wie einen Teppich; du baust deine Gemächer über den Wassern. Du fährst auf den Wolken wie auf einem Wagen und kommst daher auf den Fittichen des Windes, Du lässest Gras wachsen für das Vieh und Saat zu Nutz den Menschen, dass du Brot aus der Erde hervorbringst, dass der Wein erfreue des Menschen Herz und sein Antlitz schön werde vom Öl und das Brot des Menschen Herz stärke." (Psalm 104,1-4+14-15)

Erstellt: 9.1.2005
Zuletzt aktualisiert: 8.7.2008 12:20 Uhr
Redakteur: Simone Schreiner